• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Climate-Tech-Investitionen gehen zweites Jahr in Folge zurück

06.12.2023

Climate-Tech-Investitionen gehen zweites Jahr in Folge zurück

Die „State of Climate Tech“-Studie von PwC zeigt, dass die Investitionen in Klimatechnologie im Vergleich zum Vorjahr um 40,5 % eingebrochen sind.

Beitrag mit Bild

© Sondem / fotolia.com

Investitionen in Technologien, um den Klimawandel zu bekämpfen und seine Folgen zu bewältigen, müssen zukünftig deutlich anziehen. Denn die Finanzierung von Startups im Bereich der Klimatechnologie durch privates Marktkapital und Zuschüsse ist im Vergleich zum Vorjahr um 40,5 % geschrumpft, wie die „State of Climate Tech 2023“-Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zeigt. Um die aktuelle Situation präzise zu beurteilen, haben die PwC-Expert:innen ihre Analyse im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet und über 32.000 Transaktionen ausgewertet, an denen mehr als 8.000 Klima-Startups beteiligt waren.

Weiterhin Defizite bei der Finanzierung in emissionsstarken Sektoren

Bereits die vergangenen Ausgaben der „State of Climate Tech“-Studie haben gezeigt, dass die Investitionen nicht dort ankommen, wo sie für die Dekarbonisierung den größten Einfluss entwickeln könnten. Es gibt jedoch auch einen positiven Trend: In diesem Jahr haben Investoren mehr Mittel für Startups bereitgestellt, die auf die Dekarbonisierung von Industrieunternehmen abzielen. Ein Bereich, auf den nach den jüngsten Zahlen des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) mehr Emissionen entfallen als auf jeden anderen Wirtschaftssektor (34 %).

Während die Investoren zwischen dem ersten Quartal 2013 und dem dritten Quartal 2022 nur knapp 8 % der Startup-Finanzierung in den Industriesektor leiteten, investierten sie zwischen dem vierten Quartal 2022 und dem dritten Quartal 2023 14 % in diesen Bereich. Andere Sektoren weisen im Verhältnis zu ihrem Anteil an den Emissionen aber immer noch ein erhebliches Defizit bei der Anschubfinanzierung auf. Während der Emissionsanteil im Bereich „Lebensmittel, Landwirtschaft und Landnutzung“ beispielsweise bei 22 % liegt, beziffert sich der Investitionsanteil nur auf 8 % in diesem Sektor. Diese Lücken gilt es zu schließen.

Investitionstrends weichen regional stark ab

Die Untersuchung zeigt, dass Investoren in den finanzierungsstarken Regionen (Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik, China) verstärkt neue Wege suchen. So ist der Finanzierungsanteil für den Mobilitätssektor in Nordamerika von 59 % im Jahr 2018 auf 24,4 % (Q3 2023) gesunken. Ein ähnlicher Trend lässt sich in China beobachten.

In Deutschland sind seit 2013 rund 50 % aller Climate-Tech-Investitionen in den Mobilitätssektor geflossen. Darüber hinaus hat der Energiesektor mit rund 22,4 % der investierten Mittel in diesem Zeitraum stark profitiert. Der Industriesektor schneidet dagegen mit nur 3,3 % sehr schwach ab. In diesem Jahr (Q1 – Q3) sind mit 35,5 % die meisten Mittel an den Energiesektor gegangen, gefolgt vom Built-Environment-Sektor (29,3 %) auf Platz zwei und Mobilität (20,8 %) auf dem dritten Platz. Insgesamt wurden 2023 deutschlandweit etwa 1.293 Milliarden US-Dollar in den Climate-Tech-Bereich investiert.

Early-Stage-Deals brechen ein

Neben der anhaltenden Finanzierungslücke in Sektoren mit einer starken Hebelwirkung für die Dekarbonisierung bremst auch der Rückgang bei der Frühphasenfinanzierung die Skalierung von wichtigen Klimatechnologien. Während Early-Stage-Deals 2018 und 2019 mehr als zwei Drittel aller Climate-Tech-Investitionen ausmachten, ist ihr Anteil bisher in diesem Jahr auf weniger als die Hälfte gesunken. Die Mehrheit der Deals hat sich stattdessen in Richtung der mittleren Phase verschoben. Die Gründe für die rückläufige Frühphasenfinanzierung sind laut den befragten Expert:innen unter anderem fehlende Skalierbarkeit und eine allgemeine Zurückhaltung aufgrund schwacher Kapitalmärkte.

Auf die unternehmerischen Qualitäten konzentrieren

Trotz des rückläufigen Investitionsvolumens und den Einbrüchen in der Frühphasenfinanzierung sagen viele der befragten Investoren, dass der Markt weiterhin großes Potenzial birgt. Sie empfehlen jedoch, sich nicht von Hypes und Trends ablenken zu lassen, sondern sich auf die fundamentalen, unternehmerischen Qualitäten zu konzentrieren. Damit geht die Einschätzung einher, dass der aktuelle Rückgang eine Erholung von der Euphorie der letzten Jahre sein könnte und somit eine gute Gelegenheit für antizyklische Investitionen bieten könnte.

Der Innovationsbedarf im Bereich der Klimatechnologien, insbesondere in emissionsintensiven Sektoren, macht die Finanzierung von Startups unerlässlich. Wenn die Technologien wirklich wirken sollen, sind aber weitaus mehr Mittel erforderlich, als derzeit in diesen Sektor fließen.

(PwC vom 05.12.2023 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

©tashatuvango/ fotolia.com

14.07.2026

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief

Die Investitionsbereitschaft deutscher Mittelständler ist so niedrig wie seit Beginn der Erhebung 1995 nicht mehr. Nur noch 52% der Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Das zeigt eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken unter mehr als 1.000 Firmen. Hohe Kosten bremsen Unternehmen Die Geschäftserwartungen bleiben schwach:

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief
Meldung

©pitinan/123rf.com

14.07.2026

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt

Die staatliche Kaufprämie hat den deutschen Elektroautomarkt im zweiten Quartal deutlich belebt. Mit knapp 208.400 Neuzulassungen wurde ein neuer Quartalsrekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Absatz um 54%. Von dem Wachstum profitieren jedoch vor allem ausländische Hersteller. Deutsche Konzerne wachsen langsamer Die deutschen Autobauer steigerten ihre Elektroverkäufe zwar um 31%, ihr gemeinsamer Marktanteil sank

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt
Meldung

© pichetw/fotolia.com

13.07.2026

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient

Der globale M&A-Markt hat das erste Halbjahr 2026 als Spiel zweier Hälften erlebt: Auf einen rekordverdächtigen Start folgte im zweiten Quartal ein spürbarer Rückgang. Das zeigt der aktuelle Quarterly Deal Performance Monitor (QDPM) von WTW, der in Zusammenarbeit mit dem M&A Research Centre der Bayes Business School erstellt wird. Auf Basis der Aktienkursentwicklung schnitten Käuferunternehmen,

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)