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06.09.2019

Europäische M&A-Manager bewerten Aussichten skeptisch

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Schwächelnde Konjunkturindikatoren, Ungewissheit in Bezug auf den Brexit und wachsender Protektionismus im Welthandel haben zu einem Stimmungsumbruch am M&A-Markt und einer rückläufigen Entwicklung bei Abschlüssen beigetragen.

Das ist eines der Ergebnisse des siebten „European M&A Outlook“, einer gemeinsamen Studie von CMS und Mergermarket.

Die Studie bietet eine eingehende Analyse der Stimmung am europäischen M&A-Markt. Dazu wurden 230 europäische Führungskräfte von Unternehmen und Finanzinvestoren zu ihren Erwartungen für M&A im kommenden Jahr befragt.

In den letzten zwölf Monaten ist der M&A-Transaktionswert in Europa im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 652,2 Milliarden Euro gefallen. Mehrere Deals sind gescheitert, darunter der geplante Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank in Deutschland, die Fusion von Asda und Sainsbury’s in Großbritannien sowie des französischen Anbieters von Bahntechnik Alstom und der Bahnsparte des deutschen Mischkonzerns Siemens.

Der Rückgang bei den Abschlüssen sowie die allgemeinen Bedenken der Wirtschaft und der Märkte haben die Prognosen der Dealmaker deutlich negativer ausfallen lassen. Führungskräfte befürchten, dass sich das Wirtschaftsklima weiter verschlechtern wird, wobei knapp die Hälfte (45 Prozent) der Befragten überhaupt keine M&A in Betracht zieht. Im letzten Jahr lag der entsprechende Wert bei 28 Prozent. Darüber hinaus gehen 73 Prozent der Befragten davon aus, dass die M&A-Aktivitäten in Europa in den nächsten zwölf Monaten abnehmen beziehungsweise sich auf dem gleichen Niveau bewegen werden.

Bei weitgehend negativen Aussichten für M&A erwarten die Marktteilnehmer aufgrund der sich verschlechternden Konjunktur im kommenden Jahr eine Zunahme der Distressed-M&A-Transaktionen und Restrukturierungen. Fast alle Befragten (95 Prozent) rechnen mit einem Anstieg der Distressed-M&A-Deals. 94 Prozent sind der Ansicht, dass die Anzahl der Restrukturierungen wachsen wird.

Stefan Brunnschweiler, Leiter der Corporate/M&A Practice Group von CMS, erklärt: „Corporates und Private-Equity-Unternehmen agieren vorsichtiger, das heißt, es wird wohl weniger Mega-Abschlüsse geben. Es wird auch länger dauern, bis die Transaktionen unter Dach und Fach sind, da die Käufer sich mehr Zeit für die Due-Diligence-Prüfung nehmen.“

„Doch ungeachtet der geopolitischen und marktbezogenen Unwägbarkeiten bieten sich noch immer zahlreiche Chancen für Deals. Die Anzahl der Distressed-M&A-Transaktionen dürfte zunehmen, und in den Bereichen Neue Technologien und IP wird es weiterhin attraktive Investmentchancen geben“, so Brunnschweiler weiter.

Auch wenn die Stimmung am Markt getrübt ist, besteht durchaus Interesse an Deals, wenn die Voraussetzungen stimmen. Virginia Garcia Martinez, Transactions Editor EMEA bei Mergermarket, kommentiert: „Die Käufer zeigen sich bei Transaktionen immer wählerischer und favorisieren Abschlüsse in wachstumsstarken Sektoren mit Steigerungspotenzial, aber auch einem gewissen Schutz vor Verlustrisiken. So fanden im ersten Halbjahr 2019 von den zehn größten Abschlüssen zwei in dem robusten Sektor Pharma, Medizin und Biotechnologie (PMB) und drei in dem heiß umkämpften Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT) statt. Besonders erwähnenswert ist die Übernahme der Liberty-Global-Tochter UPC Switzerland durch Sunrise Communications mit einem Volumen von 5,5 Milliarden Euro.“

Weitere wichtige Erkenntnisse der Studie:

  • Das Finanzierungsumfeld wird sich im kommenden Jahr voraussichtlich verschlechtern. 72 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Konditionen weniger attraktiv sein werden – eine deutliche Zunahme gegenüber 24 Prozent im Vorjahr.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) geht nach wie vor davon aus, dass die Anzahl der grenzübergreifenden Transaktionen in den nächsten zwölf Monaten zunehmen wird (2018: 92 Prozent). Allerdings erwarten nur 20 Prozent (gegenüber 64 Prozent im Vorjahr), dass das Gesamtvolumen solcher Abschlüsse steigt.
  • Private Equity wird wohl im kommenden Jahr als Kapitalquelle an Bedeutung gewinnen. 53 Prozent der Befragten erwarten jedoch, dass sie Abschlüsse mit eigenen Mitteln finanzieren werden müssen.

(Pressemitteilung CMS vom 05.09.2019)


Redaktion

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