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18.07.2019

Digitalisierung im Controlling nimmt in deutschen Unternehmen Fahrt auf

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65 Prozent der deutschen Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit der Digitalisierung im Controlling. „Digitalisierungsverweigerer“ sind praktisch nicht mehr anzutreffen, nur noch 3,5 Prozent der Unternehmen geben an, sich selten oder gar nicht mit diesem Thema zu beschäftigen.

Trotz der intensiven Beschäftigung sehen aber nur zehn Prozent der deutschen Unternehmen die Digitalisierung im eigenen Controlling als weit oder sehr weit fortgeschritten an. Damit liegt Deutschland deutlich hinter Österreich (19,5 Prozent) aber vor der Schweiz mit rund fünf Prozent. Nur ein Prozent der befragten deutschen Unternehmen glaubt, dass die Controlling-Digitalisierung sehr weit fortgeschritten ist.

Das sind die Ergebnisse des Controlling-Panels der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), für das 280 Controlling-Leiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.

50 Prozent der deutschen Controller gaben an, die Digitalisierung im Controlling aktiv oder sehr aktiv mitzugestalten. In die digitale Transformation des Gesamtunternehmens sind Controller dagegen deutlich seltener eingebunden. Knapp neun Prozent der deutschen Controlling-Leiter gaben an, sehr intensiv mitzuarbeiten. Jedoch gaben auch 26 Prozent in Deutschland an, das Digital Business nicht oder nur in sehr geringem Umfang mitzugestalten.

„Der Fortschritt der Digitalisierung im Controlling hat in den letzten Jahren oftmals mit anderen Unternehmensbereichen nicht Schritt gehalten“ stellt Mirko Waniczek, Associate Partner für Performance Improvement bei EY, fest. „Neben den Auswirkungen der Digitalisierung auf das Enterprise Performance Management sind ControllerInnen auch angehalten, einen wesentlich stärkeren Beitrag bei der Unterstützung innovativer Geschäftsmodelle zu leisten.“

Mit der zunehmenden Digitalisierung verfolgen die deutschen Controller vor allem zwei Ziele: Kürzere Reaktionszeiten sowie mehr Automatisierung in den Prozessen. Jeweils knapp 90 Prozent der Befragten schätzen diese Themenbereiche als wichtig oder sehr wichtig ein. Qualitätssteigerungen und eine verbesserte Unternehmenssteuerung werden von 83 beziehungsweise 82 Prozent als bedeutend erachtet.

Zwar fristen die meisten Digitalisierungstechnologien noch ein Nischendasein im Controlling. Eine Ausnahme stellt derzeit der Einsatz von interaktiven Reporting-Tools („Dashboarding“) dar, welche bereits bei 58 Prozent der deutschen Unternehmen in Anwendung oder zumindest im Projektstadium sind. Für viele weitere Technologien werden aber starke Wachstumsraten in den nächsten 2-3 Jahren erwartet. So schätzen derzeit nur 16 Prozent der deutschen Controller Advanced und Predicitive Analytics als relevant ein. In zwei bis drei Jahren erwarten aber mehr als 50 Prozent eine hohe Relevanz. Ähnlich hohe Zuwachsraten sind in den nächsten Jahren für die Bereiche Robotics, Artificial Intelligence sowie Blockchain zu erwarten, jedoch ausgehend von einer sehr geringen aktuellen Nutzung.

Die zunehmende Digitalisierung wird auch Auswirkung auf die Anforderungsprofile im Controlling haben. Rund 92 Prozent der Controlling-Leiter in Deutschland sehen hier neue Rollen auf das Controlling zukommen – so besteht vor allem Handlungsbedarf in Bezug auf Tool- und Technologiekenntnisse. Digital-Tool Spezialisten, IT-Spezialisten, Projekt- und Prozessmanager sowie Data Scientists werden zukünftig wesentlich häufiger im Controlling verankert, wie 82 Prozent der befragten Controlling-Leiter erwarten.

Mirko Waniczek: „Die Ergebnisse des aktuellen Controlling-Panels belegen, dass die Digitalisierung im Controlling in den nächsten Jahren stark zunehmen und damit zu einer wesentlichen Optimierung des Enterprise Performance Management führen wird. Neben den eingesetzten Technologien und den Hauptprozessen des Controllings, wird auch ein starker Wandel der Rollen im Controlling vollzogen. Von den Controllern und Managern ist jetzt ein proaktives Vorgehen notwendig, um die Vorteile der Digitalisierung in der Unternehmenssteuerung zu nutzen und so international wettbewerbsfähig zu bleiben.“

(Pressemitteilung EY vom 18.07.2019)


Redaktion

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