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19.05.2026

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken

Die Weltkonjunktur schwächelt, die schwierige geopolitische und handelspolitische Lage sorgt für teils massive Belastungen und Einbußen bei den DAX-Unternehmen.

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©interstid/fotolia.com

Die DAX-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet: Der Gesamtumsatz der 40 Unternehmen schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 %. Der Gesamtgewinn stieg hingegen um 4,4 %, was vor allem auf die starke Entwicklung der Finanzbranche zurückzuführen ist, deren Gewinn sogar um 15,9 % stieg und einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal erreichte. Die Industrieunternehmen verzeichneten nur einen Anstieg um 0,5 % und den zweitniedrigsten Gewinn seit sechs Jahren.

Am besten liefen die Geschäfte der DAX-Konzerne in Europa, wo ein Umsatzplus von 2 % erzielt wurde. In Nordamerika sank der Umsatz hingegen um 5 %, in Asien sogar um 14 %. Bei der Beschäftigung zeigt der Trend schon seit dem vergangenen Jahr klar nach unten: Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte im ersten Quartal um 1 % – von 3,16 auf 3,13 Millionen. Damit wurden gegenüber dem Vorjahr etwa 31.000 Stellen abgebaut. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY auf Basis der Geschäfts- bzw. Quartalsberichte der derzeit im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen.

„Fehlstart ins neue Jahr“

„Insgesamt muss man von einem Fehlstart ins neue Jahr sprechen – allerdings ergibt sich bei genauerem Hinsehen ein heterogenes Bild“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY.  „Denn trotz Konjunkturflaute glänzt die Finanzbranche mit sehr guten Zahlen, sie profitiert vom anhaltend hohen Zinsniveau, günstigen Schadenverläufen bei den Versicherungen und der hohen Marktvolatilität. Damit konnten Erträge und Margen deutlich verbessert werden, während die Kosten durch Effizienzprogramme unter Kontrolle bleiben.“ Ganz anders sei die Situation bei vielen klassischen Industrieunternehmen, so Ahlers: „Die Weltkonjunktur schwächelt, die schwierige geopolitische und handelspolitische Lage sorgt für teils massive Belastungen und teils heftige Einbußen“, so Ahlers.

Hinzu komme ein tiefgreifender struktureller Wandel, dem sich gerade die Industrieunternehmen stellen müssten, ergänzt Jan Brorhilker, Managing Partner des Geschäftsbereichs Assurance von EY in Deutschland: „Wir haben es nicht nur mit einer Konjunkturkrise zu tun – selbst wenn die Konjunktur wieder anspringen sollte, bliebe der Druck auf die deutsche Industrie hoch. Denn das bisherige Geschäftsmodell des ehemaligen Exportweltmeisters Deutschland funktioniert nicht mehr: Vor allem China tritt in immer mehr Branchen als aggressiver Wettbewerber auf dem Weltmarkt auf und setzt die deutschen Industriekonzerne mit niedrigen Preisen unter Druck.“ Gleichzeitig sinke die Wettbewerbsfähigkeit einer Produktion in Deutschland, so Brorhilker: „Die Kosten in Deutschland sind zu hoch – und bei der Innovationskraft und -geschwindigkeit haben andere Länder längst aufgeholt.“

Zahl der Beschäftigten sinkt

„Die Reaktion der Industrieunternehmen auf die Kostenproblematik: Kosten senken, Strukturen vereinfachen, Hierarchien abbauen, Produktion in sogenannte Best-Cost-Länder verlagern“, beobachtet Brorhilker. Die Bemühungen der Unternehmen um mehr Schlagkraft und Agilität schlagen sich auch in sinkenden Beschäftigtenzahlen nieder: Insgesamt ist die Zahl der Mitarbeiter bei den DAX-Konzernen um 0,9 % gesunken. Allein die Automobilunternehmen verzeichnen aber im Jahresvergleich einen Beschäftigungsrückgang um 4 %. Und Brorhilker rechnet nicht mit einer baldigen Trendwende: „Die Autokrise ist noch nicht vorbei, in dieser Branche gibt es immer noch Restrukturierungsbedarf und wir werden einen weiteren Beschäftigungsrückgang sehen.“

Andererseits: Immerhin mehr als die Hälfte der DAX-Unternehmen, die Angaben zur Zahl der Beschäftigten machen, meldete eine steigende Mitarbeiterzahl: 14 Unternehmen steigerten die Beschäftigung im Jahresvergleich, 13 reduzierten die Zahl der Mitarbeiter.

Deutsche Telekom mit höchstem Quartalsgewinn

Die höchsten Gewinne meldeten im ersten Quartal die Deutsche Telekom (5,8 Milliarden Euro), die Allianz (4,5 Milliarden Euro) und Eon (3,9 Milliarden Euro). Das stärkste Gewinnwachstum erzielten Eon (plus 243 %), Siemens Energy (91 %) und Munich Re (52 %). 19 Unternehmen schafften im ersten Quartal ein Gewinnwachstum – 18 Unternehmen erwirtschafteten hingegen einen niedrigeren Gewinn, zwei Unternehmen meldeten einen Quartalsverlust. Beim Umsatz verzeichneten im ersten Quartal mehr DAX-Konzerne einen Rückgang (61 %) als einen Anstieg (39 %). Den höchsten Umsatz erwirtschaftete Volkswagen mit knapp 76 Milliarden Euro – dahinter lagen Allianz (53 Milliarden Euro), Mercedes-Benz (32 Milliarden Euro) und BMW (31 Milliarden Euro).

(EY vom 16.05.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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