26.09.2024

Europas IPO-Markt mit guter 9-Monats-Bilanz

2024 bleibt ein herausforderndes Jahr für die gesamte Wirtschaft, dennoch besteht Anlass für Optimismus, dass Börsengänge wieder attraktiver werden.

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murrstock/123rf.com

In einem traditionell ruhigen dritten Quartal 2024 gingen weltweit 310 Unternehmen an die Börse – 14 % weniger als im Vorjahresquartal (359). Das Emissionsvolumen sank um 35 % auf 24,9 Mrd. US-Dollar. Die Zahlen für die ersten drei Quartale des Jahres 2024 sind aufgrund des schwächeren dritten Quartals ebenfalls rückläufig: 870 Börsengänge sind ein Minus von 11 % im Jahresvergleich, 77,6 Mrd. US-Dollar an Platzierungsvolumen ein Minus von 23 %.

Deutliche regionale Verschiebungen

In den ersten neun Monaten des Jahres 2024 kam es zu deutlichen regionalen Verschiebungen. Die USA verzeichneten bei der Zahl der IPOs ein Plus und kamen auf 130 IPOs (Vj. 101) mit einem Emissionsvolumen von 27,3 Mrd. US-Dollar (Vj. 19,4 Mrd. US-Dollar). In den USA fand auch der nach Emissionsvolumen größte Börsengang in Q3 statt – die Lineage Inc. mit 5,1 Mrd. US-Dollar. Der Markt für Börsengänge in China schrumpfte hingegen signifikant und erreichte nur noch 120 IPOs (minus 62 % im Vorjahresvergleich) mit einem Emissionsvolumen von 13,5 Mrd. US-Dollar (minus 73 %). An europäischen Börsen ließen sich insgesamt 94 Unternehmen listen (minus 12 %) mit einem auf Jahressicht deutlich gestiegenen Emissionsvolumen von 15,4 Mrd. US-Dollar (plus 42 %).

In Deutschland gab es in Q3 2024 einen Börsengang in Form eines De-SPAC. Dadurch ist der Hersteller industrieller Drucker – die BigRep SE – seit Ende Juli im General Standard an der Börse Frankfurt gelistet. BigRep ist der vierte Börsengang in Deutschland und ergänzt die bereits 2024 neu gelisteten Unternehmen Douglas, Renk Group und Elaris. Die höchsten Anteile am weltweiten Emissionsvolumen in den ersten drei Quartalen von 77,6 Mrd. US-Dollar entfielen auf die Branchen Technologie (14,0 Mrd. US-Dollar), Health/Life Science (11,9 Mrd.) und Industrie (11,7 Mrd.). Das sind Ergebnisse des aktuellen IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

Anlass für vorsichtigen Optimismus

„2024 bleibt ein herausforderndes Jahr für Börsengänge, das IPO-Sentiment ist beispielsweise geprägt von weiterhin bestehenden geopolitischen Spannungen, den unsicheren wirtschaftlichen Aussichten, dem Ausgang und den Implikationen der US-Präsidentschaftswahl und den erwarteten weiteren geldpolitischen Lockerungen“, analysiert Dr. Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Dennoch besteht Anlass für vorsichtigen Optimismus: bekannte Aktienindizes notieren nahe ihrer Allzeithochs, die Zentralbanken in Europa und den USA haben erste Zinssenkungen vorgenommen, und auch die Inflationsraten sinken stetig in vielen Ländern.“

Vor diesem Hintergrund werden Börsengänge wieder attraktiver. Investoren schauen hier nach IPOs mit einer überzeugenden Equity Story und einem nachhaltigen Geschäftsmodellen. Von größter Relevanz sind dabei das richtige Timing und das mittel- bis langfristige Wertsteigerungspotenzial. Auch großvolumige IPOs sind denkbar, da sich mehrere etablierte Unternehmen darauf vorbereiten, zu gegebener Zeit an die Börse zu gehen – sowohl Private-Equity-Exits und Spin-offs als auch Carve-outs sowie Unicorns.

(EY vom 26.09.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


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