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15.02.2022

Corporate Venture Capital Einheiten schaffen einen Mehrwert

Autokonzerne auf der Überholspur

© WrightStudio/fotolia.com

Der rasant fortschreitende technologische Wandel zwingt Unternehmen immer stärker dazu neue Wege zu beschreiten, um sich strategische Vorteile im globalen Wettbewerb zu sichern. Um dies zu erreichen, sind Risikokapitalinvestitionen durch Unternehmen – Corporate Venture Capital (CVC) – inzwischen eine gängige Investitionsform. Und tatsächlich können CVC-Aktivitäten den investierenden Konzernen deutlich positive Effekte bringen. So nehmen die erfolgreichsten Unternehmen an mehr Finanzierungsrunden teil und setzen in ihren CVC-Investmentteams auf eine höheren Frauenquote sowie auf VC-erfahrene Mitarbeitende. Damit steigerten die CVC-Top-Performer in der Analysegruppe das Verhältnis von Markt- zu Buchwert beim Mutterkonzern um durchschnittlich 31 Prozent im Zeitraum 2010-2020.

Der rasant fortschreitende technologische Wandel zwingt Unternehmen immer stärker dazu neue Wege zu beschreiten, um sich strategische Vorteile im globalen Wettbewerb zu sichern. Um dies zu erreichen, sind Risikokapitalinvestitionen durch Unternehmen – Corporate Venture Capital (CVC) – inzwischen eine gängige Investitionsform. Und tatsächlich können CVC-Aktivitäten den investierenden Konzernen deutlich positive Effekte bringen. So nehmen die erfolgreichsten Unternehmen an mehr Finanzierungsrunden teil und setzen in ihren CVC-Investmentteams auf eine höheren Frauenquote sowie auf VC-erfahrene Mitarbeitende. Damit steigerten die CVC-Top-Performer in der Analysegruppe das Verhältnis von Markt- zu Buchwert beim Mutterkonzern um durchschnittlich 31 Prozent im Zeitraum 2010-2020.

Das sind einige der Kernergebnisse der aktuellen Studie „European Corporate Venture Capital Value Impact“, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland erstellt hat. PwC hat dazu – gemeinsam mit der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden – die CVC-Investitionen zwischen 2010 und 2020 von insgesamt 123 europäischen, börsennotierten Konzernen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als zwei Milliarden Euro analysiert. Ziel war es zu ermitteln, welche Faktoren CVC-Strategien besonders erfolgreich machen. Die Studie basiert u. a. auf der Analyse öffentlich zugänglicher Daten und CVC-Unternehmensberichten.

Hohe CVC-Aktivität bringt signifikant bessere Ergebnisse

Als Indikator für den Erfolg der CVC-Aktivitäten betrachtet die Studie das Tobinsche Q. Diese betriebswirtschaftliche Kennzahl ermittelt den Unternehmenswert anhand des Verhältnisses von Marktwert zu Buchwert. Dazu teilt man den Marktwert eines Unternehmens (Börsenwert plus Verbindlichkeiten) durch den Buchwert aller Vermögenswerte. Ist das Ergebnis größer als 1, haben Aktionäre eine positive Wahrnehmung über zukünftige Wachstumsopportunitäten des Unternehmens; ist es kleiner als 1, ist die Einschätzung der Aktionäre negativ getrübt. Eines der Studienergebnisse hierzu lautet: Wenn Unternehmen eine hohe CVC-Aktivität haben, gemessen an der Anzahl der Finanzierungsrunden der CVC-Einheit p.a., nehmen Aktionäre deren Wachstumschancen deutlich positiver wahr als bei weniger aktiven Unternehmen. So erhöht die Teilnahme an zehn Finanzierungsrunden pro Jahr im Zeitraum 2010-2020 das Tobinsche Q um + 0,66 über den Betrachtungzeitraum.

„Unsere Studie zeigt diesen Effekt erhöhter Aktivität ganz klar. Besonders die beiden Sektoren Energie und Healthcare zeigten eine starke Korrelation zwischen der Anzahl der Finanzierungsrunden und dem strategischen Wert der investierenden Mutterkonzerne“, sagt Florian Nöll, Head of Corporate Development & Innovation bei PwC Deutschland.

„Am Umsatz gemessen fällt es großen und mittleren Konzernen im Vergleich leichter, mit mehr CVC-Investitionen Mehrwert zu erzielen – die Korrelation zwischen Anzahl der Finanzierungsrunden und der Unternehmensbewertung ist bei kleineren Unternehmen deutlich schwächer“, ergänzt Enrico Reiche, Director im Bereich Transaction Consulting and Valuation bei PwC Deutschland und Co-Autor der Studie.

Mehr Frauen im Management und Analystenberichte erhöhen CVC-Erfolg

Die Untersuchung zeigt außerdem, dass eine höherer Frauenquote im Management der CVC-Einheit das Verhältnis von Marktwert zu Buchwert deutlich erhöht. „Konzerne, die den Anteil der weiblichen CVC-Managerinnen um zehn Prozent von beispielsweise 20 auf 30 Prozent erhöhten, erzielten so eine Steigerung von +0,2 bei der Marktwert-Buchwert-Ratio über den Betrachtungszeitraum. Das zeigt, dass sich Diversität positiv auf die Wertschöpfung auswirkt“, erläutert PwC-Experte Florian Nöll. Die Top-Performer setzten außerdem auf ein Managementteam mit durchschnittlich mehr als zehn Jahren Erfahrung mit Risikokapitalinvestitionen und hatten den geringsten Anteil jüngerer Investmentteammitglieder.

Ebenfalls wichtig für den Erfolg einer CVC-Einheit ist die Würdigung durch Börsenanalysten: „Zehn Broker Reports im Untersuchungszeitraum erhöhten bei den analysierten Unternehmen den Marktwert signifikant. Diese erlangte Aufmerksamkeit ist ein echter strategischer Wettbewerbsvorteil“, sagt Enrico Reiche von PwC. Dass Unternehmen ihre CVC-Investments auf bestimmte Sektoren oder geografische Regionen konzentrieren, habe demgegenüber kaum Auswirkungen darauf, wie erfolgreich diese Investitionen sind. Interessant ist auch, dass die Größe des Investmentteams nicht über den Erfolg entscheidet. Deutlich wichtiger ist, wie gut interne Prozesse funktionieren und wie effizient die Teams zusammenarbeiten.


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