• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Deutsche Telekom ist Deutschlands vielfältigstes Unternehmen 2020 in Sachen Gender Diversity

13.01.2021

Deutsche Telekom ist Deutschlands vielfältigstes Unternehmen 2020 in Sachen Gender Diversity

Beitrag mit Bild

© Tom-Hanisch / fotolia.com

Die Deutsche Telekom ist in Deutschland führend, was den Anteil von Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Vergütung angeht. Das ist ein Ergebnis des BCG Gender Diversity Index 2020, in dem die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) in Kooperation mit der Technischen Universität München (TUM) Deutschlands 100 größte börsennotierte Konzerne analysiert hat. Der Bonner Telekommunikationskonzern konnte sich vor allem im Hinblick auf Vorstandsvergütung und Parität im Aufsichtsrat verbessern, von 67,5 Punkten 2017 (Platz 13) auf 79 Punkte im Jahr 2020. Im Vorjahr hatte die Telekom den dritten Platz belegt. Vorjahressieger Aareal Bank und das Pharmaunternehmen Merck folgen mit jeweils 78 Punkten vor dem Elektronikhändler Ceconomy (Media Markt, Saturn), Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub und Konsumgüterkonzern Henkel.

Das über die Jahre hinweg stetig verbesserte Abschneiden der Deutschen Telekom im Index belegt einen generellen Trend: Unternehmen, die sich ein klares Ziel für ihren Frauenanteil in Top-Positionen setzen, erreichen auch signifikant höhere Werte. Während Firmen mit konkreten Zielvorgaben einen Frauenanteil im Vorstand von 13% haben, liegt der Wert bei jenen ohne Ziel bei lediglich 4%. Eine selbstgesetzte Zielgröße für den Vorstand ist die Mindestvoraussetzung für mehr Geschlechtervielfalt, stellen die Autoren der Studie fest. Auch jene Unternehmen, die sich jetzt von der gesetzlichen Frauenquote für den Vorstand überrumpelt fühlten, hätten sich mit einer selbst­gesetzten Zielgröße besser in Position bringen können.

Nur 10% Frauen in Vorständen

Dass es Handlungsbedarf gibt, zeigen die Ergebnisse des BCG Gender Diversity Index, der in diesem Jahr zum vierten Mal erscheint: Der Frauenanteil in den Vorständen der 100 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland liegt 2020 bei durchschnittlich 10%, in den Aufsichtsräten bei 33%. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das laut der Analyse einem Plus von jeweils einem Prozentpunkt. Über die Hälfte der analysierten Unternehmen hat bislang noch keine Frau im Vorstand – und 19 der Top-100-Firmen erreichen nicht die 2016 eingeführte gesetzliche Aufsichtsratsquote von 30%, erläutern die Studienautoren.

Bei der Vergütung haben Deutschlands Unternehmen etwas stärker aufgeholt: Der sog. Gender-Pay-Gap ist der Studie zufolge im Vorstand von 23% 2019 auf 14% im Jahr 2020 gesunken. Und mehr noch: Die geschlechterbedingte Gehaltslücke ist auf die Ämter zurückzuführen, die Frauen beziehungsweise Männer bekleiden. Wären Frauen und Männer zu gleichen Teilen in den besser bezahlten Vorstandspositionen vertreten und gleich lange im Amt, gäbe es laut der Erhebung keinen Gender-Pay-Gap. Im Aufsichtsrat beträgt die Gehaltslücke nach 2019 unverändert 17%.

International hinkt Deutschland hinterher

Verändern sich die Top-100-Konzerne im bisherigen Tempo weiter, erreichen sie Geschlechterparität in Vorstand und Aufsichtsrat erst im Jahr 2053, prognostizieren die Autoren der Studie. Das sei rund zwanzig Jahre nach Großbritannien. Auch Frankreich (2039) und Spanien (2047) wären früher am Ziel als Deutschland.

Maßgeblich für den Diversity-Erfolg von Unternehmen sind der Analyse zufolge zwei Dinge: messbare Ziele und ein Maßnahmenset, das über flexible Arbeitsbedingungen oder Frauennetzwerke hinausgeht. Erfolgreiche Firmen verknüpfen beispielsweise die Vorstandsvergütung mit Diversitätszielen und haben ein Augenmerk darauf, Frauen auch in die besser vergüteten Vorstandspositionen zu bringen, also beispielsweise als Chief Operating Officer (COO) oder Vertriebsvorstand, erklären die Autoren des Index. Das sei eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Frauen überhaupt die Chance haben, in eine CEO-Rolle zu kommen. Es brauche jetzt mutige Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte, die Frauen entsprechend ihren Potenzialen in verantwortungsvolle Positionen befördern.

(Pressemitteilung Boston Consulting Group vom 11.01.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com

08.07.2026

Kredithürde im Mittelstand auf Rekordhoch

Der Kreditzugang der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich weiter verschlechtert. Im zweiten Quartal 2026 berichteten 40,5 % der kreditinteressierten Mittelständler, dass sich ihre Banken bei der Kreditvergabe restriktiv verhalten. Dieser Wert, der im Vergleich zum Vorquartal um 6,5 Prozentpunkte zulegte, markiert einen neuen Rekordwert seit Beginn der Umfrageaufzeichnung im Jahr 2017. Für die KfW-ifo-Kredithürde wertet

Kredithürde im Mittelstand auf Rekordhoch
Meldung

©number1411/fotolia.com

07.07.2026

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU bleibt hoch

Trotz der seit Jahren andauernden geopolitischen Herausforderungen erwirtschafteten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) rund 2,8 Billionen Euro im Jahr 2024 laut den aktuellsten verfügbaren Daten. Das waren 29 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Mehr als 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen.

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU bleibt hoch
Meldung

© adrian_ilie825/fotolia.com

06.07.2026

US-Tech-Konzerne bauen Dominanz an Weltbörsen aus

Die 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt haben ihren Marktwert im ersten Halbjahr 2026 trotz geopolitischer Spannungen, schwacher Konjunktur und hoher Inflation deutlich gesteigert. Ihre gesamte Marktkapitalisierung belief sich zum 30.06.2026 auf 61,9 Billionen US-Dollar – 18 % mehr als zu Jahresbeginn. Das zeigt eine Analyse von EY auf Basis von S&P Capital IQ. Haupttreiber bleibt

US-Tech-Konzerne bauen Dominanz an Weltbörsen aus
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)