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15.06.2023

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2023

Die deutsche Wirtschaft befindet sich im Frühsommer weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Mit dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal 2022 ist damit die Definition einer „technischen“ Rezession erfüllt.

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Nach zwei Quartalen in Folge mit negativem Wachstum im Winterhalbjahr 2022/23 deuten aktuelle Konjunkturindikatoren einen verhaltenen Start in das zweite Quartal an. Nach gängiger Definition befand sich die deutsche Wirtschaft demnach in einer „technischen Rezession“. Die Belastungen aus den Energiepreissteigerungen, der weltwirtschaftlichen Schwäche und den ungünstigeren Finanzierungsbedingungen wirken noch nach und verzögern die erwartete konjunkturelle Erholung.

Produktion stabilisiert sich nach Dämpfer

Die konjunkturelle Grunddynamik in der Industrie hat sich abgeschwächt. Die Industrieproduktion blieb im April nahezu unverändert, nachdem sie im März mit -2,0 % deutlich gefallen war. Die Auftragseingänge sanken im April leicht (-0,4 %), nachdem es im Vormonat zu einem starken Einbruch gekommen war (-10,9 %).

Einzelhandelsumsatz legt wieder leicht zu

Nachdem sich die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) im März spürbar verringert hatten, kam es im April zu einer gewissen Erholung. Die Stimmung unter den Verbrauchern hellte sich weiter auf, aber die Verbesserung fiel nur noch gering aus. Insgesamt lag das Konsumklima immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau, weil die hohe Inflation weiterhin belastet.

Der Auftrieb der Verbraucherpreise hat sich im Mai weiter abgeschwächt, die Inflationsrate lag bei 6,1 %. Auch die Rate der Kerninflation ging leicht auf 5,4 % zurück. Im weiteren Jahresverlauf ist mit Basiseffekten infolge der Entlastungsmaßnahmen vor einem Jahr zur Dämpfung der Preiserhöhungen zu rechnen, die temporär den Preisauftrieb wieder verstärken dürften.

Am Arbeitsmarkt hat die konjunkturelle Abschwächung im zurückliegenden Winterhalbjahr zu einer nachlassenden Dynamik geführt. Die registrierte Arbeitslosigkeit erhöhte sich weiter leicht.

Ausblick

Perspektivisch sprechen die rückläufigen Preise auf den globalen Energiemärkten, die weiter nachlassende Inflationsdynamik, die höheren Lohnabschlüsse und die erwartete weltwirtschaftliche Belebung für eine moderate konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf.

(BMWK vom 14.06.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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