01.06.2016

DAX weiterhin fest in internationaler Hand

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Corporate Finance

Ein großer Teil der Aktien im deutschen Aktienindex gehört Ausländern, zeigt eine Studie des Technologieanbieters Ipreo und des Deutschen Investor Relations Verbands (DIRK). Das erhöht das Risiko von Kursschwankungen. Wie Unternehmen betroffen sind, welche Investoren am mächtigsten sind. 

Auch in diesem Jahr haben der DIRK – Deutscher Investor Relations Verband und Ipreo, das global führende Investor Relations (IR) Beratungs- und Technologieunternehmen, in der gemeinsamen Marktstudie „Investoren der Deutschland AG 3.0“ die Strukturveränderungen der Investorenlandschaft des DAX analysiert. Das Hauptaugenmerk der Studie lag sowohl auf der Verteilung, als auch speziell auf den Veränderungen und Mittelflüssen des institutionellen Streubesitzes der DAX-Emittenten hinsichtlich Geografie, Investment-Stil sowie den meist genutzten Handelsplätzen. Hierbei wurden Investments auf Investorengruppenebene, von Staatsfonds sowie die Bedeutung von extra-finanziellen Kriterien näher untersucht.

Die Folgestudie kam zu folgenden Haupterkenntnissen:

  • Privatanleger investieren wieder in den DAX und halten im Durchschnitt 14%
  • Institutioneller Streubesitz verringert sich weiter um 6% – Deutsche Institutionelle erfahren den höchsten Zuwachs von fast 12 %. US-Anleger trotz leichten Rückgangs von 1% weiterhin stärkste Kraft im DAX
  • Passive Investments steigen weiter und machen über 26% des Streubesitzes im DAX aus
  • Blackrock-Gruppe erhöht Anteile am DAX und verwaltet fast 7% des Streubesitzes
    (Vorjahr: 6%), wovon circa 80% in passiven Fonds verwaltet wird
  • Norges Bank erhöht Anteil trotz Ölpreisschwäche und bleibt größter Einzelinvestor im DAX
  • London weiterhin das Top-Roadshowziel für DAX-Gesellschaften mit gestiegenem Anteil
  • Extra-finanzielle (ESG) Investmentkriterien spielen bei über 70% der Top 100 DAX-Investoren eine große Rolle
  • Offizielle Börsen liegen auf einem Niveau mit außerbörslichen und alternative Handelsplattformen

Kay Bommer, Geschäftsführer des DIRK, meint zu den Ergebnissen: „Die starke Internationalität und Attraktivität der DAX-Emittenten ist klar zu erkennen. Wir sehen aber auch die Bedeutung einiger Anlegergruppen und Trends, speziell den steigenden Anteil von passiv verwalteten Geldern oder alternativen Handelsplätzen, denen wir uns als Verband verstärkt widmen wollen.“

„Nach einem spannenden Jahr am Kapitalmarkt zeigen die Ergebnisse der Studie interessante Trends. Vor allem der wiedererstarkte Anteil der heimischen Anleger, sowie die Umschichtungen zu passiven Geldern sollte Emittenten und Anleger einerseits freuen, andererseits zu denken geben. Die Resultate bestätigen das Interesse an Deutschland, Dividendenausschüttungen, einer stabilen Währung und politischem Umfeld. Gleichzeitig nimmt der Einfluss der aktiven Unternehmenskommunikation durch Vorstand und IR mehrheitlich ab, bei gleichzeitigem erhöhten Engagement seitens der institutionellen Investoren zu ESG-Themen“, kommentiert Andreas Posavac, Managing Director bei Ipreo.

„Emittenten sollten sich auf diese Entwicklungen einstellen und proaktiver im Umgang mit alternativen Kommunikationswegen werden. Auf das Ansprechen von ‚IR-immunen‘ Investoren sowie die sich ändernde Corporate Access-Thematik und die steigende Bedeutung der Kommunikation von extra-finanziellen Kriterien sollten sich Emittenten vorbereiten“, so Posavac weiter.

Nordamerikanische Fonds dominieren weiterhin im DAX

Die Studienergebnisse zeigen, dass heimische Anleger seit längerer Zeit wieder einmal zu den Zukäufern zählten und ihren Anteil in 2015 erhöht haben. Nordamerikanische Fonds dominieren weiterhin im DAX, zeigen aber einen leichten Rückgang auf. Passiv ausgerichtete Investorengruppen wie Vanguard bauen ihren Anteil am DAX weiter aus. Top-Destination für Roadshows bleibt immer noch London. Mit einem Blick auf die Aufteilung der verwendeten Investmentansätze fällt auf, dass langfristig orientierte Value-Anleger im DAX besonders ausgeprägt sind, und ihr Anteil um über 5 % ansteigt.

BlackRock-Gruppe dominiert

Der bekannte norwegische Staatsfond bleibt größter Einzelinvestor im DAX und steigert sein Engagement trotz der Ölpreisschwäche im Jahresvergleich um circa 5 %. Auf Gruppenebene dominieren die Fondsgesellschaften von Blackrock, die ihren Gesamtanteil um mehr als 15 % steigern kann, wobei die ETF-Fonds der Gruppe über 90 % des Zuwachses ausmachen. Ungeachtet der Orientierung der Fondsgesellschaften werden extra-finanzielle Kriterien bei der Investmententscheidung immer wichtiger.

„Die Größe des Gesamtinvestments der BlackRock-Gruppe ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass der Investor an jedem DAX-Unternehmen durchschnittlich mehr als 5 % des Aktienkapitals kontrolliert. Über 80 % davon stellen passive Mandate dar“, erläutert Frederik Frank, Manager bei Ipreo in Frankfurt, die Studienergebnisse. „Die Studie unterstreicht die Bedeutung von passiven Geldern im deutschen Leitindex, vor allem bezogen auf die angesprochene aktive Kommunikation mit diesen Investoren“, so Frank weiter.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung DIRK vom 24.05.2016)


Redaktion

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