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18.08.2025

DAX-Konzerne: Umsatzeinbrüche in USA und Asien

Die DAX-Unternehmen verzeichnen im zweiten Quartal 2025 einen Umsatzrückgang um knapp 2 %. Der Gewinn sinkt um 3,3 %. Schuld ist die Umsatzentwicklung in Asien und den USA.

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Kein Aufschwung für die DAX-Konzerne: Der Gesamtumsatz der DAX-Konzerne sank im zweiten Quartal um 8,2 Milliarden Euro bzw. 1,9 %. Besonders deutlich fielen die Einbußen bei den Autokonzernen aus, die zusammen ein Umsatzminus von 5,8 % verzeichneten. Insgesamt erwirtschafteten 20 Unternehmen einen höheren Umsatz als im Vorjahreszeitraum, bei 17 Unternehmen lagen die Umsätze unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn schrumpfte ebenfalls: um 3,3 % auf 46,9 Milliarden Euro. Immerhin 24 Unternehmen konnten ihren Gewinn steigern, 15 verzeichneten einen Gewinnrückgang.

Vor allem Nordamerika und Asien drücken die Umsatzentwicklung: Nachdem die DAX-Konzerne im ersten Quartal in Nordamerika noch ein Umsatzplus von 4 % erzielen konnten, wurde daraus im zweiten Quartal ein Umsatzminus von 6 %. Auch in Asien laufen die Geschäfte schlecht: Nach einem leichten Plus von 1 % im ersten Quartal sanken die Umsätze im zweiten Quartal um 7 %. In Europa hingegen entwickelten sich die Umsätze leicht positiv und stiegen um 1 %.

Beschäftigungstrend negativ

Bei der Beschäftigung zeigt der Trend weiter nach unten: Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte um 0,9 % auf 3,49 Millionen. Damit wurden bei den DAX-Konzernen im Vergleich zum Vorjahr etwa 30.000 Stellen abgebaut. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY auf Basis der Geschäfts- bzw. Quartalsberichte der derzeit im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen.

„Die sehr schwierige politische wirtschaftliche Großwetterlage fordert zunehmend ihren Tribut,“ sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. „Vor allem stark exportorientierte Industriekonzerne haben zu kämpfen und leiden unter Problemen auf den beiden wichtigen Auslandsmärkten USA und China.“ Auch Europa biete kaum Wachstumsdynamik, immerhin stiegen die Umsätze auf dem Heimatkontinent aber leicht, so Ahlers. „Die hohe Abhängigkeit deutscher Konzerne von den USA und China und vom Funktionieren eines regelbasierten internationalen Handelssystems erweist sich aktuell als Problem, nachdem der Standort Deutschland jahrzehntelang ein Globalisierungsgewinner war. Die Unternehmen müssen mit dieser neuen Realität umgehen.

Ahlers betont aber auch: „Immerhin konnte die Mehrheit der Unternehmen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und trotz Konjunkturflaute wachsen – einige Unternehmen sogar zweistellig“. Das stärkste Umsatzwachstum verzeichnete MTU Aero Engines mit einem Wachstum von 20 %, gefolgt von Siemens Energy (plus 11 %). Die höchsten Einbußen meldeten die drei Autohersteller BMW, Mercedes-Benz und Porsche (minus 8, 10 bzw. 11 %) sowie der Energiekonzern RWE (minus 20 %), bei dem der Umsatz allerdings nur eine eingeschränkte Aussagekraft hat.

Ausblick

Auch die kommenden Monate werden sehr herausfordernd, erwartet Jan Brorhilker, Managing Partner des Geschäftsbereichs Assurance von EY in Deutschland: „Die konjunkturellen und politischen Unsicherheiten bleiben groß. Mehr Klarheit herrscht inzwischen aber bei den US-Zöllen. Es ist zwar nicht das Horrorszenario von 30%-Zöllen eingetreten, aber auch die 15%-Zölle stellen eine massive Verschlechterung im Vergleich zur bisherigen Situation dar und werden bei vielen deutschen Konzernen das US-Geschäft erheblich belasten. Das wird zu Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe führen.“

Allerdings gebe es auch Unternehmen, die kaum oder gar nicht negativ betroffen sind, betont Brorhilker: „Industrieunternehmen mit Produktionsstätten in den USA oder Dienstleister, die nicht oder kaum auf grenzüberschreitenden Warenverkehr angewiesen sind, können deutlich besser mit der US-Zollpolitik leben als Unternehmen, die aus Deutschland in die USA exportieren. Es wird wohl in den kommenden Jahren verstärkt Investitionen deutscher Konzerne in den USA geben, was ganz im Sinne der US-Regierung sein dürfte.“ Brorhilker folgert daher: „Für den Industriestandort Deutschland wird die Lage dadurch noch ernster, die Probleme werden noch größer.“

(EY vom 14.08.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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