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17.11.2025

DAX-Konzerne: Trotz Auto-Krise Gewinn über Vorjahresniveau

Während sich die Autokonzerne in einer sehr schwierigen Lage befinden, können andere Unternehmen etwa aus der Finanzbranche gute Zahlen vorweisen.

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Deutschlands Top-Konzerne konnten im dritten Quartal ihren Umsatz insgesamt etwa auf dem Vorjahresniveau halten – trotz der schwächelnden Konjunktur und deutlicher Einbußen im Amerika- und Asiengeschäft. Der Gesamtumsatz der DAX-Konzerne schrumpfte um 0,4 % auf 432 Milliarden Euro – in Nordamerika und Asien wurde allerdings ein Umsatzminus von jeweils 6 % registriert, in Europa hingegen wurde ein Plus von 6 % erzielt.

Positive Gewinnentwicklung der Finanzbranche

Vor allem dank der positiven Gewinnentwicklung der Finanzbranche legte der Gesamtgewinn der DAX-Konzerne im dritten Quartal um 3,1 % auf 37,4 Milliarden Euro zu. Während die Automobilunternehmen im DAX zusammen einen Gewinnrückgang um 81 % bzw. knapp sieben Milliarden Euro verzeichneten, schafften die Finanzunternehmen (Banken, Versicherungen) im DAX ein Plus von 28 %. Mit einem operativen Gewinn von 12,4 Milliarden Euro erreichte der Gewinn der Finanzunternehmen im DAX einen neuen Höchstwert in einem dritten Quartal.

Und: Immerhin 23 DAX-Unternehmen verzeichneten einen gegenüber der Vorjahresperiode gestiegenen Gewinn, 14 Unternehmen mussten hingegen einen Gewinnrückgang hinnehmen – die übrigen Unternehmen machten im dritten Quartal keine Angaben zum Gewinn.

Industrieunternehmen verzeichnen sinkende Gewinne

Während die Finanzbranche ein Gewinnplus erzielte, ging der Gewinn bei den Industrieunternehmen insgesamt zurück: um 6 %. Mit dem aktuellen Gewinnrückgang setzt sich die Negativentwicklung der vergangenen Jahre fort: Seit dem Jahr 2022 verzeichneten die Industrieunternehmen im DAX im dritten Quartal kontinuierlich sinkende Gewinne. Auch die Profitabilität war zuletzt rückläufig: Im dritten Quartal dieses Jahres lag die Gewinnmarge der Industrieunternehmen im DAX bei 6,9 % – und damit auf dem zweitniedrigsten Wert in den vergangenen zehn Jahren. Nur im Corona-Jahr 2020 wurde eine noch niedrigere Gewinnmarge von 2,7 % erzielt.

Zahl der Beschäftigten schrumpfte

Bei der Beschäftigung zeigt der Trend wie schon in den Vorquartalen weiter nach unten: Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte um 0,5 % auf 3,2 Millionen. Damit wurden bei den DAX-Konzernen im Vergleich zum Vorjahr weltweit etwa 17.000 Stellen abgebaut. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY auf Basis der Geschäfts- bzw. Quartalsberichte der derzeit im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen.

„Wir sehen eine sehr heterogene Entwicklung bei den deutschen Top-Konzernen“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. „Während sich die Autokonzerne in einer sehr schwierigen Lage befinden und nicht zuletzt stark unter den US-Zöllen und starken Rückgängen in China leiden, können andere Unternehmen etwa aus der Finanzbranche gute Zahlen vorweisen – was bemerkenswert ist vor dem Hintergrund der schwierigen konjunkturelle Lage, die letztlich alle Unternehmen zu spüren bekommen.“

Rüstungsausgaben schieben Wachstum an

Das stärkste Umsatzwachstum verzeichnete im dritten Quartal mit einem Plus von 27 % der Online-Händler Zalando aufgrund der Übernahme von About You. Dahinter liegen Airbus, Rheinmetall und MTU Aero Engines mit Wachstumsraten von jeweils etwa 13 % – alle drei Unternehmen sind zumindest teilweise in der Rüstungsbranche tätig. Insgesamt schaffte die Hälfte der Unternehmen ein Umsatzwachstum.

Den höchsten Quartalsgewinn erzielte die Deutsche Telekom mit 6,0 Milliarden Euro vor der Allianz mit 4,4 Milliarden Euro und Munich Re mit 3,0 Milliarden Euro.

Vorerst sei nicht mit einer Trendwende bei der Beschäftigung zu rechnen, glaubt Jan Brorhilker, Managing Partner des Geschäftsbereichs Assurance von EY in Deutschland: „Der Job-Abbau vor allem in der Industrie wird vorerst anhalten, der Umbauprozess ist noch nicht abgeschlossen.“ Dass die Konjunktur in Deutschland nicht anspringe, verschärfe die Probleme, ergänzt Ahlers: „Die deutsche Wirtschaft bleibt nach drei Jahren mit Null- oder Minus-Wachstum in Wartestellung, Investitionen werden verschoben, von Zuversicht ist bislang wenig zu sehen. Ebenso wenig von den erhofften Reformen der Bundesregierung. Für 2026 sind die Prognosen zwar optimistischer, aber angesichts der aktuellen geopolitischen Situation werden die DAX-Konzerne wohl auch im kommenden Jahr bei Umsatz und Gewinn keine allzu großen Sprünge machen.“

(EY vom 14.11.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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