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09.08.2016

Erträge mit Firmenkunden fallen auf tiefsten Stand seit 2009

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Nach einem traditionell stärkeren ersten Halbjahr 2015 und der damit verbundenen temporären Entspannung hat sich die Lage im Firmenkundengeschäft der deutschen Banken wieder verschärft. Der Bain-Corporate-Banking-Index fiel in den beiden Dimensionen Ertrag und Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte 2015.

Nach einem traditionell stärkeren ersten Halbjahr 2015 und der damit verbundenen temporären Entspannung hat sich die Lage im Firmenkundengeschäft der deutschen Banken wieder verschärft. Der Bain-Corporate-Banking-Index fiel in den beiden Dimensionen Ertrag und Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte 2015.

Damit liegt der Wert beim Ertrag nun nahe des Indexwerts der ersten sechs Monate des Jahres 2009, als die Banken weltweit mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen hatten. Anders als noch im ersten Halbjahr 2015 konnten die Banken ihr schwaches Zinsergebnis bis zum Jahresende nicht mehr durch höhere Provisionseinnahmen kompensieren.

Die Nachfrage nach Krediten ist seit 2011 stabil, das Kreditvolumen liegt bei rund 1 Billion Euro. Doch die durchschnittliche Kreditmarge schrumpft seitdem kontinuierlich: von 1,9 auf zuletzt 1,4 Prozent.

Damit liegt sie nur noch 0,1 Prozentpunkte über den historischen Tiefstständen von 2008. Dr. Jan-Alexander Huber, Partner bei Bain & Company und Corporate-Banking-Experte, weist auf erhebliche Unterschiede innerhalb der Branche hin: „Einzelne Institute erzielen mit Kernkunden im Kreditgeschäft weiterhin durchaus attraktive Renditen. Ihr effizienter und fokussierter Vertrieb zahlt sich hier sichtbar aus.“

Höhere Effizienz ist umso wichtiger, da die Verwaltungskosten im Firmenkundengeschäft unverändert steigen. Das liegt vor allem an der Anpassung der Tarifgehälter sowie der Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen. In der Folge steigt die Cost-Income-Ratio auf 43 Prozent und ist damit so hoch wie noch nie seit der Jahreswende 2008/2009.

Eigenkapitalrendite sinkt auf 14 Prozent vor Steuern

Entlastet wurde das Ergebnis auch im zweiten Halbjahr 2015 durch eine Kreditrisikovorsorge weit unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Banken profitieren nach wie vor von der robusten Konjunktur und den rückläufigen Firmeninsolvenzen. Das reicht allerdings nicht aus, um den Profitabilitätsverfall zu stoppen. Besonders augenscheinlich wird dieser bei der Eigenkapitalrendite vor Steuern: Mit 14 Prozent ist sie im zweiten Halbjahr 2015 auf das niedrigste Niveau seit Überwindung der Finanzkrise gesunken. „Die Banken kämpfen im Firmenkundengeschäft nicht nur mit schwindenden Erträgen und steigenden Kosten“, stellt Dr. Christian Graf fest, Principal bei Bain & Company und Co-Autor der Studie. „Sie müssen auch ihr Eigenkapital stärken, was die Rendite zusätzlich belastet.“

Ertragssituation stabilisieren und neue Potenziale erschließen

Die deutschen Banken durchlaufen derzeit eine weitere Runde von Kostensenkungen. Werden diese konsequent und nachhaltig umgesetzt, können sie die nötige Entlastung verschaffen. Mittel- und langfristig aber müssen die Institute Wege finden, ihre Ertragssituation zu stabilisieren und neue Gewinnpotenziale zu erschließen. Mit einer konsequenten, vom Kunden her gedachten Digitalisierung kann es gelingen, sich vom Wettbewerb abzusetzen.

„Corporate-Banking bleibt attraktiv“, so Bain-Partner Huber. „Dafür sprechen die immer noch zweistelligen Eigenkapitalrenditen. Doch nur mit neuen strategischen Ansätzen und höchster Effizienz können die Banken in diesem Markt auf Dauer bestehen.“

(Pressemitteilung Bain vom 09.08.2016)


Redaktion

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