02.07.2024

Europas IPO-Markt überzeugt

Die globalen IPO-Märkte zeigen eine deutliche regionale Verschiebung der IPO-Aktivität. Während Asien Rückgänge verzeichnet, präsentieren sich Europa und die USA stark.

Beitrag mit Bild

murrstock/123rf.com

Das globale IPO-Sentiment ist im ersten Halbjahr 2024 (H1 24) verhalten geblieben: Insgesamt wagten weltweit 551 Unternehmen den Sprung aufs Parkett – 12 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch das Emissionsvolumen schrumpfte um 16 % auf 52,2 Milliarden US-Dollar. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick auf die Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal; bei der Zahl der weltweiten IPOs ist ein Rückgang um 15 % auf 271 Firmen zu verzeichnen, beim Emissionsvolumen ist der Rückgang noch deutlicher mit minus 31 % auf 27,8 Mrd. US-Dollar.

Verschiebung der IPO-Aktivitäten

Ein Trend hält an: Auch im zweiten Quartal haben sich die IPO-Aktivitäten weiter verschoben. Der traditionell weltweit führende asiatische IPO-Markt musste erneut Rückgänge verzeichnen; und der Marktanteil Asiens sank von 60 auf 39 %. Das Bild wird vor allem getrübt durch die Entwicklung in China. Dort wurden im H1 24 nur noch 74 IPOs gezählt (minus 64 %). Auch das Emissionsvolumen schrumpfte deutlich auf nur noch 6,3 Mrd. US-Dollar (minus 81 %). Dagegen ging es in Europa bei der Zahl der IPOs um 10 % (auf 69) und beim Emissionsvolumen um 196 % nach oben (auf 15,2 Mrd.). Auch der US-Markt performte im ersten Halbjahr deutlich besser im Jahresvergleich: Die Zahl der IPOs stieg um 27 % auf 80; und das Emissionsvolumen kletterte um 75 % auf 17,8 Mrd. US-Dollar.

Die höchsten Anteile am weltweiten Emissionsvolumen im ersten Halbjahr von rund 52 Mrd. US-Dollar entfielen erneut auf die Branchen Technologie (10,8 Mrd.) und Health/Life Science (8,9 Mrd.). Der größte Börsengang des bisherigen Jahres fand im zweiten Quartal in Spanien statt: Das Familienunternehmen Puig Brands SA aus der Konsumgüterbranche erzielte bei seinem IPO ein Emissionsvolumen von mehr als 2,9 Mrd. US-Dollar.

Kein Börsenneuzugang in Deutschland

In Deutschland gab es keinen Börsenneuzugang im zweiten Quartal. Insgesamt gab es in Deutschland im H1 2024 neben dem Douglas-IPO mit der Privatplatzierung der Renk Group AG an der Frankfurter Wertpapierbörse und dem IPO der Elaris AG an der Börse München drei Börsengänge mit einem kumulierten Platzierungsvolumen von rund 1,4 Mrd. Euro.

Das sind Ergebnisse des aktuellen IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

Blick aufs zweite Halbjahr

„Das Momentum für einen Fortgang der höheren IPO-Aktivitäten im zweiten Halbjahr ist gut. Gestützt wird dies vom zurückgehenden Zinsniveau, der derzeit geringen Volatilität und vom weiterhin attraktiven Kursniveau an den Weltbörsen“, bewertet Dr. Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY, die Zahlen. Es sei viel Bewegung im Markt, so Steinbach. „Investoren erwarten von in der Vorbereitung befindlichen IPO-Kandidaten eine überzeugende Equity Story und ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell mit Wertsteigerungspotenzial.“ Mit Blick auf das zweite Halbjahr seien drei Faktoren entscheidend für das Investorensentiment und das IPO-Zeitfenster: der Fortgang der Zinssenkungen, geopolitische Spannungen und die anstehenden Wahlen in den USA. „Die Pipeline ist gut gefüllt – sowohl in Europa als auch in Deutschland.“

(EY vom 28.06.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© kevers/fotolia.com

20.05.2026

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf

Mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland suchen immer seltener eine Bankfiliale auf. Im Jahr 2024 nahmen erstmals weniger als die Hälfte der Unternehmen, nämlich 47 %, mindestens einen Geschäftstermin in einer Bank- oder Sparkassenfiliale wahr. Drei Jahre zuvor waren es 50 %, im Jahr 2017 noch 65 %. Der Rückgang der Filialbesuche geht somit weiter, die Dynamik hat

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf
Meldung

© pichetw/fotolia.com

19.05.2026

Stimmung der Finanzverantwortlichen verdüstert sich weiter

Die Folgen der anhaltenden geopolitischen Konflikte werden für Unternehmen immer spürbarer, wie der aktuelle CFO Survey zeigt. So sind geopolitische Risiken der stärkste Risikofaktor für das eigene Unternehmen – fast zwei Drittel (63 %) der CFOs sehen dies so (+ 11 Prozentpunkte). Finanzvorstände nehmen zudem Rohstoff- und Energiekosten als deutlich bedrohlicher wahr als noch vor

Stimmung der Finanzverantwortlichen verdüstert sich weiter
Meldung

©interstid/fotolia.com

19.05.2026

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken

Die DAX-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet: Der Gesamtumsatz der 40 Unternehmen schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 %. Der Gesamtgewinn stieg hingegen um 4,4 %, was vor allem auf die starke Entwicklung der Finanzbranche zurückzuführen ist, deren Gewinn sogar um 15,9 % stieg und einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal erreichte. Die

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)