29.10.2019

Extrem starkes Q3 im deutschen LBO-Markt

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

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Nach dem sehr schwachen ersten Halbjahr 2019 ist der deutsche LBO-Markt im dritten Quartal förmlich explodiert. Der aktuelle MidCapMonitor der Investmentbank GCA Altium, der regelmäßig Leveraged-Buyout-Finanzierungen mit Kreditvolumen zwischen 20 und 500 Millionen Euro analysiert, weist für das dritte Quartal 2019 37 Finanzierungstransaktionen aus – dem gegenüber standen nur 32 im gesamten ersten Halbjahr 2019. 

Besonders interessant ist hierbei, dass die unter Druck stehenden Banken überproportional profitieren konnten. Nach 14 Deals im ersten Halbjahr haben Banken allein im dritten Quartal 2019 20 LBO-Transaktionen erfolgreich umsetzen können. Daraus resultiert ein Anstieg von 10 Prozentpunkten auf 54% Marktanteil für das dritte Quartal verglichen mit 44% nach dem ersten Halbjahr. Die alternativen Kreditgeber, vorrangig Debt Funds, konnten nach 18 Transaktionen im ersten Halbjahr, im dritten Quartal 2019 17 Transaktionen erfolgreich umsetzen. Haupttreiber für den signifikanten Anstieg der gesamten Transaktionszahl waren insbesondere Add-on-Akquisitionen. So stieg deren Anteil im dritten Quartal verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 von 9% auf 19%. Neue Primary-Finanzierungen fielen im selben Zeitraum von 44% auf 30% zurück.

Die gute Performance der Banken im dritten Quartal ist zum einen sicherlich darauf zurückzuführen, dass viele der Transaktionen Add-on-Finanzierungen oder Recaps / Refinancings waren, bei denen in der Regel keine aggressiven Zeitschienen wie bei Auktionsprozessen verlangt werden. Zum anderen konnten die Banken sich bei einigen Transaktionen im größeren MidCap-Bereich (z.B. Schleich, ADCO) auch einmal wieder mit einem Underwriting gegen die Debt Funds durchsetzen. „Trotz des Erfolgs der Banken im dritten Quartal gehen wir davon aus, dass die Debt Funds sich ab Finanzierungsvolumen von 50 Millionen Euro und höher weiter mehrheitlich durchsetzen werden“, kommentiert Norbert Schmitz, Managing Director im Frankfurter Büro von GCA Altium die Entwicklung. „Der Vorteil einer Debt-Fund-Finanzierung aus einer Hand wird immer bedeutender und mit steigender Fundgröße können die Debt Funds immer größere Tickets allein darstellen – Einzeltickets von Debt Funds von 300 Millionen Euro sind absolut keine Einzelfälle“, so Schmitz. „Die deutlich vermehrte Akzeptanz von Debt-Fund-Finanzierungen in eigentlich liquiden Bankmärkten in den letzten 12 bis 18 Monaten, nicht nur in Deutschland, sondern zum Beispiel auch in den Niederlanden, Schweden und Spanien sind aus unserer Sicht eine Fortsetzung der positiven Debt-Fund-Entwicklung in Ländern wie Großbritannien und Frankreich und werden sich weiter verstärken“, erläutert Johannes Schmittat, ebenfalls Managing Director bei GCA Altium.

Die aktivsten Private-Equity-Häuser in den 9 Monaten des Jahres 2019 waren mit je sechs Transaktionen Waterland und die DBAG. Auf Bankenseite hat wieder einmal die SEB in diesem Jahr die meisten Transaktionen (13) umgesetzt und liegt auf Zwölfmonatsbasis (15 Transaktionen) deutlich vor der Unicredit (11) und der Commerzbank (10).

Der europäische Gesamtmarkt für Unitranche-Finanzierungen von Debt Funds im Kontext mit Private Equity ist im dritten Quartal mit 82 Transaktionen ebenfalls außerordentlich aktiv gewesen. Dem gegenüber standen 103 Transaktionen im gesamten ersten Halbjahr 2019. Neben Deutschland mit 17 Transaktionen im dritten Quartal wurden Unitranches auch in Großbritannien (24 Transaktionen) und Frankreich (21 Transaktionen) intensiv genutzt.

(Pressemitteilung GCA Altium vom 25.10.2019)


Redaktion

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