Laut einer aktuellen CFO-Studie des Beratungsunternehmens RGP erwarten 89% der CFOs eine positive Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Allerdings geben 49% an, dass ihre Transformationsvorhaben die verfügbaren Umsetzungskapazitäten übersteigen. Nur 31% berichten, dass mindestens drei Viertel ihrer großen strategischen Initiativen in den vergangenen drei Jahren die angestrebten Ergebnisse fristgerecht erreicht haben.
Hohe Verantwortung, wenig Einfluss
Besonders deutlich zeigt sich die Diskrepanz zwischen Verantwortung und Entscheidungsbefugnissen. Während 96% der CFOs eine hohe Verantwortung für die Unternehmensstrategie tragen, verfügen nur 55% über entsprechenden Einfluss auf deren Umsetzung.
Klare Zuständigkeiten verbessern offenbar die Ergebnisse. In Unternehmen mit zentraler Steuerung erreichen 58% der CFOs ihre Projektziele überwiegend termingerecht. In stark abgeschotteten Organisationsstrukturen sind es lediglich 14%.
KI-Investitionen bleiben hinter Erwartungen zurück
Auch bei künstlicher Intelligenz klaffen Anspruch und Realität auseinander. Zwar berichten 52% der CFOs von positiven KI-Renditen, doch nur 10% bewerten diese als erheblich. Innerhalb von zwei Jahren erwarten dagegen 54% deutliche Erträge. Als zentrale Hindernisse gelten die Integration bestehender Systeme, die Skalierung erfolgreicher Pilotprojekte und mangelnde Datenqualität.
Finanzchefs wollen strategischer arbeiten
59% der Befragten würden ihre Arbeitszeit bevorzugt der Strategieentwicklung widmen. Tatsächlich gelingt dies nur 7%. Gleichzeitig wollen 47% durch KI frei werdende Mitarbeiterkapazitäten für höherwertige Aufgaben einsetzen.
Die im September 2026 durchgeführte Studie basiert auf einer Befragung von 400 Finanzverantwortlichen aus Unternehmen mit mindestens 250 Millionen US-Dollar Jahresumsatz. Sie verdeutlicht, dass nicht fehlendes Kapital, sondern organisatorische Strukturen und Umsetzungskapazitäten zunehmend den Unternehmenserfolg bremsen.
(RGP vom 03.11.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

