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01.04.2025

Deutlich mehr M&As in der deutschen Tech-Branche

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 387 Technologie-M&A-Deals abgeschlossen – das waren 43 % mehr als im Jahr 2020.

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© Tim/Fotolia.com

Die Zahl der Übernahme-Deals bei deutschen Tech-Unternehmen stabilisiert sich nach dem Ausreißerjahr 2021 auf relativ hohem Niveau: 2024 gab es 387 M&A-Deals im deutschen Technologie-Sektor – 6 % weniger als im Jahr zuvor, als es noch 410 Übernahmen waren. Zum Vergleich: Den Höhepunkt erreichten die M&A-Aktivitäten im heimischen Tech-Sektor 2021, als 502 Übernahme-Deals abgeschlossen wurden. Allerdings liegen die Werte der vergangenen vier Jahre deutlich über den Vor-Corona-Jahren 2019 und 2020, in denen nur 246 bzw. 270 Deals abgeschlossen worden waren. In Summe betrug der gesamte offengelegte Transaktionswert im deutschen Technologiesektor im vergangenen Jahr 13,4 Milliarden Euro – ein Minus von 6 % gegenüber dem Jahr 2023, als 14,3 Milliarden Euro in Tech-M&A-Deals investiert wurden.

Mit Blick auf die Anzahl der Deals bestimmen strategische Investoren weiterhin den Übernahmemarkt: Fast acht von zehn Deals (79 %) wurden von ihnen abgeschlossen. Der Anteil von Private Equity Investoren lag bei 21 %. Diese stecken aber hinter den voluminösen „Big Ticket Deals“. Im Jahr 2024 war Private Equity an vier der größten fünf Deals mit offengelegtem Transaktionswert beteiligt. Besonders im Fokus der Investoren stehen Software-Unternehmen. Dieser Bereich des Tech-Sektors machte 2024 59 % der Übernahmen aus. Ein besonderer Schwerpunkt der Geldgeber lag und liegt hierbei auf Künstlicher Intelligenz (KI) – aber auch Unternehmen, die Content-Workflow- und Content-Management-Systeme sowie Softwarelösungen für die Bereiche FinTech und HealthTech anbieten, stehen bei den Investoren hoch im Kurs.

Das sind Ergebnisse der aktuellen EY-Analyse „German Tech M&A Market Study 2024“. Dr. Thomas Prüver, Partner bei EY, kommentiert: „Tech-Unternehmen – und vor allem Startups aus diesem Sektor – haben sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Säule in der deutschen Industrie entwickelt. Vor allem in puncto Disruption und Innovation stechen sie hervor und fallen auch Investoren auf.“ Der Höhepunkt dieser Entwicklung sei 2021 zu beobachten gewesen, so Prüver. Allerdings folgte auf diesen Peak während der Pandemie eine ökonomische und geopolitische Herausforderung nach der anderen: „Der Krisenmodus wurde zum Normalzustand für die Unternehmen. Allerdings scheint die Talsohle, was Finanzierungen angeht, überwunden und auch bei den Transaktionsaktivitäten in Deutschland mehren sich die Zeichen, dass diese wieder zunehmen werden.“

Investoren-Fokus auf Software- und IT-Unternehmen

Investoren aus Deutschland bleiben dabei Schlüsselakteure im deutschen Tech-M&A-Markt und machten 2024 45 % aller Tech-Deals aus – allerdings ging ihr Anteil um 11 Prozentpunkte zurück (56 % im Jahr 2023). Hinter den heimischen Geldgebern folgen US-Investoren, deren Interesse an deutschen Tech-Zielen gestiegen ist – ihr Anteil bei den Übernahmen lag bei 16 %. Der Fokus liegt dabei auf dem Software- und dem IT-Dienstleistungs-Sektor. Zwischen 2022 und 2024 waren deutsche Investoren am aktivsten bei Softwaredeals im heimischen M&A-Markt und beteiligten sich an 315 von 711 in diesem Zeitraum abgeschlossenen Transaktionen. Heimische Investoren zeigten auch großes Interesse am IT-Dienstleistungssegment: Fast sechs von zehn Übernahmen (59 %) gehen auf das Konto deutscher Käufer. Insgesamt schlossen Investoren aus Deutschland zwischen 2022 und 2024 493 Tech-Transaktionen ab.

Technologiebranche mit kräftigem Umsatzwachstum

Während die Zahl der M&A-Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr sank, entwickelte sich das Marktvolumen bei Software- und IT-Firmen nur in eine Richtung: nach oben. IT erreichte ein Marktvolumen in Deutschland von 53,3 Milliarden Euro, der Softwaresektor 50,7 Milliarden Euro. Für beide Bereiche zusammen wird für das Jahr 2025 ein Marktvorlumen von 104 Milliarden Euro prognostiziert, was gegenüber 2024 einem Wachstum um 7,4 % entspricht. Im Vergleich zum Jahr 2020 würde das für den IT-Bereich ein Plus von 31 % bedeuten, für den Softwaresektor sogar ein Plus von 86 %. Der Software-Sektor konnte in den vergangenen Jahren dank seines rasanten Wachstums annähernd zur IT aufschließen, so Prüver: „Die jährliche Wachstumsrate des Softwaresegments war in den vergangenen Jahren deutlich höher als die der IT-Dienstleistungen. Dies weist auf ein starkes Marktmomentum hin, welches auch durch die immer größere Rolle von Künstlicher Intelligenz getrieben wird. Allerdings wuchs auch das deutsche IT-Dienstleistungssegment deutlich, getrieben vor allem durch die steigende Nachfrage nach Cloud-Computing-Lösungen und den zunehmenden Bedarf an maßgeschneiderten Cybersicherheitsmaßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen.“

Die starke Umsatzentwicklung der deutschen Technologiebranche wird laut Prüver dazu beitragen, dass es in den kommenden Jahren auch mehr Fusionen und Übernahmen in diesem Bereich geben wird: „Die Technologiebranche ist eine der wenigen dynamisch wachsenden Branchen in Deutschland. Und sie ist teilweise immer noch sehr fragmentiert und muss sich gleichzeitig ständig weiterentwickeln. Bei den Themen Digitalisierung und Integration digitaler Technologien liegt Deutschland zwar auf EU-Durchschnittsniveau, allerdings gibt es noch großes Wachstumspotenzial – insbesondere im Bereich der Integration von Cloud-Anwendungen und Data Analytics bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Auch vor diesem Hintergrund werden Unternehmenstransaktionen zukünftig eine noch größere Rolle spielen.“

(EY vom 01.04.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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