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13.12.2018

Deutscher M&A-Markt hat Höhepunkt überschritten

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Corporate Finance

Obwohl immer noch jede Menge Bewegung im M&A-Markt zu verzeichnen ist, ist der Gipfel am deutschen M&A-Markt offensichtlich überschritten. Genau genommen sogar mehr als das – der Trend geht nach unten. Nach einer über zehnjährigen Aufwärtsbewegung – sowohl mit Blick auf die Volumina als auch auf die Anzahl der M&A-Transaktionen – hat sich die im dritten Quartal beobachtete leichte Eintrübung im vierten Quartal fortgesetzt. So lag das Transaktionsvolumen in Deutschland im vierten Quartal bislang „nur“ bei rund 25 Mrd. USD. Insgesamt waren (Stand: 10.12.2018) 262 M&A-Transaktionen zu verzeichnen. So die aktuellen Ergebnisse der M&A Insights von Allen & Overy.

Ausschlaggebende Faktoren für die Verlangsamung der M&A-Aktivitäten sind zum einen Unsicherheiten in Bezug auf das makroökonomische, das regulatorische und das politische Umfeld. Zum anderen wird die Kreditpolitik der Banken, die die Fremdfinanzierung für M&A-Deals zur Verfügung stellen, vorsichtiger.

Jahresbilanz fällt positiv aus

Obwohl gerade die Zahlen des dritten und vierten Quartals im Vergleich zu den vorherigen Quartalen nicht besonders stark sind, fällt die Bilanz für das Jahr 2018 unterm Strich positiv aus. Den Studienautoren zufolge sei immer noch viel Geld im Markt, das Anlagemöglichkeiten suche. Außerdem würden neue Investoren auf den Markt drängen, die den Wettbewerb um die Zielunternehmen verstärken und die Preise nach oben treiben.

Mittelstand und Hidden Champions als attraktive Übernahmeziele

Deutschland als stabilste Volkswirtschaft Europas wird zunehmend als „sicherer Hafen“ für Investitionen wahrgenommen. Ein Umstand, dem angesichts der unklaren Entwicklungen im Zuge des Brexit einiges an Bedeutung zukommt. Grundsätzlich sind die Familienunternehmen des deutschen Mittelstands – etwa die Hidden Champions in den Bereichen Maschinenbau, Chemie und Technologie – weiterhin attraktive Ziele für Teil- oder Komplettübernahmen. Insbesondere Software, IT, Healthcare und Elektronik gelten als vielversprechende Sektoren für Neu-Investments.

Chinesische Investoren geben sich zurückhaltender

Chinesische Investoren geben sich insgesamt zurückhaltender. Nachdem der Einstieg von Geely bei Daimler in der ersten Jahreshälfte nicht nur für großes Aufsehen, sondern auch für deutliche Irritationen sorgte, standen chinesische Investoren im weiteren Verlauf des Jahres erneut im Fokus. So wurde der Einstieg beim Maschinenbauer Leifeld durch die Bundesregierung gezielt verhindert. Gleiches galt für die Beteiligung der Chinesen beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz. Die Bundesregierung hat dabei deutlich gemacht, dass sie im Zweifel ins M&A-Geschehen eingreifen wird. Diese prominenten Fälle haben die Aufmerksamkeit auf die Außenwirtschaftsverordnung gelenkt, deren Verschärfung Berlin in Kürze umsetzen will. Auffällig sei, dass es im Jahr 2018 bedeutende Deals im Banken-Sektor gab. Unabhängige Investoren privatisierten die HSH Nordbank, die Société Générale kaufte den Bereich EMC von der Commerzbank, die BNP Paribas und die DWS unterschrieben eine der größten Outsourcing-Transaktionen des Jahres. Dieser Trend könnte sich nach Einschätzung der Studienautoren im neuen Jahr mit dem Einstieg eines Investors bei der NordLB fortsetzen. Außerdem sehen die M&A-Experten erste Anzeichen dafür, dass sich künftig einige Mega-Fonds herausbilden und das Marktgeschehen stärker prägen werden als bisher. Mit prall gefüllten Kassen stehen sie unter hohem Druck, neue Möglichkeiten zu finden, ihr Kapital einzusetzen. Sie seien zunehmend bereit, auch größere und komplexere Transaktionen zu verfolgen.

Die vollständigen M&A Insights für Deutschland finden Sie hier. Die globalen M&A Insights finden Sie hier.

(Pressemitteilung Allen & Overy vom 13.12.2018)

 


Redaktion

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