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21.12.2016

Deutlich weniger Börsengänge und neue Mittelstandsanleihen 2016

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Das Jahr 2016 war ein herber Rückschlag für Börsengänge und Emissionen von Mittelstandsanleihen in Deutschland. Die Anzahl der Börsengänge fiel im Vergleich zum Vorjahr von 15 auf 5 - das niedrigste Niveau seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008/09. Gleichzeitig sank die Anzahl der Emissionen von Mittelstandsanleihen von 21 auf 14.

Das Jahr 2016 war ein herber Rückschlag für Börsengänge und Emissionen von Mittelstandsanleihen in Deutschland. Das ist das Ergebnis der jährlich durchgeführten IPO-Studie der Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult. Demnach fiel die Anzahl der Börsengänge im Vergleich zum Vorjahr von 15 auf 5 – das niedrigste Niveau seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008/09. Gleichzeitig sank die Anzahl der Emissionen von Mittelstandsanleihen von 21 auf 14 und damit auf den tiefsten Stand seit der Einführung des ersten Handelssegments für Mittelstandsanleihen, BondM, im Jahr 2010.

„Die Ergebnisse der Studie spiegeln die große Unsicherheit an den Kapitalmärkten und bei den Unternehmen wider“, sagt Klaus Rainer Kirchhoff, Vorstandsvorsitzender von Kirchhoff Consult. „Viele IPO-Kandidaten zögern mit dem Gang aufs Parkett, obwohl die Unternehmensbewertungen und Aktienindices auf einem guten Niveau sind. Allerdings war 2016 ein außerordentlich turbulentes Jahr mit ungewöhnlich vielen negativen Einflussfaktoren.“

Innogy und Prokon als Bilanzretter

Das Emissionsvolumen der Börsengänge in Deutschland schrumpfte 2016 entsprechend der niedrigeren Anzahl an Neuemissionen um 28 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Dabei sank auch die Anzahl der „Schwergewichte“ von drei auf eins. So brachte in diesem Jahr allein die Innogy SE ein Emissionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro auf die Waage. Mit 4,6 Milliarden Euro schaffte die RWE-Tochter sogar den zweitgrößten IPO weltweit und erreichte in Deutschland einen Anteil von rund 90 Prozent am Emissionsvolumen aller Börsengänge. Die übrigen Unternehmen sammelten lediglich rund 500 Millionen Euro ein. Insofern rettete die Innogy SE mit ihrem Börsengang die Bilanz der IPO-Saison.

Auch die Kursentwicklung der einzelnen Werte sorgte für Enttäuschung. Ende 2016 lagen vier der fünf neuen Aktien im Minus. Einzige Ausnahme bildete die BRAIN AG mit einem deutlichen Kursplus von rund 70 Prozent. Im Median verloren die Papiere der fünf Emittenten seit ihrer Emission 14,5 Prozent.

Ähnlich wie bei den Börsengängen rettete auch bei den Mittelstandsanleihen ein einzelner Emittent die Bilanz. Hier war es die Prokon Regenerative Energien eG, die mit einer 410 Millionen Euro schweren Anleihe rund 48 Prozent des gesamten Platzierungsvolumens einnahm. Dies trug wesentlich dazu bei, dass das Platzierungsvolumen aller emittierten Mittelstandsanleihen trotz der rückläufigen Anzahl der Emissionen um 15 Prozent auf 849 Millionen Euro zulegte. Somit verbuchte der Markt für Mittelstandsanleihen in dieser Disziplin im Gegensatz zum IPO-Markt einen Zuwachs.

Insgesamt wurden 82 Prozent des Zielvolumens aller emittierten Mittelstandsanleihen erreicht. Im Vorjahr waren es noch 90 Prozent. Zudem wurde nur die Hälfte der emittierten Mittelstandsanleihen vollständig platziert. 2015 lag der Anteil noch bei 71 Prozent. Der Kupon der Anleihen sank von durchschnittlich 6,4 auf 5,6 Prozent.

Positiver Ausblick für das IPO-Jahr 2017

Für 2017 erwartet Kirchhoff Consult rund 15 Börsengänge in Deutschland. „Wir sind zuversichtlich, dass sich der IPO-Markt im nächsten Jahr deutlich erholen und eventuell sogar an das starke Jahr 2015 anknüpfen wird“, sagt Klaus Rainer Kirchhoff. Auf dem Markt für Mittelstandsanleihen rechnet er mit 15 Emissionen und einer Stabilisierung.

Die vollständige IPO-Studie der Kirchhoff Consult AG finden Sie hier.

(Pressemitteilung Kirchhoff Consult vom 19.12.2016)


Redaktion

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