• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Die Rolle des Chief Data Officers auf dem Vormarsch: CDOs sichern ihren Platz im Top-Management

18.12.2022

Die Rolle des Chief Data Officers auf dem Vormarsch: CDOs sichern ihren Platz im Top-Management

Technologische Innovationen und die digitale Transformation haben Daten in den letzten Jahren zur Grundlage neuer digitaler Geschäftsmodelle und -prozesse gemacht. Die strategische Nutzung von Daten ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor, der auf Entscheiderebene vom Chief Data Officer (CDO) verantwortet wird. Die Rolle des CDO etabliert sich langsam, aber sicher in Unternehmen aller Branchen, wie die „Chief Data Officer”-Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland und Strategy&, der Strategieberatung von PwC, zeigt. Immer mehr Unternehmen verfügen demnach über einen Chief Data Officer. Fast jedes dritte Unternehmen hat inzwischen eine CDO-Funktion auf Führungsebene, was 28,5% der untersuchten weltweit führenden börsennotierten Unternehmen ausmacht.

Beitrag mit Bild

© Coloures-pic/fotolia.com

42% der Unternehmen in Europa verfügen bereits über einen CDO

Nordamerika ist immer noch Spitzenreiter, wenn es um die Anzahl an CDOs in Unternehmen weltweit geht. Die Region bleibt demnach in Bezug auf Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrung von CDOs wegweisend. In den führenden europäischen Unternehmen gibt es inzwischen jedoch verhältnismäßig mehr CDOs (42%) als in Nordamerika (38%), was auf die hohe Zahl von Ernennungen in Großbritannien, der Schweiz und Deutschland zurückzuführen ist. Der Grund hierfür ist vermutlich, dass Europa in den letzten Jahren den Datenschutz stärker in den Vordergrund gestellt hat, was mehrere aufsehenerregende Geldstrafen im Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU zur Folge hatte.

Der Anteil von CDOs in Führungspositionen steigt im Vergleich zum Vorjahr um 28,5%

Laut der Studienautoren erkennen immer mehr Unternehmen, dass die Einführung der CDO-Funktion einen starken Mehrwert für die gesamte Organisation bietet. Das liege auch daran, dass Daten eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der großen Herausforderungen von Unternehmen und darüber hinaus spielen, etwa beim Verfolgen von ESG-Zielen oder bei präziseren Forecastings.

Große Organisationen gelten als Treiber des CDO-Anstiegs

Die Studie zeigt zudem, dass die Zahl der CDO-Ernennungen branchenübergreifend steigt, wobei hier die stark regulierte Finanzdienstleistungsbranche in Führung liegt. 50,7% der Banken und 50,5% der Versicherungen haben inzwischen die CDO-Position besetzt. Damit stellt die Branche 22% der weltweiten CDOs. Die meisten CDOs wurden in diesem Jahr bei Banken (25 CDOs), in der Investitionsgüterindustrie (18 CDOs) und bei Softwareunternehmen (13 CDOs) ernannt, während der Anteil der Unternehmen mit einem CDO in den Bereichen Haushalts- und Körperpflegeprodukte, Automobil, Lebensmittel und Getränke sowie Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahr am stärksten gestiegen ist. Neben dem branchenunabhängigen Anstieg ist die Zahl der CDO-Ernennungen auch über alle Unternehmensgrößen hinweg zu beobachten.

Die Treiber des CDO-Wachstums sind der Studie zufolge allerdings primär große Unternehmen, die einen Umsatz von mehreren Millionen USD verzeichnen und eine hohe Anzahl an Mitarbeitern beschäftigen, was sich vermutlich auf deren größere organisatorische und technologische Komplexität zurückführen lässt.

Korrelation zwischen Datenfunktion auf Führungsebene und besserer Unternehmensleistung

Da es immer noch an einem allgemeingültigen Rahmenwerk mit Schlüsselkriterien zur Messung der tatsächlichen Auswirkungen durch Chief Data Officer fehlt, gestaltet es sich schwierig, den kausalen Zusammenhang zwischen der Existenz eines CDOs und einer höheren Wirtschaftlichkeit nachzuweisen. Die Ergebnisse der aktuellen Studie deuten allerdings auf einen Zusammenhang hin. Seit 2017 konnten bei Unternehmen mit einem CDO jährlich höhere relative Wachstumsraten beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (EBITDA) beobachtet werden. In drei Vierteln der untersuchten Branchen konnte eine Verbesserung der Umsatzwachstumsraten von mindestens 5% netto im Vergleich zu Unternehmen ohne eine CDO-Funktion festgestellt werden. In einigen Branchen – Versorgungsunternehmen, Immobilien und Energie – betrug der Unterschied bis zu 25%.

Anstieg von Datenerwähnungen in Jahresberichten

Unternehmensleiter wissen um die Bedeutung von guten Informationen als Schlüssel zur Ermittlung von fundierten Entscheidungen. Das Paradoxe am heutigen Geschäftsumfeld ist jedoch, dass es zwar mehr Informationen in Form von Daten als je zuvor gibt, diese aber nicht unbedingt eine bessere Qualität und wertstiftenden Inhalt aufweisen. In Zeiten der Ungewissheit sind gute Informationen sogar noch wertvoller – was der Grund dafür sein kann, dass die Analyse von Tausenden von Geschäftsberichten der letzten sechs Jahre zeigt, dass Unternehmen mehr denn je über Daten sprechen. Im Durchschnitt wurden in den Jahresberichten der Unternehmen im letzten Jahr 70 Mal Daten erwähnt, neun Mal mehr als in der letzten Studie aus dem Jahr 2021. Unternehmen mit einem CDO sprechen sogar noch häufiger über Daten – im Durchschnitt 87 Mal.

Mehr Informationen und die vollständige PwC-Studie zur Rolle des Chief Data Officers finden Sie hier.

(Pressemitteilung PwC Deutschland und Strategy& vom 14.12.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

©helmutvogler/fotolia.com

23.09.2026

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte

Das Eurosystem treibt die Tokenisierung der Finanzmärkte voran. Am 21.09.2026 hat die Europäische Zentralbank (EZB) mit „Pontes“ eine Infrastruktur gestartet, über die Geschäfte mit tokenisierten Vermögenswerten in Zentralbankgeld abgewickelt werden können. Damit setzt die Notenbank erstmals ihre Strategie für einen stärker auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basierenden Finanzmarkt praktisch um. Sicheres Geld für digitale Märkte Tokenisierung soll

Pontes startet: Zentralbankgeld für tokenisierte Märkte
Meldung

pitinan/123.rf.com

22.09.2026

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %

Deutschland investiert deutlich mehr in Künstliche Intelligenz, und generative KI treibt das Wachstum. Im laufenden Jahr verdoppeln sich die Ausgaben für generative KI voraussichtlich auf 11,5 Milliarden Euro, nach 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Der gesamte KI-Markt aus Software, Services und Hardware wächst um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro, nach 19,4 Milliarden Euro in

Deutscher KI-Markt wächst um 48 %
Meldung

© habrda/ fotolia.com

21.09.2026

Autoindustrie: Gewinne und Margen brechen ein

Die deutschen Autokonzerne geraten im internationalen Wettbewerb zunehmend unter Druck. Während der Umsatz der 19 größten Autohersteller weltweit im ersten Halbjahr 2026 um 3,6% auf den Rekordwert von 1,048 Billionen Euro stieg, sanken die Erlöse der deutschen Hersteller um 2,9% auf 284 Milliarden Euro. Das zeigt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Gewinne und

Autoindustrie: Gewinne und Margen brechen ein
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)