• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Demografischer Wandel setzt Mittelstand unter Druck

12.03.2025

Demografischer Wandel setzt Mittelstand unter Druck

Knapp 60 % der mittelständischen Unternehmen rechnen zukünftig mit Problemen bei der Stellenbesetzung, zeigt eine aktuelle Untersuchung der KfW.

Beitrag mit Bild

©Alexander Limbach/fotolia.com

Die demografische Entwicklung in Deutschland stellt mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen: 58 % aller kleinen und mittleren Unternehmen rechnen damit, dass sie in den kommenden fünf Jahren Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen haben werden. Rund 40 % dieser Unternehmen wiederum halten es für sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich, dass sie wegen des Arbeitskräftemangels perspektivisch weniger Aufträge annehmen. Gut ein Drittel der betroffenen Unternehmen geht außerdem davon aus, zukünftig die Produktion, Öffnungszeiten oder Erreichbarkeit zu reduzieren.

Das sind Ergebnisse einer Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel von September 2024. Für das Panel befragt KfW Research jedes Jahr Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen.

33 % sehen aufgrund fehlenden Personals die Existenz bedroht

Im Durchschnitt rechnen die befragten Unternehmen mit einem Rückgang der Personenzahl im erwerbsfähigen Alter in den kommenden zehn Jahren um 8,2 %. Dabei sind die Erwartungen von Unternehmen in Ostdeutschland mit minus 13,1 % und in ländlichen Regionen mit minus 9,0 % deutlich pessimistischer als die von Unternehmen in Westdeutschland mit minus 7,1 % oder in städtisch geprägten Gebieten mit minus 7,6 %.

33 % der Mittelständler sehen wegen des Arbeitskräftemangels mittel- bis langfristig sogar ihre Existenz in Gefahr. Besonders kleine Unternehmen äußern diese Sorge.

Lösung: Arbeitgeberattraktivität steigern

Um dem zunehmenden Arbeitskräftemangel entgegenzutreten, wollen fast acht von zehn Unternehmen, die in den kommenden fünf Jahren mit Stellenbesetzungsproblemen rechnen, ihre Arbeitgeberattraktivität steigern. An erster Stelle setzen sie dabei auf monetäre Anreize: 67 % geben an, die Löhne sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich zu erhöhen. Die Mehrheit der betroffenen Mittelständler plant außerdem, die Arbeitszeit oder die Arbeitsorte zu flexibilisieren (59 %) oder verstärkt Weiterbildungsangebote anzubieten (53 %). Auch die Steigerung der eigenen Bekanntheit wollen 45 % der Unternehmen angehen.

Dagegen planen mit 22 % nur wenige Mittelständler, Kinderbetreuungsangebote auszubauen. Dabei ist eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein wichtiges betriebliches Attraktivitätsmerkmal. Die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte erwägen 25 % der Mittelständler.

Stärkung der Ausbildungsangebote gefordert

„Angesichts des umfassenden demografischen Wandels werden die Anstrengungen der Unternehmen allein nicht ausreichen, um die drohenden Engpässe auf dem Arbeitsmarkt zu beheben. Es ist unerlässlich, dass auch die Bildungs- und Wirtschaftspolitik einen Beitrag dazu leistet, den Arbeits- und Fachkräftemangel zu lindern“, sagt Dr. Elisabeth Grewenig, Ökonomin bei KfW Research. „Ein zentraler Ansatzpunkt für die Politik liegt beispielsweise in der Stärkung der Ausbildungsangebote. Denn zu viele junge Menschen haben zurzeit keinen Berufsabschluss. Daneben ist auch der Ausbau der betrieblichen Weiterbildung entscheidend, damit die Kompetenzen der arbeitenden Bevölkerung mit den Veränderungen am Arbeitsmarkt Schritt halten können.“

(KfW/KfW Research vom 11.03.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

© alexlmx/fotolia.com

27.04.2026

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity

Der europäische Private-Equity (PE)-Markt war im Jahr 2025 gespalten: Die Anzahl der Transaktionen sank um 8 % auf insgesamt 3.881 Deals, während das Gesamtvolumen um 28 % auf 457,6 Milliarden Euro stieg. Vor allem Megadeals – Transaktionen jenseits der Eine-Milliarde-Euro-Schwelle – trieben den Markt. Demgegenüber fanden kleinere und mittlere Deals seltener statt. Dieser K-förmige Markt – oben

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity
Meldung

© Coloures-Pic/fotolia.com

27.04.2026

KfW-Studie: Digitale Unternehmen sind produktiver

Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto produktiver ist es. Das zeigt eine gemeinsame Studie des ZEW Mannheim und von KfW Research. Die Studie basiert auf Daten des KfW-Mittelstandspanels. Der Zusammenhang ist besonders stark bei Unternehmen, die bereits weit digitalisiert sind. Digitalisierung steigert die Produktivität Steigt der digitale Kapitalstock eines Unternehmens um 10 %, ist dies

KfW-Studie: Digitale Unternehmen sind produktiver
Meldung

© fotogestoeber/fotolia.com

23.04.2026

In Deutschland wird wieder mehr gegründet

Die Gründungslandschaft in Deutschland kommt wieder in Bewegung: Sowohl im gewerblichen Bereich als auch in den Freien Berufen sowie in der Land- und Forstwirtschaft wurden 2025 mehr selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen als in den Vorjahren. Insgesamt wagten rund 395.000 Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die aktuellen Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

In Deutschland wird wieder mehr gegründet
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)