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22.06.2023

China: Bei welchen Produkten die Abhängigkeit besonders groß ist

Seit einigen Jahren gibt es bei den deutsch-chinesischen Handelsströmen vor allem eine Entwicklung: China verschifft immer mehr Waren nach Deutschland, umgekehrt stagniert der Absatz.

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Deutschland importierte 2022 so viele Waren aus China wie noch nie. Das ist bei einigen Produkten gefährlich – denn bei ihnen dominiert China den Markt fast allein, wie eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt. Besonders bei Rohstoffen, chemischen Grundstoffen und elektronischen Bauteilen hat sich China zuletzt fast unersetzbar gemacht.

China exportiert, Deutschland stagniert

Seit einigen Jahren gibt es bei den deutsch-chinesischen Handelsströmen vor allem eine Entwicklung: China verschifft immer mehr Waren nach Deutschland, umgekehrt stagniert der Absatz fast. Eine neue IW-Studie nimmt nun die Handelsströme genau unter die Lupe und identifiziert die Produkte, bei denen die Abhängigkeit Deutschlands besonders groß geworden ist: So gab es im Jahr 2021 298 Produktgruppen mit einem Einfuhrwert von jeweils mindestens zehn Millionen Euro, bei denen Deutschlands Importe zu mehr als 50 % aus China kamen. Bei 211 dieser Produktgruppen hat sich Chinas Anteil 2022 weiter vergrößert.

Keine Diversifizierung sichtbar

Besonders groß ist der Anteil bei Laptops, Magneten, Tastaturen, aber auch Vitamin C, Magnesium und Koffein. Insgesamt lässt sich ein wachsender chinesischer Einfluss vor allem bei einigen Rohstoffen, chemischen Grundstoffen und elektronischen Bauteilen beobachten. Hier ist von Diversifizierung nichts zu sehen, im Gegenteil.

Vorsicht im Umgang mit China

Gefährlich wird diese Entwicklung, wenn die Produkte unverzichtbar sind und wenn sie sich zugleich in absehbarer Zeit kaum durch Produkte anderer Lieferanten ersetzen lassen: Dann leidet Deutschland unter einer kritischen Abhängigkeit. „Es geht nicht um Decoupling. De-Risking ist das Schlagwort der Stunde“, sagt IW-Studienautor Jürgen Matthes. „Weniger mit China zu handeln, ist vor allem bei wirklich kritischen Abhängigkeiten nötig. Welche das sind, gilt es nun mit Unterstützung der Politik herauszufinden. Sonst bleibt De-Risking eine leere Floskel. “

(IW Köln vom 20.06.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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