06.06.2024

EZB hat Leitzins gesenkt

Der EZB-Rat hat am 06.06.2024 beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB um jeweils 25 Basispunkte zu senken.

Beitrag mit Bild

©Eisenhans/fotolia.com

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erwartungsgemäß auf die seit Herbst letzten Jahres deutlich gesunkenen Inflationsrisiken reagiert. Die Leitzinsen wurden leicht gesenkt. Die Währungshüter beschlossen, den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 % zu senken. Den Zinssatz zur kurzfristigen Beschaffung von Geld, den Spitzenrefinanzierungssatz, senkte sie um 0,25 Prozentpunkte auf 4,5 %. Den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz senkte sie auf 3,75 % von bisher 4,00 %.

Die Leitzinsen bleiben aber auf einem Niveau, das die Konjunktur weiterhin dämpft. „Das ist gut so“, sagt Heiner Herkenhoff, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, „denn die europäischen Währungshüter sind bei der Bekämpfung der Inflationsgefahren noch lange nicht am Ziel. Preistreiber bleiben die überdurchschnittlich steigenden Löhne im Dienstleistungssektor. Und perspektivisch könnte auch ein fallender Euro-Wechselkurs für steigende Inflation sorgen.“

Überzogene Konjunkturhoffnungen sind fehl am Platz

Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass die EZB erst gar nicht die Erwartung einer dichten Abfolge von Zinssenkungen aufkommen lasse. „Es gibt keinen Autopiloten für weitere Zinssenkungen. Für die nächsten EZB-Sitzungen muss gelten, dass weitere Schritte nur möglich sind, wenn erkennbar die Inflationsrisiken weiter zurückgehen. Dies gilt insbesondere für die Ratssitzung im September, auch wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer derzeit dort die nächste Zinssenkung erwartet.“

Unabhängig davon müsse gerade in Deutschland vor überzogenen Konjunkturhoffnungen durch Zinssenkungen gewarnt werden, so Herkenhoff: „Hierzulande belasten seit geraumer Zeit strukturelle Investitions- und Standortprobleme das Wirtschaftswachstum. Diese Bremsfaktoren lassen sich nicht allein durch die EZB und Leitzinssenkungen beseitigen. Vielmehr muss die Wirtschaftspolitik klar die Vorfahrt für Investitionen regeln.“

(BdB vom 06.06.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

©pixbox77/fotolia.com

08.04.2026

Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels

Mehr als jedes fünfte Unternehmen (21 %) in Deutschland sieht sich bereits von negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Das sind rund 800.000 Unternehmen. Besonders große Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz leiden unter den mannigfaltigen Auswirkungen der Erderwärmung: 74 % von ihnen geben an, zumindest teilweise von negativen Konsequenzen betroffen zu sein. Unter den größeren

Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels
Meldung

©EtiAmmos/fotolia.com

08.04.2026

Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage

Die Störung der globalen Lieferketten beeinträchtigt Deutschlands Wirtschaft. Krisen, wie die faktisch gesperrte Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges oder die Vorherrschaft Chinas bei Seltenen Erden, haben gravierende Folgen für die Versorgung der deutschen und europäischen Unternehmen mit Rohstoffen, Energie und Technologie. „Der Iran-Krieg ist ein Bremsklotz für den Aufschwung, der durch sinkende Zinsen

Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage
Meldung

murrstock/123rf.com

07.04.2026

Nahost-Krieg bremst weltweiten IPO-Markt

Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr 2026 führten neue geopolitische Spannungen und der weltweite Anstieg der Energiepreise zu einem deutlichen Rückgang auf dem IPO-Markt: Die Zahl der Börsengänge schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 % und lag mit 230 auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Zuletzt waren im zweiten Quartal des COVID-Jahres 2020 mit 195

Nahost-Krieg bremst weltweiten IPO-Markt
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)