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30.09.2019

Ein Jahr nach DSGVO-Start: Nur 28% der Unternehmen sehen sich DSGVO-konform

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Corporate Finance

Unternehmen haben die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) unterschätzt. Mehr als ein Jahr nach Inkrafttreten glauben nur 28%, DSGVO-konform zu sein. In einer Studie von 2018 – vor Einführung der DSGVO – waren hingegen noch 78% zuversichtlich, die Anforderungen künftig zu erfüllen. Mehr als drei Viertel der DSGVO-konformen Unternehmen geben an, durch die Umsetzung einen Umsatzwachstum und weitere wirtschaftliche Vorteile erzielt zu haben.

Die Studie „Championing Data Protection and Privacy – a Source of Competitive Advantage in the Digital Century“ des Capgemini Research Institute zeigt, dass Unternehmen die DSGVO langsamer umsetzen als angenommen. Demnach setzten 28% der befragten Unternehmen die DSGVO-Vorschriften nach eigener Ansicht vollständig um, weitere 30% erfüllen sie weitgehend. Unternehmen die angeben vollständig DGSVO-konform zu sein stammen am häufigsten aus den USA (35%), gefolgt von Deutschland und Großbritannien (jeweils 33%). In Spanien und Italien (jeweils 21%) sowie Schweden (18%) geht der geringste Anteil der Unternehmen davon aus, DSGVO-konform zu sein.

Unternehmen sehen Hürden bei der Umsetzung der DSGVO

Nach mehr als einem Jahr seit Inkrafttreten der DSGVO ist die Situation vieler Unternehmen bezüglich der Einhaltung der Vorschriften ungewiss, stellen die Studienautoren fest. Führungskräfte nennen als Hindernisse für eine vollständige Erfüllung der DSGVO vor allem die Anpassung bestehender IT-Systeme (38%), die Komplexität der Regulierungsanforderungen (36%) und prohibitiv hohe Kosten, um den Regulierungen zu entsprechen (33%). Zudem erhalten unter die DSGVO-Regelungen fallende Unternehmen zahlreiche Anfragen von betroffenen Personen, sog. Datensubjekten, deren Daten von ihnen gesammelt, gespeichert oder verarbeitet werden. Mehr als 1.000 Anfragen erhielten demnach 50% der US-Unternehmen sowie 46% der französischen, 45% der niederländischen und 36% der deutschen Unternehmen. Inzwischen investieren allerdings viele Unternehmen in Datenschutz und Privacy: So planen 40% der Befragten 2020 mehr als 1 Mio. USD für Anwaltskosten auszugeben; 44% wollen diesen Betrag in technologische Neuerungen investieren.

Umsetzung der Datenschutzregulierungen zahlt sich auch wirtschaftlich aus

In der 2018 vor dem Start der DSGVO durchgeführten Umfrage erwarteten nur 28% der Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil durch die Umsetzung der DSGVO-Regulierungen. In der aktuellen Studie bestätigen hingegen 92% der DSGVO-konformen Unternehmen, einen solchen Vorteil erzielt zu haben. So stellten 76% ein Umsatzwachstum fest. Weiterhin stieg das Kundenvertrauen (84%), das Markenimage (81%) und die Moral der Mitarbeiter (79%). Zudem sehen Führungskräfte auch indirekte positive Folgen durch die Umsetzung der DSGVO. Dazu zählen verbesserte IT-Systeme (87% und damit 25 Prozentpunkte mehr als 2018), Maßnahmen zur Cybersicherheit (91Prozent, plus 34 Prozentpunkte) und optimierte Transformationsprozesse (89%, plus 33 Prozentpunkte).

Laut der Studienautoren verdeutlichen die Ergebnisse sowohl die Herausforderungen bei der Umsetzung der DSGVO als auch die Chancen für Unternehmen, die DSGVO-konform sind. Im letzten Jahr waren laut der Studie einige Führungskräfte anscheinend etwas zu ambitioniert und hätten unterschätzt, wie viele Investitionen und organisatorische Veränderungen nötig sind, um der DSGVO zu entsprechen. Die Ergebnisse aus diesem Jahr würden zeigen, dass Unternehmen den Bedarf erkannt haben und zunehmend verstehen, welche Vorteile die Erfüllung der DSGVO auch in unternehmerischer Hinsicht bringt. Entsprechend sehen wir eine zunehmende Investitionsbereitschaft und den Willen, die notwendigen Änderungen planvoll anzugehen.

DSGVO-konforme Unternehmen haben die modernere Technologie

Insgesamt setzen DSGVO-konforme Unternehmen zudem stärker auf moderne Technologien: 84% von ihnen nutzen Cloud-Plattformen für ihre Datenschutzstrategie, während dies nur 73% der übrigen Unternehmen tun. Auch Datenverschlüsselung (70% vs. 55%), Robotic Process Automation (35% vs. 27%) sowie die Datenspeicherung im Industriemaßstab (20% vs. 15%) wird seltener von Unternehmen eingesetzt, die die Datenschutzgrundverordnung nicht vollständig umgesetzt haben. Weiterhin ergreifen 82% (Rest: 63%) der DSGVO-konformen Unternehmen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass ihre Technologieanbieter die Datenschutzbestimmungen einhalten; 61% überprüfen diesbezüglich ihre Vertragsnehmer (Rest: 48%).

Die vollständige aktuelle Studie ist hier zum Download verfügbar. Die Studie aus dem Vorjahr vor dem Inkrafttreten der DSGVO ist hier verfügbar.

(Pressemitteilung Capgemini vom 26.09.2019)


Redaktion

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