• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • CFO Survey: Finanzvorstände wieder optimistischer

05.04.2023

CFO Survey: Finanzvorstände wieder optimistischer

Der CFO Survey Frühjahr 2023 zeigt eine deutliche Besserung der wirtschaftlichen Aussichten. Die verbesserten Geschäftsaussichten sowie das positive Bild bei Beschäftigungsabsichten und Investitionsbereitschaft deuten auf ein Ende der akuten Krise hin.

Beitrag mit Bild

© Minerva Studio/fotolia.com

Im Vergleich zum vergangenen Herbst hat sich der wirtschaftliche Ausblick in Deutschland stark erholt, so eine aktuelle Deloitte-Befragung unter Finanzvorständen deutscher Unternehmen. Schienen Abschwung und schwere Rezession beim letzten Deloitte CFO Survey vor einem halben Jahr noch fast unvermeidlich, so sieht die Mehrzahl der 140 CFOs die Situation jetzt weit weniger düster: Die Geschäftsaussichten – zuletzt extrem negativ – liegen wieder im positiven Bereich (Indexwert: +14%). „Auch wenn der Krieg in der Ukraine andauert und die Inflation hoch bleibt, hellt sich die Stimmung unter den Unternehmen spürbar auf“, erläutert Dr. Alexander Boersch, Chefökonom bei Deloitte. „Die Geschäftsaussichten sowie Investitions- und Einstellungspläne erholen sich. Das dürfte vor allem damit zu tun haben, dass die befürchtete Gasknappheit ausgeblieben ist, während gleichzeitig fallende Energiepreise und die Öffnung der Wirtschaft in China unerwarteten konjunkturellen Rückenwind verliehen haben.“

Positive Erwartungen trotz anhaltender Inflation

Einhergehend mit dem Aufwärtstrend erwartet die Mehrheit der Unternehmen steigende Umsätze, der Indexwert klettert auf 40 %. Dennoch sehen die Finanzvorstände eine Stagnation der operativen Margen, vor allem infolge der andauernden Inflation. Trotz des aktuellen Rückgangs wird für die nächsten zwölf Monate mit einer Inflation von im Durchschnitt 6,3 5 gerechnet, weit entfernt vom Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank.

Dessen ungeachtet steigen Beschäftigungs- und Investitionsbereitschaft in den leicht positiven Bereich und erreichen aktuell Indexwerte von neun bzw. vier Prozent. Generell jedoch verläuft die Erholung sehr branchenspezifisch. Der positive Umschwung zeigt sich besonders deutlich im Dienstleistungssektor, wo fast die Hälfte der Finanzvorstände optimistischer als noch vor drei Monaten ist. Dieser Sektor umfasst auch Banken, Versicherungswesen, Technologie, Telekommunikation, Tourismus, Transport und Logistik.

Uneinheitliche Konjunkturentwicklung in den Sektoren

Der Aufwärtstrend betrifft nicht alle Wirtschaftszweige. So rechnen die CFOs im Technologiesektor mit der stärksten Steigerung in punkto Beschäftigung und Investitionen. Einen Rückgang bei beiden Werten erwartet hingegen der Handel. Hier sieht ein Drittel der Unternehmen aktuell schlechtere Geschäftsaussichten als noch vor drei Monaten.

Auch Großunternehmen mit mehr als einer Milliarde Umsatz sind bei ihrer Vorhersage deutlich zurückhaltender – und liegen in ihren Erwartungen für Beschäftigung und Investitionen deutlich unter dem Durchschnitt  (Indexwert -18 % bzw. -10 %). Einer der Gründe dürfte mit der starken Unsicherheit im internationalen Umfeld zu tun haben, die Großunternehmen besonders stark betrifft.

Die Geschäftsaussichten werden von CFOs aus der Immobilienbranche sowie der Maschinenbaubranche am negativsten gesehen – beide Sektoren stehen durch steigende Zinsen, hohe Rohstoffpreise und Nachfragerückgang zunehmend unter Druck.

Größte Risiken durch Arbeitsmarkt und Geopolitik

Die stärksten Risiken sehen die Finanzvorstände weiterhin im Fachkräftemangel (64 %) und bei den steigenden Lohnkosten (61 %), dicht gefolgt von geopolitischen Risiken (58 %) und einem Nachlassen der Inlandsnachfrage. Alle diese Werte sind gegenüber der letzten Befragung im Herbst deutlich gefallen. Am stärksten nachgelassen hat jedoch das Geschäftsrisiko durch steigende Energiekosten, das gegenüber der vorangegangenen Befragung um 34 % gefallen ist und nun bei 41 % liegt.

(Deloitte vom 04.04.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

irrmago/123rf.com

18.02.2026

Umsatzrückgänge und Arbeitsplatzabbau in der deutschen Industrie

Der Stellenabbau in der deutschen Industrie hält an: Im Lauf des Jahres 2025 sank die Zahl der Beschäftigten bei Industrieunternehmen in Deutschland um 124.100 bzw. 2,3 %. Damit setzte sich der Negativtrend des Vorjahres fort, als bereits 56.000 Jobs gestrichen wurden. Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sank die Zahl der Industriejobs in Deutschland um 266.200 – ein

Umsatzrückgänge und Arbeitsplatzabbau in der deutschen Industrie
Meldung

©putilov_denis/fotolia.com

17.02.2026

Wachstumsmotor Hightech

Ein Hightech-Potenzial von rund 1,7 Billionen Euro bietet deutschen Unternehmen die Chance, im internationalen Technologiewettbewerb entscheidend aufzuholen. In zentralen Schlüsseltechnologien liegen die Voraussetzungen, um Wertschöpfung zu skalieren und industrielle Stärke in zukünftigen Leitmärkten auszubauen – während andere Nationen wie die USA und China diese Hebel bereits systematisch nutzen und damit den Handlungsdruck für Deutschland erhöhen.

Wachstumsmotor Hightech
Meldung

©JulienEichinger/fotolia.com

17.02.2026

Deutsche Unternehmen blicken optimistisch gen Osten

Mittel- und Osteuropa gewinnt für deutsche Unternehmen in deren globalen Strategien weiter an Gewicht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von KPMG und dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, für die 115 Unternehmen hinsichtlich ihrer Geschäftserwartungen in der Region befragt wurden. 63 % der Firmen erwarten demnach, dass die Länder Mittel- und Osteuropas in den kommenden fünf Jahren

Deutsche Unternehmen blicken optimistisch gen Osten
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)