• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Erneut mehr Vorständinnen in großen Unternehmen, Dynamik lässt aber nach

23.01.2023

Erneut mehr Vorständinnen in großen Unternehmen, Dynamik lässt aber nach

Der Frauenanteil in den Vorständen und Aufsichtsräten großer Unternehmen in Deutschland ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Die 200 umsatzstärksten Unternehmen (Top-200) des Landes hatten im Spätherbst 2022 ihre Vorstände im Durchschnitt zu rund 16% und ihre Aufsichtsräte zu rund 31% mit Frauen besetzt. Im Vergleich zum vorherigen Jahr war der Anstieg mit knapp einem beziehungsweise einem halben Prozentpunkt jedoch gering und in den Vorständen deutlich niedriger als ein Jahr zuvor. Das geht aus dem Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW Berlin hervor.

Beitrag mit Bild

© contrastwerkstatt / fotolia.com

Gesetzliche Mindestbeteiligung für Vorstände wirkt – Dynamik lässt aber nach

Nachdem die gesetzliche Mindestbeteiligung für Vorstände 2021 für ordentlich Schwung gesorgt hatte, haben viele Unternehmen in ihren Bemühungen offenbar wieder nachgelassen. Betrachtet man innerhalb der Top-200-Gruppe nur jene Unternehmen, die sich an die Mindestbeteiligung halten müssen, lag der Anteil der Vorständinnen mit gut 19% etwas höher. Die Vorgabe gilt für aktuell rund 60 Unternehmen, die börsennotiert und paritätisch mitbestimmt sind und einen mindestens vierköpfigen Vorstand haben. Das gesetzliche Mindestbeteiligungsgebot für Vorstände wirkt, stellen die Studienautoren fest, doch auch mit der gesetzlichen Vorgabe sei es bis zur Geschlechterparität kein Sprint, sondern eher ein Dauerlauf.

DAX-40 und Unternehmen mit Bundesbeteiligung stechen 2022 positiv heraus

Erneut wurden im DIW Managerinnen-Barometer die Frauenanteile in Vorständen und Aufsichtsräten von mehr als 500 Unternehmen erhoben – darunter die 200 umsatzstärksten Unternehmen, 160 in den DAX-Indizes notierte Unternehmen, 100 Banken, 60 Versicherungen und 69 Unternehmen, an denen der Bund beteiligt ist. Die Frauenanteile in den Spitzengremien liegen je nach Unternehmensgruppe auf unterschiedlichen Niveaus, das generelle Bild ist jedoch relativ vergleichbar: In Vorständen sind Frauen deutlich seltener vertreten als in Aufsichtsräten und die Anstiege waren in beiden Gremien im vergangenen Jahr eher mau. Mit größeren Steigerungen voran gingen jedoch die DAX-40-Unternehmen (erstmals mehr als 20% Frauen im Vorstand) und die Unternehmen mit Bundesbeteiligung (erstmals mehr als 30% Frauen im Vorstand).

Unternehmen mit verschiedenen Geschwindigkeiten in ihren Gleichstellungsbemühungen

Die Politik hat in den vergangenen Jahren vor allem mit den beiden Führungspositionen-Gesetzen den Weg für mehr Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten bereitet. Bis zur Geschlechterparität ist es aber noch immer weit, erklären die Studienautoren. Nun seien die Unternehmen am Zug: Neben mehr Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten komme es auch auf die passende Unternehmenskultur an, auf ein Klima, das Gleichstellung begünstige und eine inklusive Arbeitskultur fördere.

Textanalyse von Konzernabschlüssen zeigt, dass Unternehmen gesetzliche Berichtspflichten unterschiedlich umsetzen

Wie eine weitere Analyse im Rahmen des diesjährigen Managerinnen-Barometers zeigt, kristallisieren sich mit Blick auf die Gleichstellungsbemühungen der Unternehmen zwei Geschwindigkeiten heraus. Die Wissenschaftler haben über 500 Jahresabschlüsse der Unternehmen, die in den Jahren 2009 bis 2022 im DAX-30 beziehungsweise DAX-40 vertreten waren, untersucht. Demnach setzen die Unternehmen die gesetzlichen Berichtspflichten sehr unterschiedlich um. Zwar hat der Umfang der Angaben zu Frauen und Führungspositionen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Letztlich lässt sich aber auf der einen Seite eine gleichstellungsorientierte Gruppe von Unternehmen identifizieren, die konkrete Maßnahmen für mehr Frauen in Führungspositionen in den gesetzlich vorgeschriebenen Berichten dokumentiert. Auf der anderen Seite gibt es der Analyse zufolge eine complianceorientierte Gruppe, die in erster Linie daran interessiert scheint, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Transparenz steigt durch gesetzliche Berichtspflichten

Die gleichstellungsorientierte Gruppe verzeichnet einen deutlich höheren Frauenanteil im Aufsichtsrat und sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat eine größere Dynamik. Die gesetzlichen Berichtspflichten haben die Transparenz nachweislich erhöht, resümieren die Studienautoren. Neben zahlenmäßigen Vorgaben würden also auch die Vorgaben zur Berichterstattung dazu beitragen, die öffentliche Aufmerksamkeit zu erhöhen und so den Weg zur Geschlechterparität weiter zu ebnen.

Weitere Informationen zum „DIW Managerinnen-Barometer“ finden Sie hier.

(Pressemitteilung Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung vom 18.01.2023)


Weitere Meldungen


Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

29.04.2026

Verwaltetes Vermögen wächst weltweit auf 147 Billionen US-Dollar

Das weltweit verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) stieg im Jahr 2025 um 11 % auf 147 Billionen US-Dollar. Die Margen der Asset-Management-Unternehmen blieben stabil bei über 30 %. Trotz dieser starken Kennzahlen steht die globale Branche vor einem strukturellen Wendepunkt. Denn das Umsatzplus beruht zu 80 % auf positiven Marktentwicklungen, während nachhaltige Nettozuflüsse nur einen begrenzten Beitrag

Verwaltetes Vermögen wächst weltweit auf 147 Billionen US-Dollar
Meldung

© kritchanut/fotolia.com

28.04.2026

M&A-Deal-Volumen bei Deutschlands Tech-Unternehmen steigt deutlich

Die Zahl der Übernahme-Deals bei deutschen Tech-Unternehmen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken – von 387 auf 375 Deals. Allerdings ist das Volumen der Transaktionen deutlich – um 28 % – auf umgerechnet gut 16 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von 3,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2024. Zum Vergleich: Den Höhepunkt erreichten

M&A-Deal-Volumen bei Deutschlands Tech-Unternehmen steigt deutlich
Meldung

© stanciuc/fotolia.com

27.04.2026

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity

Der europäische Private-Equity (PE)-Markt war im Jahr 2025 gespalten: Die Anzahl der Transaktionen sank um 8 % auf insgesamt 3.881 Deals, während das Gesamtvolumen um 28 % auf 457,6 Milliarden Euro stieg. Vor allem Megadeals – Transaktionen jenseits der Eine-Milliarde-Euro-Schwelle – trieben den Markt. Demgegenüber fanden kleinere und mittlere Deals seltener statt. Dieser K-förmige Markt – oben

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)