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27.04.2017

DAX-Konzerne weiter überwiegend in ausländischer Hand

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Ausländische Investoren dominieren den DAX. Zum Jahresende 2016 hielten sie durchschnittlich 54,0% der Aktien. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil damit nur geringfügig verringert (54,7%).

Ausländische Investoren dominieren den DAX.  Zum Jahresende 2016 hielten sie durchschnittlich 54,0% der Aktien. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil damit nur geringfügig verringert (54,7%).

Entsprechend profitieren sie in diesem Jahr in geringerem Maße von den steigenden Dividendenausschüttungen der deutschen Top-Konzerne: Die DAX-Unternehmen zahlen ihren Anteilseignern insgesamt 31,7 Milliarden Euro, das sind 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausschüttungen an ausländische Aktionäre steigen aber nur um 4,4 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro – 55 Prozent der Gesamtausschüttung fließen also an ausländische Investoren.

Deutsche Aktionäre hielten zum Jahresende 35,2 Prozent der Anteile (Vorjahr: 35,0 Prozent), geografisch nicht zuordnen ließen sich 10,8 Prozent der Aktien (Vorjahr: 10,3 Prozent). An deutsche Investoren werden in diesem Jahr 11,6 Milliarden Euro ausgeschüttet – das sind knapp 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Aktuell liegen bei den Unternehmen, die entsprechende Angaben machen, durchschnittlich 28,0 Prozent der Aktien bei Investoren aus dem europäischen Ausland – das sind 0,8 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr – und 19,5 Prozent bei nordamerikanischen Investoren (minus 0,1 Prozentpunkte).

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zur Aktionärsstruktur der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen.

„Das Interesse ausländischer Investoren an den deutschen Top-Konzernen ist weiter hoch, was auf ein anhaltend hohes Vertrauen in die künftige Geschäftsentwicklung der DAX-Unternehmen schließen lässt“, stellt Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei EY, fest. Obendrein mache der relativ niedrige Eurokurs deutsche Konzerne für außereuropäische Investoren zusätzlich interessant. „Das starke Engagement ausländischer Aktionäre beweist, dass die deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt sichtbar sind und eine hohe Wertschätzung genießen.“

Bei vier DAX-Unternehmen sind mehr als 70 Prozent der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand (Infineon, Deutsche Börse, Adidas und Bayer), insgesamt 18 Unternehmen sind zu mindestens 50 Prozent im Besitz ausländischer Aktionäre. Den geringsten Anteil ausländischer Aktionäre weisen die Lufthansa und Henkel auf, wo nur 30 bzw. 26 Prozent der Aktien ausländischen Anlegern gehören.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil ausländischer Investoren bei elf DAX-Konzernen, bei 14 Unternehmen ist er hingegen gesunken, bei drei Unternehmen gab es keine Veränderung – zu den übrigen Unternehmen liegen keine entsprechenden Informationen vor. Besonders stark zugelegt hat der Anteil ausländischer Anteilseigner bei Infineon (um zehn Prozentpunkte von 75 auf 85 Prozent), während Linde den stärksten Rückgang (um 17 Prozentpunkte) verzeichnete.

Mittelfristig stark gestiegenes Engagement ausländischer Investoren

Vor allem im Mehrjahresvergleich wird deutlich, wie stark das Interesse ausländischer Anleger an einem Engagement im DAX-Segment gestiegen ist: Bei den 22 Unternehmen, von denen vergleichbare Angaben für das Jahr 2005 vorliegen, stieg der Anteil ausländischer Anteilseigner von durchschnittlich 45 Prozent im Jahr 2005 auf 57 Prozent im Geschäftsjahr 2016. „Wir haben im vergangenen Jahrzehnt starke Veränderungen in der deutschen Unternehmenslandschaft gesehen, die geprägt waren von der weiteren Entflechtung der sogenannten „Deutschland AG“, aber auch von mehreren großen Abspaltungen und dem Entstehen neuer Global Player“, sagt Meyer. „Gleichzeitig stieg im Zuge der Globalisierung das Engagement deutscher Unternehmen im Ausland, so dass insgesamt die weltweite Sichtbarkeit der deutschen Top-Konzerne zunahm. Entsprechend stieg auch das Interesse an einem finanziellen Engagement.“

Europäische Investoren weiter vor US-Anlegern

Anleger aus dem europäischen Ausland sind traditionell besonders stark bei den DAX-Konzernen engagiert: Durchschnittlich 28 Prozent der Aktien der DAX-Unternehmen befinden sich im Besitz europäischer Anleger – 2010 lag ihr Anteil noch bei 25 Prozent. Aber auch das Interesse der Anleger aus den USA bzw. aus Nordamerika an den DAX-Unternehmen ist seit 2010 gestiegen: Sie halten aktuell durchschnittlich 20 Prozent der von den Konzernen ausgegebenen Aktien – 2010 waren es noch 18 Prozent.

Privatanleger bleiben in der Minderheit

Der Großteil der DAX-Aktien ist nach wie vor im Besitz institutioneller Anleger, dazu zählen etwa Pensions- und Investmentfonds, Versicherungen oder Kreditinstitute: Sie halten im Schnitt mehr als sechs von zehn Aktien (64 Prozent) und spielen bei der Deutschen Börse (94 Prozent), Infineon (90 Prozent) und Bayer (88 Prozent) eine besonders große Rolle. Private Investoren sind hingegen im Durchschnitt nur mit zwölf Prozent vertreten – die größte Bedeutung haben sie bei der Lufthansa (46 Prozent) und BASF (29 Prozent). Strategische Investoren wie Familien oder Unternehmen halten ebenfalls durchschnittlich zwölf Prozent der Aktien und sind vor allem bei Continental (46 Prozent), BMW (43 Prozent) und Henkel (36 Prozent) stark vertreten. Das Engagement des Bundes, der KfW-Bankengruppe sowie eigene Aktien spielen insgesamt hingegen kaum eine Rolle (drei Prozent).

Die DAX-Konzerne befinden sich mehrheitlich im Streubesitz: Acht von zehn Aktien (83 Prozent) der deutschen DAX-Unternehmen stehen dem freien Handel an der Börse zur Verfügung, lediglich 17 Prozent der Wertpapiere sind als Festbesitz Großanlegern zuzuordnen – im Vergleich zum Vorjahr hat sich keine nennenswerte Änderung ergeben. Sechs Unternehmen befanden sich Ende vergangenen Jahres vollständig im Streubesitz.

Unternehmen mit einem verhältnismäßig niedrigen Streubesitz sind Beiersdorf (39 Prozent) und die Automobilunternehmen Volkswagen (43 Prozent), Continental (54 Prozent) und BMW (57 Prozent).

(Pressemitteilung EY vom 25.04.2017)


Redaktion

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