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02.06.2025

DAX: Frauen in der obersten Führungsebene meist unterrepräsentiert

Insgesamt gelingt es den DAX-Konzernen nicht ausreichend, den Frauenanteil zu steigern. Zwar kann dies auf viele Faktoren zurückzuführen sein, aber im Ergebnis ist die Entwicklung enttäuschend.

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Seit diesem Jahr veröffentlichen die meisten DAX-Konzerne ihre Nachhaltigkeitsberichte nach Vorgaben der neuen EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD). Darin machen die meisten Unternehmen auch Angaben zum Frauenanteil in der obersten Führungsebene: Über alle berichtenden DAX Unternehmen hinweg sind insgesamt 51.074 Personen auf der obersten Führungsebene tätig, von denen 14.543 Frauen sind – das entspricht einem Anteil von 28,5 %. Der Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft liegt hingegen im Durchschnitt der berichtenden Unternehmen bei 33,1 %.

Als oberste Führungsebene definieren die meisten Unternehmen eine oder zwei Ebenen unterhalb der Verwaltungs- und Aufsichtsorgane. Bei 64,5 % der Unternehmen sind Frauen auf der obersten Führungsebene unterrepräsentiert – das heißt, dass ihr Anteil um mindestens fünf Prozentpunkte niedriger ist als in der Gesamtbelegschaft.

Blick in die Konzerne

Besonders hoch ist die Abweichung beim Gesundheitsdienstleister Fresenius, wo der Frauenanteil in der Belegschaft bei 67,4 % liegt, auf der obersten Führungsebene, aber nur 28,2 % Frauen sind – hier liegt die Differenz also bei 39,2 %. Auf der anderen Seite sind beim Energiekonzern RWE nur 20,8 % der Belegschaft weiblich, auf der obersten Führungsebene liegt der Frauenanteil hingegen bei 33,3 % – hier sind Frauen also stärker als in der Gesamtbelegschaft. Auch bei Heidelberg Materials, BMW und Airbus ist der Frauenanteil in der Chefetage höher als in der Gesamtbelegschaft – allerdings nur geringfügig und in erster Linie zurückzuführen auf den sehr geringen Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft.

Das sind Ergebnisse einer Studie von EY-Parthenon, der Strategie- und Transaktionsberatung von EY, für die die CSRD-Berichte der DAX Unternehmen ausgewertet wurden. Nicht alle Unternehmen legen die analysierten Kennzahlen offen, da einige Themen als unwesentlich im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse nach CSRD bewertet wurden. Sieben DAX 40 Berichte mussten aufgrund eines abweichenden Geschäftsjahrs, verspäteter Veröffentlichung oder keiner Berichterstattung nach CSRD von der Analyse ausgeschlossen werden. Dabei handelt es sich um Siemens, Siemens Energy, Siemens Healthineers, Infineon, Porsche Automobil Holding, Symrise und Qiagen.

Leichter Rückgang des Frauenanteils an der Gesamtbelegschaft

In den vergangenen Jahren ist der Frauenanteil an der Gesamtbelegschaft der DAX-Unternehmen, für die entsprechende Zahlen vorliegen, insgesamt sogar leicht gesunken: seit 2021 bis 2024 von 34,1 auf 33,1 %. Nur bei fünf von ihnen entwickelte sich die Zahl der weiblichen Beschäftigten besser als die Gesamtzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so dass die Frauenquote stieg. Bei 26 Unternehmen sank der Frauenanteil an der Belegschaft, bei zwei Unternehmen blieb er konstant.

Gender Pay Gap: Männer verdienen 14 % mehr als Frauen

In ihren Berichten machen die DAX Unternehmen auch Angaben zum sogenannten unbereinigten Gender Pay Gap, also zum Lohnabstand zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten. Das Ergebnis: Bei den DAX-Konzernen verdienen Männer im Durchschnitt 13,9 % mehr als Frauen – zum Vergleich: Insgesamt liegt der Bruttolohn männlicher Arbeitnehmer in Deutschland um 16 % über dem der weiblichen Beschäftigten.

Allerdings gibt es zwischen den Unternehmen erhebliche Unterschiede: Bei vier der DAX Unternehmen liegt der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Frauen über dem der Männer (Daimler Truck, BMW, DHL Group und Vonovia), während bei 29 Unternehmen der Bruttostundenverdienst der Männer über dem der Frauen liegt. Die Spannweite ist groß: Während bei Daimler Truck die weiblichen Beschäftigten im Durchschnitt 15 % mehr verdienen als ihre männlichen Kollegen, bekommen in der Finanzbranche männliche Beschäftigte im Durchschnitt erheblich mehr überwiesen als Frauen: Bei Munich Re und der Deutschen Börse verdienen Männer im Durchschnitt jeweils 29 % mehr als Frauen, bei Hannover Rück liegen die Bruttogehälter der Männer 30 % höher als die der Frauen, bei der Commerzbank sogar 30,5 %. Den höchsten Gender Pay Gap weist die Deutsche Bank mit knapp 38,8 % aus.

Bei den von den Unternehmen veröffentlichten Zahlen handelt es sich jeweils um unbereinigte Werte – das heißt: ohne jegliche Anpassung oder Berücksichtigung von Faktoren wie der konkreten Tätigkeit und Qualifikation. Dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten, was oft nur in niedrigeren Positionen möglich ist, oder seltener Führungskraft sind als Männer, führt zumeist dazu, dass der durchschnittliche Bruttoverdienst der Männer über dem der Frauen liegt.

(EY vom 26.05.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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