• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Entgegen dem Trend: Enterprise Software im M&A-Rausch

12.09.2022

Entgegen dem Trend: Enterprise Software im M&A-Rausch

Entgegen dem allgemeinen Trend steigen Fusionen und Übernahmen von Enterprise Software weiter an. Dies geht aus dem neuesten globalen M&A-Marktreport des M&A-Beratungsunternehmens Hampleton Partners hervor. Der Bereich Enterprise Software hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 einen regelrechten M&A-Rausch erlebt. Insgesamt wurden 1.015 Deals verzeichnet, womit der bisherige Rekord von 953 Deals im zweiten Halbjahr 2021 gebrochen wurde.

Beitrag mit Bild

© Tim/Fotolia.com

Schrumpften die weltweiten Fusionen und Übernahmen zwischen dem 1. Halbjahr 2021 und dem 1. Halbjahr 2022 um 27%, sind M&A im Bereich Unternehmenssoftware jedoch bemerkenswert robust geblieben. Der Sektor verzeichnete im zweiten Halbjahr 2021 und im ersten Halbjahr 2022 zwei aufeinanderfolgende Rekordhalbjahre mit einem Anstieg des Transaktionsvolumens um mehr als sechs% und einem Anstieg des Gesamtwerts der ausgewiesenen Transaktionen um 16,5%. 19 Transaktionen wurden in diesem Zeitraum für mehr als eine Mrd. USD abgeschlossen, 5% wurden für mehr als 100 Mio. USD verkauft wurden. Die Mehrheit der Unternehmenssoftware-Transaktionen lag jedoch unter 100 Mio. USD.

Multiples kletterten auf Spitzenwerte

Die medianen Bewertungsmultiplikatoren stiegen zum 1. Halbjahr 2022 stark an: Der Umsatzmultiplikator der letzten 30 Monate kletterte auf einen rekordverdächtigen Wert von 5,2x, während der entsprechende EBITDA-Multiplikator auf einen weiteren Spitzenwert von 20,3x anstieg und damit die Werte vor der Pandemie übertraf.

Fusionen und Übernahmen im Bereich Unternehmenssoftware bemerkenswert robust

Laut der Studienautoren sind die Fusionen und Übernahmen im Bereich Unternehmenssoftware bemerkenswert robust geblieben. Der Sektor widersetzte sich dem allgemeinen Rückgang. Grund dafür waren der Analyse zufolge die geopolitischen und makroökonomischen Ereignisse, die das Marktvertrauen erschüttert haben. Doch die steigende Nachfrage nach Cloud-basierten Diensten ist weiterhin ein wichtiger Treiber für Geschäftsabschlüsse. Unternehmen würden ihre Abläufe modernisieren und sie ausweiten, um von der hohen Marktnachfrage zu profitieren.

Der Enterprise M&A-Markt ist aktuell sowohl für Verkäufer als auch für Käufer sehr attraktiv, stellen die Studienautoren fest. Kleinere Anbieter in Nischensektoren würden zwar mit der Inflation, den Herausforderungen bei der Personalbeschaffung und der zunehmenden Konkurrenz durch Tech-Giganten kämpfen, doch viele Unternehmen in diesem Sektor würden die attraktive Lage nutzen, um an ein anderes Unternehmen zu verkaufen, zu fusionieren oder eine Partnerschaft mit einem Private-Equity-Investor einzugehen, um ihre Führungsposition auf globaler Ebene zu verteidigen oder auszubauen. Andere Unternehmen würden gezielt nach Technologieunternehmen in den Bereichen künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Blockchain suchen, die ihnen bei der Lösung von Lieferkettenproblemen helfen könnten.

Die wichtigsten Akquisiteure der letzten 30 Monate:

  • Visma – 21 Übernahmen – darunter Teamleader NV, Mandu, Woffu Job Organizer
  • Volaris – 20 Übernahmen – darunter Alemba, Sunrise Software, Datapro Inc.
  • ThomaBravo – 19 Übernahmen – darunter Anaplan, Circle Cardiovascular Imaging, UserZoom Technologies

Die größten veröffentlichten Deals im 1 HJ 2022:

  • 61,0 Mrd. USD – Broadcom übernimmt VMware zum 5,3-fachen Umsatz und 20,6-fachen EBITDA
  • 13,2 Mrd. USD – Vista Equity Partners erwirbt Citrix Systems zum 5,2-fachen Umsatz und 28-fachen EBITDA
  • 13,1 Mrd. USD – Intercontinental Exchange erwirbt Black Knight zum 11,2-fachen Umsatz und 24,8-fachen EBITDA

Der aktuelle „Enterprise-Software-M&A-Report 2H2022“ kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.

(Pressemitteilung Hampleton Partners vom 08.09.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

© habrda/ fotolia.com

21.09.2026

Autoindustrie: Gewinne und Margen brechen ein

Die deutschen Autokonzerne geraten im internationalen Wettbewerb zunehmend unter Druck. Während der Umsatz der 19 größten Autohersteller weltweit im ersten Halbjahr 2026 um 3,6% auf den Rekordwert von 1,048 Billionen Euro stieg, sanken die Erlöse der deutschen Hersteller um 2,9% auf 284 Milliarden Euro. Das zeigt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Gewinne und

Autoindustrie: Gewinne und Margen brechen ein
Meldung

© alexlmx/fotolia.com

16.09.2026

Was Private-Equity-Wertschöpfung wirklich entscheidet

Private-Equity-Investoren können sich immer weniger auf Multiple-Expansion verlassen. Längere Haltedauern und schwierigere Exit-Märkte erhöhen den Druck, Wert operativ zu schaffen. Die Studie „Winning the Value Creation Game“ von Radial, Keyplayer und dem Centre for Performance Management & Controlling der Frankfurt School zeigt, welche Hebel dabei entscheidend sind. Management als wichtigster Werttreiber Mehr als 100 Gespräche

Was Private-Equity-Wertschöpfung wirklich entscheidet
Meldung

© Creativa Images/fotolia.com

16.09.2026

Deutsche Unternehmen finanzieren China-Investitionen zunehmend aus Gewinnen vor Ort

Deutsche Unternehmen investieren weiter in China und finanzieren den Ausbau immer mehr aus eigenen Gewinnen vor Ort. Sie haben im ersten Halbjahr 2026 rund 5,6 Milliarden Euro zusätzlich in China investiert. Das zeigt eine IW-Auswertung auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank. Der Betrag lag rund ein Drittel über dem Vorjahreszeitraum. Im längerfristigen Vergleich bewegt

Deutsche Unternehmen finanzieren China-Investitionen zunehmend aus Gewinnen vor Ort
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)