• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • CFOs kommen bei Digitalisierung nur mühsam voran

30.10.2020

CFOs kommen bei Digitalisierung nur mühsam voran

Beitrag mit Bild

© Coloures-Pic/fotolia.com

Prozessoptimierung und Organisationsgestaltung stehen ganz oben auf der Agenda der Finanzabteilungen von Unternehmen. 80 Prozent der Verantwortlichen streben eine End-to-End-Digitalisierung in ihrem Bereich an. Dennoch werden digitale Projekte oft nur mühsam vorangetrieben. Zwar haben viele CFOs durch die Corona-Pandemie erkannt, dass die Digitalisierung bei der Bewältigung der Krise hilfreich sein kann; Effizienzpotenziale werden aber meist unzureichend gehoben, da die Projekte zu häufig auf unteren Entwicklungsstufen verharren.

Dies sind Ergebnisse der CFO-Studie 2020 der Managementberatung Horváth & Partners, für die 200 Finanzentscheider befragt wurden.

Die Studienteilnehmer geben an, dass durchschnittlich fast ein Jahr vergeht, bis eine digitale Anwendung produktiv genutzt werden kann – eine lange Spanne von der Identifikation des Anwendungsfalls bis zum Einzug in den Arbeitsalltag der Finanzabteilungen. „Sicher variiert diese Zeitdauer von Fall zu Fall. Die Einführung eines Bots für Routineaufgaben, also eine RPA-Anwendung, lässt sich beispielsweise viel schneller umsetzen als eine Big-Data-Anwendung wie ein integrierter Data Lake zu Steuerungszwecken. Dennoch haben wir festgestellt, dass die Umsetzung digitaler Use Cases oftmals noch viel zu lange dauert“, sagt Achim Wenning, Partner und Leiter des Beratungsbereichs CFO-Strategy & Organization bei Horváth & Partners.

Die großen Veränderungen scheinen noch bevor zu stehen. Zumindest erwarten das die Verantwortlichen in den Finanzabteilungen. 95 Prozent der befragten CFOs und kaufmännischen Leiter rechnen mit grundlegenden Veränderungen in der Rollenwahrnehmung und bei den Mitarbeiterkompetenzen. 93 Prozent sehen neue Anforderungen auf sich selbst und die Kollegen zukommen.

Turbo durch Corona

Die Corona-Pandemie ist zum Beschleuniger der Digitalisierung geworden und hat ihr neuen Rückenwind verliehen, so die Einschätzung der Experten von Horváth & Partners. „Die ersten Monate der Krise wurden für viele Unternehmen zu einem Crashkurs aus der Not heraus. Besonders in der digitalen Zusammenarbeit wurden positive Erfahrungen gesammelt, die auch Skeptiker von Digitalisierungsmaßnahmen überzeugt haben“, erklärt Wenning.

Dabei dürfte die Erkenntnis helfen, dass sich mit zunehmender Digitalisierung auch ein offeneres und vorbehaltloseres Mindset bei Mitarbeitern gegenüber dem digitalen Trend einstellt. Dies bestätigen 60 Prozent der Befragten. Allerdings sehen 40 Prozent an dieser Stelle noch Defizite. In einigen Fällen hapert es an der Kompetenz: 37 Prozent der Studienteilnehmer stellen fest, dass mangelndes Wissen über digitale Enabler und Methoden ein Problem in der Transformation darstellt. In 42 Prozent der befragten Unternehmen fehlt grundsätzlich die personelle Ausstattung.

Ganzheitliche Fundierung fehlt

Immerhin ist die Notwendigkeit einer Digitalstrategie bei den Verantwortlichen angekommen: 90 Prozent der Befragten geben an, bei ihren Transformationsbemühungen einer Strategie zu folgen – meist allerdings orientiert am einzelnen Use Case. „Diese isolierte Umsetzung individueller Anwendungsfälle dominiert die Transformation. Zu selten werden ganzheitliche Strategien verfolgt“, so Achim Wenning. Das rächt sich: Wo der Umsetzungsfahrplan fehlt oder lückenhaft ist, kommt es zu Verzögerungen. 27 Prozent nennen diese Schwierigkeit als hauptsächliches Hindernis für eine erfolgreiche Transformation.

Agile Arbeitsmethoden setzen sich durch

In den Fällen, in denen Transformationsinitiativen erfolgreich umgesetzt werden, zeigt sich ein Wandel in den Arbeitsmethoden. Agiles Projektmanagement wie beispielweise Scrum hat die klassische Projektdurchführung („Wasserfall-Vorgehen“) mittlerweile leicht überholt: 52 Prozent der Digitalisierungsprojekte werden heute agil durchgeführt. „Mit der Corona-Krise steigt der Effizienzdruck. Das bedeutet Rückenwind für die CFOs, die an Digitalprojekten arbeiten“, resümiert Wenning.

(Pressemitteilung Horváth & Partners vom 27.10.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

pitinan/123rf.com

18.03.2026

Trendwende bei Investitionen in Sicht?

Die Investitionstätigkeit in Deutschland verzeichnet eine durchwachsene Entwicklung. Die staatlichen Investitionen sind zum Jahresende 2025 sprunghaft gestiegen, die privaten Wohnbauinvestitionen haben nach langem Rückgang einen Wendepunkt erreicht. Dagegen mussten die Unternehmensinvestitionen im vierten Quartal einen deutlichen Rückschlag hinnehmen – trotz zuvor eher positiver Signale. Dies zeigt der Investitionsmonitor März 2026 von KfW Research. Staat investiert

Trendwende bei Investitionen in Sicht?
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

17.03.2026

Einbruch der Konjunkturerwartungen infolge des Nahost-Kriegs

Nach dem kräftigen Anstieg zum Jahresbeginn brechen die Erwartungen über die Konjunktur Deutschlands im März ein. Sie liegen mit minus 0,5 Punkten um minus 58,8 Punkte unter dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich dagegen leicht verbessert. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 62,9 Punkten um plus 3,0 Punkte über dem

Einbruch der Konjunkturerwartungen infolge des Nahost-Kriegs
Meldung

olegdudko/123rf.com

16.03.2026

Viele Mittelständler ziehen sich aus dem US-Geschäft zurück

Die Handels-, Wirtschafts- und Außenpolitik der seit Anfang 2025 amtierenden US-Regierung trifft auch den deutschen Mittelstand. 52 % der kleinen und mittleren Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen in die USA unterhalten, berichten über negative Auswirkungen auf ihr Geschäft. Für 36 % haben sich bisher keine Änderungen ergeben. Nur rund 7 % haben vom politischen Kurswechsel in den USA profitiert. Dies

Viele Mittelständler ziehen sich aus dem US-Geschäft zurück
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)