• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Erholung am IPO-Markt – aber Europa bremst nach Brexit-Votum scharf ab

29.09.2016

Erholung am IPO-Markt – aber Europa bremst nach Brexit-Votum scharf ab

Beitrag mit Bild

Der weltweite IPO Markt hat nach einem schwachen ersten Halbjahr im dritten Quartal wieder deutlich an Fahrt gewonnen: Die Zahl der Börsengänge stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21% von 209 auf 252 Transaktionen, das Emissionsvolumen wuchs noch erheblich stärker: um 84% von 19,3 auf 35,4 Mrd. USD, so das aktuelle IPO-Barometer des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

Der weltweite IPO Markt hat nach einem schwachen ersten Halbjahr im dritten Quartal wieder deutlich an Fahrt gewonnen: Die Zahl der Börsengänge stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21% von 209 auf 252 Transaktionen, das Emissionsvolumen wuchs noch erheblich stärker: um 84% von 19,3 auf 35,4 Mrd. USD, so das aktuelle IPO-Barometer des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

Stärkste IPO-Aktivität in Asien und Emerging Markets

Besonders kräftig legte der chinesische IPO-Markt zu: Nachdem im Vorjahresquartal gerade einmal 30 Unternehmen in China und Hong Kong den Schritt aufs Parkett gewagt hatten, verzeichneten die dortigen Börsenplätze in den vergangenen drei Monaten insgesamt 102 IPOs – ein Anstieg um 240%. Das Emissionsvolumen hat sich sogar mehr als verfünffacht: von 3,7 auf 19,3 Mrd. USD.

Auch in den Vereinigten Staaten gewann der Markt leicht an Fahrt – wenngleich auf nach wie vor relativ niedrigem Niveau: Die Zahl der Börsengänge an den US-Börsen stieg von 33 auf 35, die Erlöse legten um 13% von 5,7 auf 6,4 Mrd. USD zu.

Nach Brexit-Referendum Zahl und Wert der Börsengänge in Europa deutlich gesunken

Nachdem Europa im ersten Halbjahr noch die weltweit führende IPO-Region war, ist die hiesige IPO-Aktivität  im dritten Quartal aufgrund der aus dem Brexit-Votum resultierenden Unsicherheiten deutlich zurückgegangen: Die Zahl der IPOs sank um gut ein Drittel von 32 auf 20, das Emissionsvolumen ging um 19% von 4,4 auf 3,6 Mrd. USD zurück. „Das Brexit-Votum führte vorübergehend zu erheblicher Verunsicherung und heftigen Marktschwankungen – insbesondere auf dem europäischen Kapitalmarkt“, beobachtet Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Zahlreiche Unternehmen zogen es in diesem Umfeld vor, ihre Pläne für einen Börsengang vorerst zu verschieben und auf einen besseren Zeitpunkt zu warten.“

Seitdem habe sich die Situation allerdings spürbar entspannt, so Steinbach: „Die Volatilität hat in den vergangenen Wochen deutlich abgenommen und liegt aktuell auf relativ niedrigem Niveau – bei gleichzeitig wieder hohen Bewertungsniveaus an den Aktienmärkten. Obendrein sorgt die vergleichsweise gute Kurs-Performance von IPOs im aktuellen Niedrigzinsumfeld für gute Rahmenbedingungen. Das IPO-Fenster ist derzeit also wieder geöffnet.“

Größter Börsengang seit Herbst 2014: Postal Savings Bank of China

Im dritten Quartal wurden weltweit fünf Milliarden-IPOs gezählt. Die größte Transaktion war dabei das Börsendebüt der Postal Savings Bank of China, das 7,8 Mrd. USD einbrachte und zugleich der größte Börsengang weltweit seit dem Alibaba-IPO im September 2014 war. Die zweitgrößte Transaktion im dritten Quartal war der Börsengang des dänischen Zahlungsabwicklers Nets (2,0 Mrd. USD), gefolgt vom IPO des japanischen Messaging-Dienstes Line, der 1,3 Mrd. USD einbrachte.

