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29.04.2021

Europäische Private-Equity-Investoren überstehen Krise relativ gut

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© pichetw/fotolia.com

Der europäische Private-Equity-Markt hat das Pandemie-Jahr 2020 relativ gut überstanden. Allerdings gab es branchenspezifische Unterschiede. Insgesamt zählten die Studienautoren 2792 Transaktionen (plus 4 Prozent ggü. 2019) im Wert von insgesamt 318,8 Mrd. Euro (plus 26 Prozent ggü. 2019). In den Jahren 2015 bis 2019 waren es durchschnittlich lediglich 2524 Transaktionen mit 245 Mrd. Euro Gesamtvolumen.

Das und mehr ergab der „Private Equity Trend Report 2021“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Für den Report hat PwC 250 Führungskräfte europäischer PE-Firmen befragt, die jeweils über mindestens 250 Millionen Euro an verwaltetem Vermögen verfügen.

Hervorzuheben sind die beiden größten Deals des vergangenen Jahres: Der in London ansässige Softbank’s Vison Fund verkaufte den zum japanischen Telekommunikations- und Medienkonzern Softbank gehörenden Chiphersteller ARM für 32,5 Mrd. Euro an den US-amerikanischen Grafikprozessor- und Chipsatzproduzenten NVIDIA. Und der deutsche Stahlkonzern Thyssenkrupp veräußerte seine Aufzugsparte für 17,2 Mrd. Euro an die PE-Investoren Advent und Cinven.

Konzentrationsprozess infolge von COVID-19

29 Prozent der befragten Unternehmen schlossen 2020 mehr Deals ab als im Vorjahr, bei 57 Prozent waren es wegen der COVID-19-Pandemie allerdings weniger Deals als 2019. Und 58 Prozent hatten pandemiebedingt Unternehmen mit geringeren Erträgen oder finanziellen Notlagen im Portfolio. Nur etwas mehr als jedes fünfte PE-Unternehmen (22 Prozent) hat 2020 seine Erträge gesteigert.

In der Vergangenheit waren die Investmentvolumina relativ gleichmäßig auf die verschiedenen Branchen verteilt. In der Coronavirus-Pandemie fand ein Konzentrationsprozess statt. So investierten PE-Unternehmen bei 751 Deals insgesamt 84 Mrd. Euro in den TMT-Sektor (Technologie, Medien, Telekommunikation). Beide Werte entsprechen 25 Prozent des gesamten Transaktionswerts bzw. -volumens im europäischen PE-Markt des Jahres 2020.

E-Commerce, Technologie und Pharma sind Gewinnerbranchen

Auch die PE-Investitionen in Pharma, Medizin und Biotechnik (PMB) sind gestiegen: von neun auf zwölf Prozent der Gesamtinvestitionen. Gut ein Drittel der Befragten (34 Prozent) glaubt, dass E-Commerce als größter Gewinner aus dem Pandemie-Jahr gehen wird, gefolgt von Technologie und Pharmazie (jeweils 21 Prozent) und Life Sciences (20 Prozent).

„In der Pandemie gab es Gewinner- und Verliererbranchen. Das spiegelt sich im Bruttoinlandsprodukt wider. Im dienstleistungsorientierten Großbritannien etwa ist es um zehn Prozent gesunken, am Produktionsstandort Deutschland dagegen nur um fünf Prozent“, sagt Steve Roberts, Leiter des Bereichs Private Equity bei PwC Deutschland.

Hidden Champions machen Deutschland attraktiv

Im Ländervergleich gehört Deutschland zu den Aufsteigern des Jahres. Mit einem Anstieg von sieben auf 18 Prozent Marktanteil an europäischen Buyout-Deals (nach Transaktionsvolumen) kam die Bundesrepublik im europäischen Vergleich auf Platz zwei hinter Großbritannien. Das lag vor allem an der oben erwähnten Thyssenkrupp-Transaktion.

46 Prozent der befragten PE-Unternehmen sind in Deutschland investiert. Sie alle wollen ihre Investments halten. 85 Prozent möchten sogar noch mehr investieren. „Deutschland ist nicht nur die größte Volkswirtschaft Europas, sondern beheimatet auch außergewöhnlich viele kleine und mittlere Unternehmen“, sagt Steve Roberts von PwC. „Viele von ihnen sind hochspezialisierte Hidden Champions. Hier können Private-Equity-Investoren noch einige Juwelen entdecken.”

PE-Branche blickt optimistisch in die Zukunft

Insgesamt blickt die europäische Private Equity-Branche optimistisch in die Zukunft: Mehr als 58 Prozent erwarten für 2021 eine positive Marktentwicklung. Bei den deutschen PE-Investoren sind es sogar 80 Prozent. In Europa gehen 75 Prozent davon aus, dass sie im Jahr 2021 mehr Deals abschließen werden als 2020. 85 Prozent der Befragten glauben zudem, dass Abschlüsse und Renditen bald stark davon abhängen, wie sehr Unternehmen digitalisiert sind. 96 Prozent der Befragten haben dementsprechend bereits in Digitalisierung investiert, 97 Prozent planen es für 2021.

(Pressemitteilung PwC vom 29.04.2021)


Redaktion

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