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18.08.2026

DAX-Rekordzahlen verdecken strukturelle Schwächen

Die DAX-Konzerne erzielen im zweiten Quartal 2026 Rekordgewinne, doch das Wachstum konzentriert sich auf wenige Boombranchen.

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© fotogestoeber/fotolia.com

Die DAX-Konzerne haben im zweiten Quartal 2026 so viel verdient wie nie zuvor in einem zweiten Quartal. Laut einer Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY stieg der kumulierte operative Gewinn (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16% auf 52,6 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz legte um 4,6% auf rund 463 Milliarden Euro zu.

Hinter den Rekordwerten steckt jedoch kein breiter Aufschwung. Vor allem Rüstung, KI- und Rechenzentrumsinvestitionen, die Finanzbranche sowie Teile der Chemieindustrie sorgen für Wachstum. Rheinmetall steigerte seinen Umsatz um rund 69%, Airbus um 28%. Die Finanzbranche erzielte mit 13,5 Milliarden Euro ein Rekord-EBIT.

Autobauer bleiben unter Druck

Deutlich schwächer entwickelt sich die Autoindustrie. Die DAX-Autokonzerne verbuchten 1,2% weniger Umsatz und einen Gewinneinbruch von 12%. Bei BMW sank der Gewinn um 39%, bei Volkswagen und Daimler Truck jeweils um 9%. EY verweist auf schwache Absatzmärkte, Konkurrenz aus China, Überkapazitäten und hohe Kosten für den Umbau zur Elektromobilität.

Den höchsten Quartalsgewinn erzielte die Deutsche Telekom mit 6,9 Milliarden Euro vor Allianz mit 4,9 Milliarden Euro. Volkswagen blieb mit rund 82 Milliarden Euro der umsatzstärkste DAX-Konzern.

Beschäftigung sinkt weiter

Trotz steigender Gewinne nimmt die Beschäftigung ab. Zum 30.06.2026 arbeiteten rund 3,49 Millionen Menschen bei den untersuchten Konzernen – 41.000 oder 1,2% weniger als ein Jahr zuvor. Allein in der Autoindustrie sank die Beschäftigtenzahl um 5,2% beziehungsweise 40.000 Stellen.

EY warnt deshalb vor zu viel Euphorie. Viele Gewinnsprünge seien Sonderfaktoren zu verdanken, während hohe Standortkosten, geopolitische Risiken und umfangreiche Verwaltungsstrukturen bestehen blieben. Die Rekordzahlen verdecken damit eine weiterhin fragile Lage großer Teile der deutschen Industrie.

(EY vom 14.08.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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