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08.06.2017

Chinesen investieren in Deutschland so oft wie noch nie

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Deutschland wird für chinesische Investoren immer beliebter und hat 2016 eine Rekordzahl an Investitionsprojekten aus Fernost angezogen. Hierzulande führten chinesische Unternehmen 118 Direktinvestitionen durch – etwa in Fabriken, Logistikzentren oder Unternehmenszentralen – das waren deutlich mehr als noch 2015, wo es 74 Direktinvestitionen gab.

Deutschland wird für chinesische Investoren immer beliebter und hat 2016 eine Rekordzahl an Investitionsprojekten aus Fernost angezogen. Hierzulande führten chinesische Unternehmen 118 Direktinvestitionen durch – etwa in Fabriken, Logistikzentren oder Unternehmenszentralen –  das waren deutlich mehr als noch 2015 (74 Direktinvestitionen). Gleichzeitig vergrößerte sich der Vorsprung vor dem zweitplatzierten Großbritannien drastisch: Auf der Insel wurden 59 Direktinvestitionen getätigt – das waren neun Projekte weniger als 2015.

Das sind Ergebnisse der Studie „Investitionen chinesischer Unternehmen in Deutschland und Europa 2016“, die auf Daten des EY European Investment Monitor basiert. Der European Investment Monitor ist eine Erhebung ausländischer Direktinvestitionsprojekte in Europa, die Betriebsstätten und/oder Arbeitsplätze geschaffen haben. Fusionen und Übernahmen werden dabei nicht berücksichtigt. Insgesamt erreichte das Engagement chinesischer Investoren europaweit ein neues Rekordniveau: Sie investierten insgesamt in 297 Projekte, eine Steigerung um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. Dank des stärkeren Zuwachses in Deutschland kletterte Deutschlands Marktanteil von 31% auf 38%.

Düsseldorf europaweit beliebteste Region für Investitionen

Einen großen Anteil daran hat vor allem die Metropol-Region Düsseldorf, die sich in diesem Jahr den Titel als Europas Top-Standort sichern konnte. Die Zahl der Investitionen hat sich im Vergleich zu 2015 mehr als verdoppelt: von 22 auf 56. Damit schob sich Düsseldorf auch vor London (40 Investitionen) und die Rhein-Main-Region um Frankfurt (13 Investitionen). Damit konnten sich unter den beliebtesten elf Regionen Europas alleine sieben aus Deutschland platzieren. Ebenfalls in der Spitzengruppe befinden sich Bremen und Stuttgart, Köln, Arnsberg sowie Oberbayern.

Laut der Studie punktet Deutschland mit optimalen Investitionsbedingungen. Neben gut ausgebildeten Arbeitskräften, der Nähe zu Zulieferern und Forschungseinrichtungen ist auch die politische Stabilität ein Standortvorteil. Außerdem hätten die Investoren aus Fernost durch die zentrale Lage Deutschlands einen hervorragenden Zugang zum attraktiven europäischen Markt. Viele chinesische Investoren haben außerdem schon positive Erfahrungen in Deutschland gemacht und teilen diese in der Heimat.

China zweitwichtigster Investor in Deutschland

Inzwischen ist China der zweitwichtigste Investor in Deutschland nach den USA, die auf 194 Investitionsprojekte kommen und vor Schweizer Unternehmen, die 110mal investiert haben. Chinesische Unternehmen alleine haben hierzulande ungefähr genau so viel investiert wie französische und britische zusammen. In Europa insgesamt nehmen chinesische Investoren noch nicht so eine hervorgehobene Position ein. Mit den 297 Projekten stehen sie lediglich auf Platz 5. Die USA kommen auf 1.310 Investitionsprojekte, gefolgt von Unternehmen aus Deutschland (651), Frankreich (346) und Großbritannien (335).

2.376 Arbeitsplätze in Deutschland entstanden

Durch die Investitionsprojekte chinesischer Unternehmen in Deutschland sind im vergangenen Jahr insgesamt  2.376 Arbeitsplätze entstanden – so viele wie noch nie und mehr als sechs Mal so viele wie im Jahr zuvor. Damit wurden in Deutschland auch so viele Jobs wie nirgends sonst in Europa geschaffen. So entstanden durch Investitionen chinesischer Unternehmen in Großbritannien knapp 1.000 neue Jobs, in Ungarn 750 und in Polen 710. In Europa insgesamt ging die Zahl das zweite Jahr in Folge zurück. Nachdem 2014 noch mit knapp 12.000 Arbeitsplätzen ein Rekord aufgestellt wurde, sank die Zahl 2015 auf etwa 8.900 und in diesem Jahr auf etwa 7.900 Arbeitsplätze – etwa jeder dritte davon in Deutschland. Fast die Hälfte aller Jobs in Deutschland ist alleine durch ein Großprojekt des chinesischen Telekommunikationsunternehmens Phicomm in Unterhaching geschaffen worden. Dort entsteht die neue Europa-Zentrale. Dabei handelt es sich zugleich auch um das größte chinesische Investitionsprojekt in Europa im vergangenen Jahr.

Premium-Standort Deutschland bleibt attraktives Investitionsziel

Die Autoren der Studie erwarten, dass das hohe Engagement aus China in Deutschland auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt, denn für chinesische Manager sei Deutschland ein Premium-Standort und das attraktivste Investitionsziel in Europa. Die Deutschen gelten als fleißig und zuverlässig, das hohe Ausbildungsniveau, die eher auf Ausgleich als auf Konfrontation setzende Kultur in Deutschland und natürlich die hohe Qualität von Forschung und Fertigung kommen bei den Chinesen gut an. Weil außerdem das Wachstum in China nachlässt, werden Investitionen im Ausland und gerade auch in Deutschland immer attraktiver. Die deutsche Wirtschaft sei wettbewerbsfähig und exportorientiert und passe damit hervorragend in die Internationalisierungsstrategie der Chinesen, so die Studienautoren.

(Pressemitteilung EY vom 08.06.2017)


Redaktion

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