• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Der Finanzbereich verändert sich durch Digitalisierung

21.04.2017

Der Finanzbereich verändert sich durch Digitalisierung

Beitrag mit Bild

Dass Digitalisierung auch für die Finanzabteilungen immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist den meisten Führungskräften bewusst. Die Wenigsten aber glauben, dass in ihrem Unternehmen die für den digitalen Wandel nötigen Strategien, Kompetenzen und Fähigkeiten vorhanden sind.

Dass Digitalisierung auch für die Finanzabteilungen immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist den meisten Führungskräften bewusst. Die Wenigsten aber glauben, dass in ihrem Unternehmen die für den digitalen Wandel nötigen Strategien, Kompetenzen und Fähigkeiten vorhanden sind.

Das ist eines der Ergebnisse der jährlich erstellten Hackett Finance-Studie, in der die Führungskräfte von über 180 Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde US-Dollar befragt wurden; davon sind rund ein Drittel europäische Unternehmen.

Mehr noch: Über 90 Prozent der Unternehmen erwarten weitreichende Veränderungen der Dienstleistungen, die der Finanzbereich dem eigenen Unternehmen zur Verfügung stellt, sowie einen Wandel im Verhältnis zu den externen Kunden, Zulieferern und Partnern. Zudem, so belegt die Studie, dass Cloud-basierte Anwendungen,  hochentwickelte Analyseverfahren, Robotics, mobile Computing und BIG DATA – kurz: alles was unter „Digitalisierung“ subsummiert wird – exponenziell wachsen werden.

Aber nur 44 Prozent der befragten Führungskräfte glauben, dass in ihrem Unternehmen für diese immensen Veränderungen auch die dafür nötigen strategischen Weichenstellungen existieren, nur etwa 35 Prozent sind sicher, dass entsprechende Kompetenzen zur Verfügung stehen und sogar nur 15 Prozent werden im laufenden Geschäftsjahr ihre Arbeitsplatzprofile und Kompetenzmodelle auf die Tauglichkeit für den digitalen Wandel hin überprüfen und gegebenenfalls verändern.

Talentmanagement wird zum Erfolgsfaktor

Die Hackett Studie warnt auch davor, dass Lücken und Mängel im Talentmanagement während der digitalen Transformation die Unternehmensstrategie, die Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg insgesamt gefährden können.

Dazu kommt noch, so stellt die Studie fest, dass 2017 zwar der Umsatz der Großunternehmen im Schnitt um 4,1 Prozent wachsen wird, dass aber gleichzeitig das Personal um 4,4 Prozent und die Budgets um 3,8 Prozent verringert werden wird. So werden die Finanzabteilungen gezwungen sein, die nötigen Veränderungen – Optimierung der Kundenbeziehung, der Agilität, generell der Dienstleistungen für das Unternehmen und schließlich den digitalen Wandel – weitgehend aus eigener Kraft zu stemmen, wobei gerade die Digitalisierung dazu beitragen wird, diese wesentlichen Veränderungen stark zu unterstützen, weitaus stärker, als es bislang traditionelle ERP-Systeme und –Prozesse vermochten.

Adaptionsniveau digitaler Technologie noch (zu) gering

Die Hackett-Studie deckt vier besonders risikobehaftete Bereiche auf: Cyber-Sicherheit, intensivierter Wettbewerb, umwälzende Innovationen und mangelnde Talente werden während der nächsten Jahre beim digitalen Wandel als mögliche Gefahrenquellen immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Derzeit, so die Untersuchung weiter, ist das Adaptionsniveau der digitalen Technologie noch relativ gering im Finanz-Bereich. Über den Zeitraum der nächsten zwei bis drei Jahre aber wird dieses stark anwachsen. Cloud-basierte Anwendungen werden sich um den Faktor 2,5 steigern und damit ein Niveau von rund 40 Prozent erzielen. Hochentwickelte Analytik wird um den Faktor 4 zunehmen; auch für Robotics und mobile computing prognostiziert die Finanzbereichs-Studie erhebliche Zuwachsraten.

Jörg Liphard, bei Hackett in DACH Experte für den Finanzbereich: „Die Kluft zwischen der Erkenntnis, dass der digitale Wandel unausweichlich kommen wird und dem Mangel an dafür nötige Ressourcen, Kompetenzen und Fähigkeiten, ist nicht allein auf „Finance“ beschränkt – sie existiert genauso bei Beschaffung, HR und IT. Dennoch ist es bestürzend, zuzuschauen, wie Führungskräfte im Finanzbereich den digitalen Wandel oft unbedarft angehen, ohne eine schlüssige Strategie entwickelt zu haben oder die entsprechend qualifizierten Mitarbeiter zu haben. Das muss schief gehen.“

Experte Liphard fügt hinzu: „Die Verantwortlichen müssen sich gründlich mit dem digitalen Wandel vertraut machen. Dann müssen sie sich klar darüber werden, was davon sie priorisieren wollen und parallel dazu müssen sie die notwendige Personal- und Kompetenz-Basis schaffen. Nur so kann der digitale Wandel auf in Finanzbereich erfolgreich gelingen.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung The Hacket Group vom 18.04.2017)

Testen Sie das neue Magazin REthinking Finance: www.fachmedien.de/rethinking-finance-abo


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©zapp2photo/fotolia.com

05.11.2026

Exportfinanzierung im geopolitischen Stresstest

Geopolitische Spannungen, Sanktionen und verschärfte Exportkontrollen erschweren zunehmend die Finanzierung internationaler Geschäfte. Neben der wirtschaftlichen Tragfähigkeit entscheiden heute auch regulatorische Anforderungen und geopolitische Risiken darüber, ob Exportgeschäfte finanzierbar bleiben. MMag. Marta Zuliamis, Counsel bei Baker McKenzie, und Dr. Oliver Socher, Partner bei Baker McKenzie, erläutern, welche Finanzierungsstrukturen unter diesen Bedingungen an Bedeutung gewinnen, welche Rolle

Exportfinanzierung im geopolitischen Stresstest
Meldung

©pitinan/123rf.com

04.11.2026

CFO-Studie: Zwischen großen Zielen und knappen Ressourcen

Laut einer aktuellen CFO-Studie des Beratungsunternehmens RGP erwarten 89% der CFOs eine positive Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Allerdings geben 49% an, dass ihre Transformationsvorhaben die verfügbaren Umsetzungskapazitäten übersteigen. Nur 31% berichten, dass mindestens drei Viertel ihrer großen strategischen Initiativen in den vergangenen drei Jahren die angestrebten Ergebnisse fristgerecht erreicht haben. Hohe Verantwortung, wenig

CFO-Studie: Zwischen großen Zielen und knappen Ressourcen
Meldung

©putilov_denis/fotolia.com

03.11.2026

Deutschlands Rechenzentren vor gewaltigem Wachstum

Künstliche Intelligenz (KI) verändert den deutschen Rechenzentrumsmarkt grundlegend. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie werden 2035 bereits 55 % der Kapazitäten für KI und Hochleistungsrechnen (HPC) benötigt. 2026 liegt der Anteil noch bei 20 %. Die gesamte IT-Anschlussleistung soll von 3.300 Megawatt auf rund 9.700 Megawatt steigen. Damit bleibt Deutschland Europas größter Rechenzentrumsstandort. International wächst jedoch der

Deutschlands Rechenzentren vor gewaltigem Wachstum
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)