• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Emissionsmarkt: Verhaltenes drittes Quartal 2018

02.10.2018

Emissionsmarkt: Verhaltenes drittes Quartal 2018

Beitrag mit Bild

© moomsabuy/fotolia.com

Kaum Aktivität bei Neuemissionen. Lediglich ein IPO mit einem Emissionsvolumen von 16,5 Millionen Euro konnte im dritten Quartal 2018 an der Frankfurter Wertpapierbörse verzeichnet werden. Auch in Bezug auf Kapitalerhöhungen bleibt das dritte Quartal deutlich hinter den starken Vorquartalen zurück.

„Ein Rückgang der Emissionstätigkeit in den Sommermonaten ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich“, erklärt Nadja Picard, Kapitalmarktexpertin bei PwC und Partnerin im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services (CMAAS). „In diesem Jahr ist dieser Rückgang noch etwas deutlicher, auch weil die Unsicherheiten am Kapitalmarkt im Verlauf des ersten Halbjahres spürbar zunahmen“, so Picard weiter.

Leicht positive Signale in angespanntem Umfeld

Zwar sind die ökonomischen und geopolitischen Risiken, wie der Handelskonflikt mit den USA, die Ausgestaltung des Brexit, die Staatsverschuldung in Südeuropa oder die Währungsunsicherheiten in vielen Schwellenländern nach wie vor präsent. Dennoch konnten deutsche und europäische Aktienfonds jüngst wieder leichte Mittelzuflüsse verzeichnen.

„Sollte dies zu einem längerfristigen Trend werden, zeigen die Mittelzuflüsse, dass Investoren wieder mehr Vertrauen in den deutschen Aktienmarkt und deutsche Unternehmen haben. Dies wäre dann auch positiv für Neuemissionen, da Investoren mehr Mittel zur Verfügung haben“, sagt Picard.

Auch Unternehmen blicken angesichts einer soliden Binnenkonjunktur wieder etwas optimistischer in die Zukunft, was die jüngsten Zahlen des ifo-Instituts zu Geschäftsklima und -erwartungen zeigen.

Kaum Aktivität am IPO-Markt, Pipeline füllt sich

Mit nur einem IPO, bei dem das Frankfurter Fintech-Unternehmen creditshelf Aktien im Wert von 16,5 Millionen Euro platzierte, fiel das dritte Quartal deutlich gegenüber den Vorquartalen ab.

„Für das vierte Quartal ist zwar bisher eine relativ geringe Anzahl an Transaktionen in der Pipeline. Dafür handelt es sich aber fast ausschließlich um Unternehmen, die einen Emissionserlös im dreistelligen Millionenbereich oder sogar darüber anstreben“, so Picard.

Auch jetzt schon ist 2018 mit nunmehr 14 IPOs und einem Gesamtvolumen von über 6,6 Milliarden Euro (2017: 2,6 Milliarden Euro) das stärkste IPO-Jahr seit 2015.

Kapitalerhöhungen deutlich unter Vorquartalen

Mit nur zehn Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 517 Millionen Euro ist das Sommerquartal 2018 das schwächste Quartal in Bezug auf Kapitalerhöhungen seit Anfang 2016. Bedingt durch das sehr starke erste Halbjahr liegt 2018 mit einem Gesamtvolumen von 12,1 Milliarden Euro jedoch bereits über dem Niveau von 2015 (7,5 Milliarden Euro) und 2016 (6,3 Milliarden Euro).

Zwei der Kapitalerhöhungen fanden im Scale-Segment statt. Dabei war die Kapitalerhöhung von Consus Real Estate mit 131 Millionen Euro die größte dort in 2018.

Rückgang bei Fremdkapitalemissionen

Im Investment-Grade-Bereich lag das Emissionsvolumen nach dem sehr starken Vorquartal (48,5 Milliarden Euro) mit 17,6 Milliarden Euro auf einem durchschnittlichen Niveau. Dabei dominierten Emittenten wie Siemens, Daimler sowie BMW, die regelmäßig den öffentlichen Fremdkapitalmarkt zur Finanzierung nutzen.

Am Markt für High-Yield-Anleihen verfestigt sich ein rückläufiger Trend. Hier konnte im ablaufenden Quartal lediglich ein Volumen von 1,3 Milliarden Euro aus drei Transaktionen verzeichnet werden.

„Nachdem in 2017 aufgrund des Anleihekaufprogramms der Zentralbanken im Investment-Grade-Bereich viele Investoren in riskantere Klassen gedrängt wurden, kehrt sich dieser Trend mit dem Ende der entsprechenden Programme zunehmend um, was zu deutlich niedrigeren Emissionsvolumina führt“, erläutert Picard.

(Pressemitteilung PwC vom 01.10.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© weyo/fotolia.com

27.08.2026

Wettbewerbsfaktor Subventionen

Europa unterstützt seine Industrie im internationalen Vergleich deutlich weniger als China und die USA. Das zeigen aktuelle Analysen von OECD und Internationalem Währungsfonds (IWF). Während die OECD Subventionen anhand der Bilanzen großer Industrieunternehmen untersucht, betrachtet der IWF die Unternehmenslandschaft breiter. Trotz unterschiedlicher Methoden kommen beide Studien zu einem ähnlichen Ergebnis: China gewährt mit Abstand die

Wettbewerbsfaktor Subventionen
Meldung

© anyaberkut/fotolia.com

26.08.2026

Angriffe auf deutsche Wirtschaft immer öfter von ausländischen Geheimdiensten

Ausländische Nachrichtendienste nehmen deutsche Unternehmen immer stärker ins Visier. 37% der Firmen, die von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen waren, konnten mindestens einen Angriff einem fremden Geheimdienst zuordnen. Im Vorjahr waren es 28%, 2023 erst 7%. Das zeigt eine repräsentative Bitkom-Befragung von 1.003 Unternehmen ab zehn Beschäftigten. Insgesamt waren 96% der Unternehmen nachweislich oder vermutlich

Angriffe auf deutsche Wirtschaft immer öfter von ausländischen Geheimdiensten
Meldung

©Maksim Kabakou/fotolia.com

25.08.2026

KfW Research erhöht Wachstumsprognose für Deutschland

Die deutsche Wirtschaft hat sich in diesem Jahr deutlich widerstandsfähiger gezeigt als allgemein angenommen. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 % zum Vorquartal, im ersten Quartal gelang sogar ein Anstieg um 0,4 %. KfW Research hatte angesichts der Auswirkungen des Iran-Kriegs eigentlich mit einem Rückgang des BIP im zweiten Quartal gerechnet. Mehr Wachstum trotz

KfW Research erhöht Wachstumsprognose für Deutschland
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)