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07.09.2026

Deutsche Mittelständler richten Auslandsgeschäft neu aus

Deutschlands Mittelstand steht international unter Druck und sucht mit neuen Märkten und Produktionsstandorten nach Auswegen.

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©zapp2photo/fotolia.com

Geopolitische Krisen und Konflikte, handelspolitische Unsicherheiten und der wachsende Konkurrenzdruck aus China belasten den deutschen Außenhandel nachhaltig. Insgesamt 30 % der deutschen Mittelständler mit Auslandsgeschäft gehen daher davon aus, dass ihre grenzüberschreitenden Umsätze in den kommenden drei Jahren sinken werden. Davon rechnen 6 % sogar mit einem starken Rückgang. Ein Wachstum ihrer Auslandsumsätze sehen knapp ein Viertel aller auslandsaktiven Mittelständler, 47 % erwarten keine Veränderungen.

Das sind Ergebnisse einer neuen Studie von KfW Research zum Auslandsgeschäft des deutschen Mittelstands. Die Befragung der Unternehmen fand im Januar 2026 statt, also noch vor Beginn des Kriegs im Iran. Seitdem dürften sich die Einschätzungen noch einmal zum Negativen verändert haben.

Mittelstand stellt sich neu auf

Teile des Mittelstands reagieren bereits auf das sich verändernde Umfeld und richten ihr Auslandsgeschäft neu aus. So haben knapp 16 % der Auslandsaktiven in den vergangenen fünf Jahren neue Exportmärkte erschlossen oder neue Kunden im Ausland dazugewonnen; 7 % planen, dies zu tun. Etwa doppelt so viele planen eine stärkere Ausrichtung auf den EU-Binnenmarkt.

Vor allem das Verarbeitende Gewerbe, das rund 43 % der gesamten mittelständischen Auslandsumsätze erwirtschaftet, spürt Veränderungsdruck und passt sich dementsprechend insbesondere durch Diversifizierung seiner Exportmärkte an.

Produktion droht abzuwandern

Besorgniserregend ist, dass eine zunehmende Zahl der Mittelständler eine (teilweise) Verlagerung ihrer Tätigkeiten ins Ausland plant. In den vergangenen fünf Jahren haben das nur 4 % aller Auslandsaktiven getan. 12 % gaben allerdings an, dies für die kommenden fünf Jahre zu planen, im Verarbeitenden Gewerbe sogar 29 %.

Zwar werden nicht alle Unternehmen ihre Pläne umsetzen. Geht man davon aus, dass nur jedes zweite Unternehmen den bestehenden Plan durchführt, so hieße das dennoch, dass innerhalb der kommenden fünf Jahre rund 7 % der mittelständischen Industriebetriebe einen Teil ihrer Produktion ins Ausland verlagern könnten.

Die Zahl der mittelständischen Industrieunternehmen, die über eine Verlagerung ihrer Tätigkeiten ins Ausland nachdenkt, nimmt zu. „Für Wachstum und Wohlstand in Deutschland ist das eine bedenkliche Entwicklung“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Die Politik sollte alle vorhandene Gestaltungsmacht nutzen, um einer Deindustrialisierung entgegenzuwirken. Wichtigste Stellschraube ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Stichwörter sind hier Bürokratieabbau, eine Senkung der Energie- und Arbeitskosten sowie eine Reduktion der Steuern und Abgaben. Zudem ist ein gezielter Einsatz von handels- und industriepolitischen Instrumenten notwendig, um Unternehmen vor Benachteiligungen im internationalen Handel zu schützen.

Auslandsgeschäft verliert an Schwung

Insgesamt sind (Stand 2024) etwa 21 % der knapp 3,9 Millionen Mittelständler im Ausland aktiv. Im Verarbeitenden Gewerbe sind es mit rund 46 % der Unternehmen überproportional viele.

Im Jahr 2024, dem letzten mit verfügbaren Zahlen, lagen die Auslandsumsätze des deutschen Mittelstands laut der Studie bei 699 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2023 war das eine Seitwärtsbewegung, inflationsbereinigt sanken die Umsätze jedoch um 2,9 %. Ein Drittel der auslandsaktiven Unternehmen verzeichnete im Jahr 2025 laut der Befragung vom Januar 2026 einen weiteren Rückgang der Umsätze im Vergleich zum Vorjahr. Steigende Auslandsumsätze konnte nur ein gutes Fünftel der Unternehmen feststellen.

(KfW Research vom 06.09.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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