• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Deutsche Investoren sehen weniger Liquiditätsrisiken als ihre europäischen Kollegen

26.10.2017

Deutsche Investoren sehen weniger Liquiditätsrisiken als ihre europäischen Kollegen

Beitrag mit Bild

Deutsche Großanleger sind bei der Kapitalanlage deutlich sicherheitsorientierter als andere europäische Investoren. Allerdings spielen Liquiditäts- und Reputationsrisiken für sie eine geringere Rolle.

Deutsche Großanleger sind bei der Kapitalanlage deutlich sicherheitsorientierter als andere europäische Investoren. Allerdings spielen Liquiditäts- und Reputationsrisiken für sie eine geringere Rolle. Zu diesem Ergebnis gelangt eine von Union Investment beauftragte Befragung von 205 institutionellen Investoren in Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern.

Für 72 Prozent der deutschen Investoren ist Sicherheit der wichtigste Aspekt der Kapitalanlage. Anders sehen dies die in der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien und den skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden und Finnland befragten Investoren. Im Durchschnitt räumt nur jeder Dritte von ihnen (32 Prozent) dem Sicherheitsaspekt einen besonders hohen Stellwert ein. Am geringsten ist das Sicherheitsbedürfnis der Investoren in den skandinavischen Ländern. Hier wiesen lediglich 23 Prozent der Befragten auf die hohe Bedeutung der Sicherheit hin.

Auch mit Blick auf einen weiteren Bestandteil des Investmentdreiecks von Sicherheit, Liquidität und Rendite weichen die Einstellungen deutscher Investoren von denen ihrer europäischen Kollegen deutlich ab. Während im Durchschnitt 21 Prozent der außerhalb von Deutschland befragten Großanleger die Liquidität ihrer Investments für besonders wichtig halten, tun dies hierzulande lediglich sieben Prozent. Ähnlich geringe Werte finden sich mit durchschnittlich 15 Prozent nur noch in den skandinavischen Ländern. „Das Ergebnis für Deutschland spiegelt Veränderungen in der Portfoliostruktur hiesiger Investoren wider“, sagt Alexander Schindler, Vorstand von Union Investment mit Zuständigkeit für das institutionelle Kundengeschäft. „Im Niedrigzinsumfeld müssen Investoren die Risikoleiter hinaufsteigen und auch in Assetklassen investieren, die weniger liquide sind.“ Dabei sollten Anleger das Liquiditätsrisiko nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern bei der Ausrichtung des Gesamtportfolios von Anfang an miteinbeziehen. „Wenn in krisenhaften Marktphasen viele Investoren den gleichen Ausgang benutzen wollen, kann es unter Liquiditätsaspekten eng werden“, so Schindler.

Reputationsrisiken außerhalb Deutschlands stärker beachtet

Wie der Dieselskandal zeigt, können solche Vorfälle bei Unternehmen ein erhebliches Kursrisiko und damit eine Gefahr für Investoren darstellen. Grundsätzlich teilt die Mehrheit der Investoren in Deutschland und Europa diese Einschätzung. Bei den übrigen in Europa befragten Großanlegern ist die Sensibilität für Reputationsrisiken allerdings deutlich stärker ausgeprägt als in Deutschland. Insgesamt halten durchschnittlich 68 Prozent von ihnen die Berücksichtigung entsprechender Kriterien bei der Kapitalanlage für wichtig bis sehr wichtig. Hierzulande liegt dieser Anteil lediglich bei 56 Prozent. Vor allem in den skandinavischen Ländern wird die Relevanz von Reputationsrisiken für die Kapitalanlage als hoch eingeschätzt. Dort äußerten sich 77 Prozent der Befragten in diesem Sinne. In der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien liegen die Werte mit jeweils 64 Prozent gleichauf.

Deutliche Unterschiede finden sich auch bei der Bewertung von Umweltrisiken. Während diese in Deutschland nur für 27 Prozent der Investoren eine wichtige bis sehr wichtige Rolle spielen, liegt der entsprechende Anteil bei den anderen in Europa befragten Großanlegern mit im Durchschnitt 38 Prozent deutlich höher. Spitzenreiter sind die skandinavischen Länder mit einer Quote von 50 Prozent, gefolgt von den Niederlanden mit 48 Prozent und der Schweiz mit 32 Prozent. Der geringste Zustimmungswert findet sich mit 21 Prozent bei Investoren aus Großbritannien. Für Schindler ist die nur mäßige Berücksichtigung von Umweltkriterien unverständlich. „Über die Klimaschutzdebatte finden Umweltrisiken verstärkt Eingang in die Kapitalanlage“, erläutert das Vorstandsmitglied von Union Investment. „Umwelt- und Klimasünder können auch das eigene Geschäftsmodell beschädigen. Vor diesem Hintergrund stellen sie einen erheblichen Risikofaktor für die Kapitalanlage dar, den jeder Investor auf dem Schirm haben sollte.“

(Pressemitteilung Union Investment vom 23.10.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

irrmago/123rf.com

22.10.2026

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro

Der deutschen Wirtschaft sind seit 2020 Investitionen in Milliardenhöhe entgangen. Die Summe entspricht rund 9 % Prozent aller Bruttoanlageinvestitionen der vergangenen sechseinhalb Jahre. Für die Berechnungen hat das IW die tatsächlichen Bruttoanlageinvestitionen vom ersten Quartal 2020 bis zum zweiten Quartal 2026 mit einem Verlauf ohne Pandemie, geopolitischen Krisen und Strukturproblemen in Deutschland verglichen. Investitionen kommen fast

Investitionsausfälle wachsen auf 420 Milliarden Euro
Meldung

pitinan/123.rf.com

21.10.2026

Deutschland bleibt bei KI hinter der Weltspitze

Der internationale Wettbewerb um künstliche Intelligenz gewinnt weiter an Dynamik: Laut einer neuen Untersuchung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) haben sich seit 2024 acht Volkswirtschaften bei den Voraussetzungen für den KI-Einsatz so deutlich verbessert, dass sie in eine höhere Bewertungsgruppe aufgestiegen sind. Besonders Japan und Südkorea haben aufgeholt und gehören nun gemeinsam mit den

Deutschland bleibt bei KI hinter der Weltspitze
Meldung

©scandinavianstock/123rf.com

20.10.2026

KPMG CEO Outlook 2026: Die Zuversicht kehrt zurück

Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich zuletzt aufgehellt und auch in den deutschen Chefetagen kehrt vorsichtiger Optimismus zurück: 86 % der deutschen CEOs erwarten Wachstum für ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren. Das sind 14 %punkte mehr als im Vorjahr und der erste Anstieg seit mehreren Jahren (2025: 72 %; 2024: 77 %; 2023: 80 %). Im selben Zeitraum

KPMG CEO Outlook 2026: Die Zuversicht kehrt zurück
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)