• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Fachkräftemangel: In Corona-Zeiten ein großes Problem für den deutschen Mittelstand

16.03.2021

Fachkräftemangel: In Corona-Zeiten ein großes Problem für den deutschen Mittelstand

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

© Robert Kneschke / fotolia.com

Auch inmitten der Pandemie bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Sorgen für den deutschen Mittelstand: 54% der deutschen Mittelständler sehen die größte Gefahr für die Entwicklung des eigenen Unternehmens darin, dass sie nicht genügend geeignete Bewerber finden – vor einem Jahr betrug der Anteil 56%, so die Ergebnisse des Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young.

Für die Studie wurden deutschlandweit 1.150 nicht kapitalmarktorientierte mittelständische Unternehmen mit mindestens 10 Mio. € Umsatz befragt. Die Studie wird seit dem Jahr 2004 jährlich durchgeführt.

70% fällt es schwer oder sehr schwer, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden

Die Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften haben sich für die deutschen Mittelständler gegenüber dem Vorjahr noch leicht verschärft: 70% fällt es schwer oder sehr schwer, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden – gegenüber einem Anteil von 65% im vergangenen Jahr. Gleichzeitig sagen nur noch 30%, dass ihnen die Rekrutierung von Fachkräften leicht oder sogar sehr leichtfällt. Vor einem Jahr ging es noch 34% der Mittelständler so.

Der Mangel an geeigneten Kandidaten stellt viele Personalabteilungen weiterhin vor Probleme. Immerhin planen 16% der Mittelständler, die Zahl ihrer Mitarbeiter in den kommenden sechs Monaten zu erhöhen, 9% wollen die Zahl der Mitarbeiter senken. Unterm Strich will der deutsche Mittelstand also trotz der volatilen Konjunktur Stellen aufbauen, erklären die Studienautoren.

Ein Drittel aller Mittelständler kann Stellen in der Produktion aus Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzen

Die Arbeitslosenzahlen sind in der Corona-Pandemie gestiegen und trotzdem finden viele deutsche Mittelständler keine ausreichend qualifizierten Bewerber, kommentieren die Autoren. Es fehle offenbar an genügend Fachkräften mit spezifischen Qualifikationen. Zudem erschwere die Pandemie die Bewerberauswahl und den Einstellungsprozess.

81% der Mittelständler in der chemisch-pharmazeutischen Industrie und in der Elektrotechnik mit Schwierigkeiten

Besonders große Schwierigkeiten haben momentan die Elektrotechnik und die chemisch-pharmazeutische Industrie: In beiden Branchen haben 81% Probleme, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeitende zu finden. In der Baubranche und im Maschinenbau geben 80 bzw. 78% an, dass ihnen die Fachkräftesuche schwerfällt. Im Maschinenbau ist der Anteil derjenigen Unternehmen, denen es sogar „sehr schwer“ fällt Fachkräfte zu gewinnen, mit 18% besonders hoch.

Vor allem in der Produktion bleiben der Umfrage zufolge zahlreiche Stellen unbesetzt: Ein Drittel aller Mittelständler kann Positionen in dem Bereich aus Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzen. Führungspositionen im technischen Bereich bleiben bei 17% der Mittelständler unbesetzt und Marketing- und Vertriebsstellen bei 15%.

Digitalisierung verändert Prozesse und Berufsfelder in der Produktion

Gerade in der Produktion verändert die Digitalisierung derzeit Prozesse und ganze Berufsfelder, stellen die Studienautoren fest. Vielen Bewerbern würden die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten fehlen. Digitale Kompetenz etwa für die Datenanalyse oder die Automatisierung wird immer wichtiger und sollte jungen Menschen so früh wie möglich vermittelt werden, so die Empfehlung der Experten. Da es in Deutschland einen Mangel an entsprechend ausgebildeten Fachkräften gebe, sei es ein wichtiges Signal, dass mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz im vergangenen Jahr der Zuzug von qualifiziertem Personal aus dem Nicht-EU-Ausland neu geregelt wurde. Allerdings konnte das Gesetz bislang nicht richtig greifen, da durch die Corona-Pandemie weniger Zuwanderung stattfand.

Dennoch bleibe es eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Deutschland als modernen, attraktiven Arbeitsstandort international zu positionieren, betonen die Autoren der Studie. Die Pandemie habe aufgezeigt, dass die digitale Infrastruktur deutlich ausbaufähig sei. Aber auch die einzelnen Unternehmen müssten sich weiterhin anstrengen und den Jobsuchenden ein attraktives Gesamtpaket anbieten.

Das EY Mittelstandsbarometer 2021 findet sich hier zum Download.

(Pressemitteilung Ernst & Young vom 15.03.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


M&A, Mergers, Fusion, Übernahme
Meldung

© Tim/Fotolia.com

03.02.2023

Nach Rekordhoch: M&A-Markt im Digital-Commerce-Umfeld normalisiert sich

Einen rekordverdächtigen Start in das Jahr 2022 erlebte der Sektor Digitaler Handel mit 699 registrierten M&A-Deals. Die Deal-Volumina gingen dann aber in den folgenden drei Quartalen zurück: 544 im zweiten Quartal, 451 im dritten Quartal und 473 im vierten Quartal. Dies führte zu einer Gesamtjahreszahl von 2.167 Deals in 2022 und einem Rückgang von neun Prozent gegenüber den 2.370 Deals in 2021. Laut des Digital Commerce M&A-Reports von Hampleton Partners zeigt sich, dass eine „neue Normalität“ eingetreten ist, die sich aber auf höherem Niveau abspielt als vor Covid.

Nach Rekordhoch: M&A-Markt im Digital-Commerce-Umfeld normalisiert sich
Meldung

©aksanakoval / 123rf

02.02.2023

M&A-Markt: Wettbewerbsvorsprung durch Zukäufe

Ungeachtet der schwachen Konjunktur und der hohen Unsicherheit setzen Unternehmen weiterhin auf Zukäufe. Dies hat eine Befragung von weltweit rund 300 M&A-Verantwortlichen im Rahmen des „Global M&A Report 2023“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben. Danach planen 80%, 2023 gleich viele Transaktionen wie im Vorjahr zu tätigen oder sogar noch mehr. Neben der jüngsten Entwicklung des weltweiten M&A-Geschäfts zeigt der Bain-Report auch auf, wie sich Firmen durch Übernahmen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen können.

M&A-Markt: Wettbewerbsvorsprung durch Zukäufe
Kredit
Meldung

© ferkelraggae/fotolia.com

02.02.2023

KfW-ifo-Kredithürde: Situation am Kreditmarkt wird zusehends ungemütlich

Im Schlussquartal 2022 ist die KfW-ifo-Kredithürde für kleine und mittlere Unternehmen zum dritten Mal in Folge angestiegen. 31,3% der befragten Mittelständler, die sich in Kreditverhandlungen befanden, stufen das Verhalten der Banken als restriktiv ein. Das sind 3,4 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Die Kredithürde für den Mittelstand hat damit zugleich einen neuen Höchststand seit Einführung der aktuellen Befragungsmethodik im Jahr 2017 erreicht.

KfW-ifo-Kredithürde: Situation am Kreditmarkt wird zusehends ungemütlich
CORPORATE FINANCE - Die Erfolgsformel für Finanzprofis

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank