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08.10.2026

Deutscher Wagniskapitalmarkt erlebt sehr starkes drittes Quartal

Der deutsche Venture-Capital-Markt verzeichnet 2026 dank milliardenschwerer Investitionen insbesondere in KI-Start-ups ein außergewöhnliches Wachstum, von dem jedoch nur wenige große Unternehmen profitieren.

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© WrightStudio/fotolia.com

Der deutsche Venture-Capital-Markt hat ein sehr erfolgreiches drittes Quartal erlebt. Hiesige Start-ups sammelten mehr als 4,5 Milliarden Euro ein – das war nochmal ein gutes Drittel mehr als im starken Vorquartal und fast viermal mehr als im dritten Quartal 2025. Gemessen am Dealvolumen war es das stärkste Quartal seit dem vierten Quartal 2021.

Insgesamt erhielten junge innovative Unternehmen in Deutschland zwischen Januar und September 9,5 Milliarden Euro von Kapitalgebern. Damit zeigt sich der VC-Markt bereits jetzt volumenmäßig stärker als jeweils im gesamten Jahr 2023 (7,1 Milliarden Euro), 2024 (7,5 Milliarden Euro) und 2025 (7,3 Milliarden Euro).

Das sind Ergebnisse des KfW-Venture-Capital-Dashboards, in dem KfW Research quartalsweise Daten zum deutschen Venture-Capital-Markt (VC-Markt) veröffentlicht.

Viel Geld für wenige

Getragen wurde die positive Entwicklung allerdings vor allem von einigen wenigen, dafür aber sehr großen Finanzierungsrunden. Sechs Megadeals mit einem Volumen von jeweils über 100 Millionen Euro vereinten zusammen über 3,5 Milliarden Euro auf sich. Die Zahl der Transaktionen ab einer Million Euro sank dagegen im dritten Quartal auf nur noch 89, einen der niedrigsten Werte der vergangenen Jahre. Insgesamt gab es im Jahr 2026 bisher 276 Deals ab einer Million Euro, nach 304 im Vorjahreszeitraum und 324 in den ersten neun Monaten 2024.

Die Finanzierungsbedingungen für junge innovative Unternehmen in Deutschland haben sich im laufenden Jahr weiter verbessert. Der Aufwuchs bei den Investitionen zeigt, dass Deutschland viele für Investoren attraktive Start-ups hat, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Allerdings konzentriert sich das Kapital derzeit auf immer weniger Unternehmen. Wer Investoren überzeugt, kann deutlich mehr Kapital als noch vor einigen Jahren einsammeln. Für viele Start-ups abseits der Spitze bleibt es allerdings nach wie vor eine große Herausforderung, an ausreichend Finanzierung zu kommen.

KI treibt Investitionen an

Das Thema künstliche Intelligenz (KI) spielte bei den Deals im dritten Quartal eine entscheidende Rolle: Rund 3,1 Milliarden Euro in 61 Finanzierungsrunden flossen im dritten Quartal in Start-ups aus verschiedenen Branchen, die sich mit dem Thema KI befassen. Das waren 69 Prozent des gesamten Dealvolumens. Seit Jahresbeginn summieren sich die Investitionen in Start-ups mit einem Fokus auf KI auf 6,3 Milliarden Euro. Das ist etwa doppelt so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2025 (insgesamt 3,2 Milliarden Euro im Gesamtjahr).

Milliardenbewertungen für Start-ups

Insgesamt gab es zuletzt 43 sogenannte Einhörner in Deutschland – also junge, nicht-börsennotierte Unternehmen, die von Investoren mit mindestens einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Zum Vergleich: Anfang 2021 waren es erst zwölf.

Mit Blick auf die Entwicklung des Venture-Capital-Markts sind wir vorsichtig optimistisch, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Die aktuelle konjunkturelle Belebung in Deutschland hilft auch dem VC-Markt und kann diesen stützen. Die hohe Inflation und die steigenden Zinsen dagegen schwächen den VC-Markt tendenziell. Wir rechnen damit, dass sich der derzeitige Trend fortsetzen wird: Das Kapital wird sich auch in den kommenden Monaten auf wenige große Finanzierungsrunden erfolgreicher Unternehmen konzentrieren, während in der Breite des Marktes die Entwicklung schwächer ausfallen dürfte.

(KfW Research vom 08.10.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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