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14.02.2019

Erstmals seit sechs Jahren weniger Transaktionen im deutschen LBO-Markt

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© designer491/fotolia.com

Nach Jahren stetigen Wachstums hat der deutsche LBO-Markt zum ersten Mal seit Ende der Finanzkrise einen Rückgang verbucht. Die Zahl der abgeschlossenen Transaktionen sank im abgelaufenen Jahr auf 89 gegenüber 103 in 2017 – ein Minus von annähernd 15 Prozent. Alternative Finanzierer setzen ihre Erfolgsgeschichte hingegen auch im Jahr 2018 unbeirrt weiter fort und trotzen so dem generellen Rückgang im deutschen LBO-Markt.

Der aktuelle MidCapMonitor der Investmentbank GCA Altium, der regelmäßig Leveraged-Buyout-Finanzierungen mit Kreditvolumen zwischen 20 und 500 Millionen Euro darstellt, weist für das Gesamtjahr 2018 für Debt Funds einen Anteil von fast der Hälfte am deutschen LBO-Markt aus: Er ist gegenüber 2017 mit 35 Prozent nochmals deutlich gestiegen und beträgt nunmehr 48 Prozent. Von den 89 Transaktionen im Jahr 2018 haben Debt Funds 43 Transaktionen erfolgreich umgesetzt. Der Marktanteil der Banken lag 2017 noch bei 65 Prozent und ist nun mit 46 Transaktionen auf 52 Prozent geschrumpft.

Der Erfolg der alternativen Finanzierungsparteien basiert auf mehreren Faktoren. Zum einen ist zu beobachten, dass Banken bei einzelnen Transaktionen – insbesondere bei zyklischen Unternehmen – vermehrt risikoaverser auftreten. Flexiblere Debt Funds füllen diese Lücke und stellen so Transaktionen sicher, die mit Banken nicht – oder nur deutlich konservativer – finanziert worden wären. Zum anderen können eine deutlich erhöhte Anzahl von Debt Funds mittlerweile Volumina von EUR 150 Millionen und mehr pro Einzeltransaktion zur Verfügung stellen und machen damit einen komplexen Bankenclub überflüssig. „Der Zeitvorteil bei größeren Finanzierungen aus einer Hand spielt inzwischen besonders häufig bei kompetitiven Auktionen eine Rolle“, kommentiert Johannes Schmittat, Managing Director im Frankfurter Büro von GCA Altium, die Entwicklung. Auch ist zu beobachten, dass insbesondere Buy-and-Build-Strategien über alternative Kreditgeber finanziert werden. „Die Endfälligkeit der Kredite sowie höhere Flexibilität bei den Bedingungen setzen Kapital für Wachstum durch Zukäufe frei“, sagt Norbert Schmitz, ebenfalls Managing Director von GCA Altium.

Es fällt zudem auf, dass der Erfolg der alternativen Finanzierungsparteien nicht nur auf Deutschland beschränkt ist. Europaweit wurden im vergangenen Jahr 219 LBO-Transaktionen durch Debt Funds finanziert. „Gegenüber 2017 ist das eine weitere Erhöhung um 22 Prozent“, sagt Norbert Schmitz. Allerdings gab es in Q4 erstmalig einen signifikanten Rückgang von 14 Transaktionen gegenüber dem Vorquartal (minus 23 Prozent). Neben Deutschland mit 43 Transaktionen wurden alternative Finanzierungen auch in Großbritannien (67 Transaktionen) und Frankreich (48 Transaktionen) intensiv genutzt.

Anstieg alternativer Finanzierungen erwartet

In Summe geht GCA Altium nicht davon aus, dass die Banken die verlorenen Marktanteile in naher Zukunft zurückgewinnen werden. Vielmehr wird ein weiteres Ansteigen der alternativen Finanzierungen in 2019 erwartet.

Auf Bankenseite hat die Commerzbank ihr erfolgreiches erstes Halbjahr fortgesetzt und liegt für das Gesamtjahr 2018 mit 13 Transaktionen auf Platz 1. Die Unicredit (10) konnte ihren 2. Rang verteidigen, wohingegen der letztjährige Marktführer SEB (9) sich mit der Bayern LB (9) Platz 3 teilen muss. Bemerkenswert hierbei ist, dass die Anzahl der von Banken finanzierten Transaktionen ein Minus von 32 Prozent verzeichnet und mit 46 im Jahr 2018 deutlich unter dem Niveau von 2017 (68) liegt.

Auch wenn es am Londoner Large-Cap- und High-Yield-Markt in 2018 mehrfach heftigen Gegenwind für niedrige Margen und sehr kreditnehmerfreundliche Konditionen gab, konnte GCA Altium keine Auswirkungen auf den deutschen LBO-Markt feststellen. „Aufgrund des weiterhin extrem hohen Wettbewerbsumfelds zwischen Banken und Debt Funds erwarten wir kurzfristig stabile Konditionen“, ergänzt Norbert Schmitz.

(Pressemitteilung GCA Altium vom 13.02.2019)


Redaktion

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