Starker Rückgang in Großbritannien

Innerhalb Europas verzeichnete vor allem der IPO-Standort Großbritannien im dritten Quartal erhebliche Einbußen: Nachdem dort im ersten Halbjahr noch 33 Börsengänge im Gesamtvolumen von 3,8 Mrd. USD gezählt worden waren, wagten im dritten Quartal nur sieben Unternehmen in Großbritannien den Schritt aufs Parkett und erlösten dabei 377 Mio. USD. Das europaweit höchste Emissionsvolumen verzeichnete im dritten Quartal die Kopenhagener Börse – dank des Nets-Börsengangs –, gefolgt  von der italienischen Börse (vier IPOs, 929 Mio. USD).

Primärmarkt in Deutschland derzeit von großen Abspaltungen geprägt

In Deutschland gab es nach der Sommerpause im dritten Quartal mit der Erstnotiz der Eon-Abspaltung Uniper einen Gang an die Börse. Im bisherigen Jahresverlauf wurden in Deutschland damit fünf  Börsengänge mit einem Emissionsvolumen von 321 Mio. € und einer Marktkapitalisierung zum  IPO von knapp 8,3 Mrd. € durchgeführt.

Für den weiteren Jahresverlauf ist Steinbach optimistisch: „In den vergangenen Wochen haben mehrere Unternehmen ihre Börsenpläne publik gemacht, weitere stehen in den Startlöchern.“ Zum Jahresende hin dürfte der IPO-Markt somit wieder kräftig an Dynamik gewinnen – sowohl in Deutschland als auch europaweit, so Steinbach: „Nach wie vor sind 10 Börsengänge in Deutschland in diesem Jahr möglich“. Angesichts erheblicher wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten – zu denen etwa die Präsidentschaftswahlen in den USA und ein möglicher Zinsschritt in den USA zählen – müssten IPO-Kandidaten sich darauf gefasst machen, dass das IPO-Fenster immer nur kurz geöffnet sei: „Die Entwicklung in den vergangenen Monaten haben sehr deutlich gezeigt, wie wichtig das richtige Timing, Flexibilität und eine gute Vorbereitung sind. Börsenaspiranten müssen bei einem günstigen Kapitalmarktumfeld in der Lage sein, ihre Chance sehr schnell zu nutzen.“

Die vollständige Analyse zum IPO-Markt finden Sie hier.

(Pressemitteilung Ernst & Young vom 28.09.2016)

 


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©ra2 studio/fotolia.com

27.01.2026

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie

Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft sind im Jahr 2024 auf 213,3 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 4,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts einer Inflationsrate von 3,1 % bedeutet dies einen leichten realen Zuwachs. Die Innovationsplanung für die kommenden Jahre bleibt auf einem konstanten Niveau, wie der neue Bericht zur Innovationserhebung 2025 des ZEW

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie
Meldung

©DenysRudyi/fotolia.com

26.01.2026

Topmanager warnen: Ohne Kurswechsel droht Standortverlust

96 % der europäischen Topmanager und 85 % der Bürger halten daher den Schutz der europäischen Wirtschaftsinteressen für zwingend notwendig. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen „European Competitiveness Barometer“ der Boston Consulting Group (BCG), für das 850 Topmanager und 6.400 Bürger in 30 europäischen Ländern befragt wurden. Vier von fünf der befragten Führungskräfte und Bürger fordern

Topmanager warnen: Ohne Kurswechsel droht Standortverlust
Meldung

© Kara / fotolia.com

26.01.2026

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bremsen Offshore-Ausbau

Der Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee kommt langsamer voran als politisch geplant. Das zeigt eine neue Studie der Boston Consulting Group (BCG). Zwar haben sich die neun Anrainerstaaten auf ein gemeinsames Ziel von 120 Gigawatt (GW) Offshore-Windleistung bis 2030 verständigt, doch aktuell sind erst rund 34 GW installiert. Um das Ziel zu erreichen, müsste

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bremsen Offshore-Ausbau
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)