• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • CFO Survey: Deutsche Unternehmen zögern bei GenAI-Budget

31.10.2024

CFO Survey: Deutsche Unternehmen zögern bei GenAI-Budget

Deutsche Finanzvorstände erkennen das Potenzial von GenAI: Die Hälfte der Befragten erwartet durch den Einsatz der Technologie Produktivitätssteigerung zwischen 1 und 5 %.

Beitrag mit Bild

peshkova/123rf.com

GenAI wird insbesondere in wissens- und personalintensiven Bereichen ein hohes Potenzial zugeschrieben, dennoch bleiben deutsche Unternehmen bei Investitionen in diese zukunftsträchtige Technologie bisher zögerlich. Das zeigen die Ergebnisse des halbjährlich erscheinenden Deloitte CFO Survey. An der Erhebung nahmen 185 Finanzvorstände deutscher Unternehmen teil.

Trotz hoher Produktivitätserwartungen an GenAI noch geringe Budgetmittel zugewiesen

Die befragten Finanzvorstände erkennen die erheblichen Möglichkeiten, die GenAI bietet: Die Hälfte erwartet durch den Einsatz der Technologie unternehmensweit eine Produktivitätssteigerung zwischen 1 und 5 %. 27 % prognostizieren sogar noch höhere Zuwächse. Zum Vergleich: Seit den 1970er-Jahren sind die jährlichen Wachstumsraten der Arbeitsproduktivität in Deutschland von circa 4 % auf 1 % gesunken.

Trotzdem planen 57 % der Unternehmen im Jahr 2025 weniger als 1 % ihres gesamten Investitionsbudgets für diese neue Technologie ein. Immerhin ein Drittel der Unternehmen plant einen Anteil von bis zu 5 %.

CFOs sehen zentralen Anwendungsbereich in der Finanzfunktion

Für mehr als die Hälfte der Befragten (54%) ist die Finanzfunktion ein zentraler Anwendungsbereich von GenAI, hinter Informationstechnologie (61%) und gefolgt von Kundenservice (45%) sowie Vertrieb & Marketing (39%). Die Bereiche Forschung & Entwicklung (17%) sowie Produktentwicklung (16%) schätzen die Finanzvorstände als vergleichsweise weniger relevant ein. Innerhalb der Finanzfunktion planen die meisten Unternehmen den Einsatz von GenAI vor allem im Managementberichtswesen (44%) sowie in Planung, Budgetierung und Forecasting (39%). „Die CFOs bestätigen das große Potenzial von GenAI in den Management-Supportfunktionen, erkennen aber auch aus strategischer Sicht das Potenzial entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, ordnet Dr. Björn Bringmann, Leiter des Deloitte AI Institute in Deutschland, die Ergebnisse ein.

Erste GenAI-Anwendungen in der Finanzfunktion vor der Marktreife

Knapp ein Fünftel der Unternehmen (18%) befindet sich nach Aussage der befragten Finanzvorstände bereits in der Pilotierung von GenAI-Anwendungen, einzelne Firmen sind sogar in der Implementierungs- bzw. Skalierungsphase. Auffallend ist: Bei der Pilotierung der GenAI-Projekte liegen die Großunternehmen im Vergleich zum Mittelstand vorn, trotz prozentual vergleichbarer Budgets.

Fast die Hälfte der befragten Finanzvorstände (49%) gibt an, ihre Unternehmen würden derzeit Anwendungsmöglichkeiten in der Finanzfunktion erst noch prüfen. Ein Drittel (30%) berichtet, die Firmen hätten entweder noch keine Aktivitäten bezüglich der GenAI-Einführung unternommen oder sehen keine Relevanz dieser Technologie. „Aufgrund des disruptiven Potenzials von GenAI können die First Mover erhebliche Wettbewerbsvorteile erzielen. Frühzeitige Investitionen in die Dateninfrastruktur, der Aufbau eigener GenAI-Kompetenzen und die Einbindung der richtigen Technologiepartner sind kritische Erfolgsfaktoren bei der GenAI-Einführung“, sagt Markus Seeger, Director bei Deloitte und Experte für Finanztransformationen.

Damit die Implementierung und der Betrieb von GenAI-Anwendungen gelingen, passen Finanzfunktionen ihre Betriebsmodelle an und bauen Technologie-Kompetenz in diesem Bereich auf. Der Umfrage zufolge zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Großunternehmen und dem Mittelstand: Bei allen befragten Großunternehmen gibt es Bedarf an Mitarbeitenden mit GenAI-Know-how in der Finanzfunktion; im Gegensatz dazu sehen im Mittelstand 13 % der Unternehmen keinen Bedarf.

63 % der CFOs setzen bei dem Aufbau von GenAI-Fähigkeiten in ihrer eigenen Funktion auf ihre Mitarbeitenden. Darüber hinaus nutzen Großunternehmen ihre Skalenvorteile, indem sie auf vorhandene Technologieteams oder Shared Services zugreifen, während mittelständische Unternehmen auch externe Dienstleistungen nutzen.

Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

(Deloitte vom 31.10.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© furuoda/fotolia.com

10.09.2026

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein

Der Markt für elektrische Lkw entwickelt sich weltweit mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während China beim Hochlauf bereits weit vorangeschritten ist, steht Europa vor einer starken Wachstumsphase. Die USA dürften dagegen noch länger von Dieselantrieben geprägt bleiben. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG). China führt bei elektrischen Lkw In China entfielen 2025

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

09.09.2026

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung

Deutschland kann nach Einschätzung der KfW seine Wachstumsschwäche überwinden. Eine neue Studie von KfW Research hält im kommenden Jahrzehnt ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als 1% pro Jahr für erreichbar. Seit 2015 ist das Potenzialwachstum von knapp 2% auf nur noch leicht über null gesunken. Produktivität als zentraler Hebel Entscheidend für eine Trendwende seien Fortschritte

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung
Meldung

peshkova/123rf.com

08.09.2026

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen

Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Einsatz von KI wirklich, und was bringt ihnen die Technologie wirtschaftlich? Eine Deutschland-Auswertung des McKinsey-Reports „The State of AI in 2026: On the Road to ROI“ zeigt: Zwischen Nutzung und messbarem Geschäftswert liegt noch eine deutliche Lücke. Für die weltweite Studie wurden 1.719 Führungskräfte und Fachleute aus 97 Ländern

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)