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14.09.2017

Familienunternehmen verlieren ihre Scheu vor Private Equity

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83 Prozent der deutschen Familienunternehmen können sich die Beteiligung eines Finanzinvestors vorstellen , vor wenigen Jahren waren es nur 18 Prozent. Zudem glauben sieben von zehn Familienunternehmen, dass Private-Equity-Fonds ihre Portfoliofirmen besser machen, wie eine aktuelle PwC-Studie zeigt.

83 Prozent der deutschen Familienunternehmen können sich die Beteiligung eines Finanzinvestors vorstellen , vor wenigen Jahren waren es nur 18 Prozent. Zudem glauben sieben von zehn Familienunternehmen, dass Private-Equity-Fonds ihre Portfoliofirmen besser machen, wie eine aktuelle PwC-Studie zeigt.

Familienunternehmen verlieren ihre Scheu vor Private-Equity-Investoren. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter mehr als 300 deutschen Familienunternehmen. Erstaunliche 83 Prozent der befragten Unternehmen können sich inzwischen eine Beteiligung von Finanzinvestoren vorstellen – zum Vergleich: Bei einer ähnlichen PwC-Umfrage vor sechs Jahren waren es gerade einmal 18 Prozent. Dazu passt das positive Gesamtbild, das viele Familienunternehmen mittlerweile von Private Equity haben. So sind 72 Prozent der Ansicht, dass Finanzinvestoren die von ihnen übernommenen Firmen „operativ verbessern“. 61 Prozent billigen den Beteiligungsgesellschaften überdies zu, „den nachhaltigen Unternehmenserfolg zum Ziel zu haben“.

Private-Equity-Branche ist der Imagewandel gelungen

„Das Image der Private-Equity-Branche hat sich in den vergangenen Jahren komplett gewandelt. Die meisten Familienunternehmer sehen in Finanzinvestoren keine Gefahr mehr für das eigene Unternehmen, sondern potenzielle Partner für dessen erfolgreiche Weiterentwicklung, wenn es etwa darum geht, das Eigenkapital zu stärken oder die Nachfolge zu regeln“, sagt Dr. Peter Bartels, Leiter Familienunternehmen und Mittelstand und Mitglied der Geschäftsführung bei PwC. Die Gründe hierfür sieht Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC, „zum einen im Abbau von Vorurteilen“. Zum anderen trage die Beteiligungsbranche aber auch viel dazu bei, dass sie heute positiver beurteilt wird als vor fünf oder zehn Jahren: „Im Gegensatz zu früher entwickeln die meisten Finanzinvestoren ihre Portfoliounternehmen inzwischen nämlich wirklich operativ, statt sich in erster Linie allein auf den Hebeleffekt der Fremdfinanzierung zu verlassen und  die Finanzkennzahlen zu optimieren.“

Nur noch 32 Prozent sehen Private Equity tendenziell negativ

Dass sich immer mehr Familienunternehmer intensiv mit Private Equity beschäftigen, erkennt man auch daran, dass zwei von drei Befragten angeben, sie wüssten genau, was der Begriff bedeutet, weitere 26 Prozent meinten, sie hätten zumindest eine ungefähre Ahnung. Auch dies ist ein  deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2011. Damals konnte nach eigener Aussage nur jeder elfte Familienunternehmer exakt sagen, was Private Equity überhaupt ist. Ebenfalls bemerkenswert: Nur 37 Prozent glauben, dass die einst als „Heuschrecken“ verunglimpften Fonds heute in der Öffentlichkeit noch einen schlechten Ruf haben. Befragt nach ihrer persönlichen Meinung zu Finanzinvestoren meinten sogar bloß 32 Prozent, sie hätten ein schlechtes Bild von der Branche.

Unterschiedliche Stärken nutzen

Gleichwohl werfen 41 Prozent den Beteiligungsgesellschaften weiterhin mangelnde Transparenz vor. Und sogar 50 Prozent sind der Meinung, Private Equity-Fonds seien immer noch zu kurzfristig orientiert und dächten in erster Linie an den eigenen Erfolg. „Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede zwischen Familienunternehmen auf der einen und Finanzinvestoren auf der anderen Seite – das muss aber überhaupt nicht von Nachteil sein“, sagt Peter Bartels. „Es geht nicht darum, dass Familienunternehmer und Beteiligungsbranche gleich ticken. Sondern darum, die Stärken des jeweils anderen zu nutzen.“

Pragmatische Annäherung

Tatsächlich zeigt die Umfrage, dass sich viele Familienunternehmen dem Thema Private Equity nicht mehr ideologisch, sondern pragmatisch nähern. So fürchten zwar 49 Prozent, beim Einstieg eines Finanzinvestors Entscheidungshoheit abgeben zu müssen, und 36 Prozent warnen vor den möglichen Folgen für das soziale Klima im Unternehmen. Zugleich erhoffen sich aber 61 Prozent von einer Partnerschaft mit Private Equity einen verbesserten Zugang zu Kapital, 47 Prozent lockt die Aussicht auf ein breiteres Netzwerk und 45 Prozent versprechen sich von möglichen Kooperationen eine Professionalisierung der Geschäftsführung. „Unternehmer nehmen Finanzinvestoren heutzutage in erster Linie als kompetent wahr – und darauf kommt es an“, sagt Steve Roberts.

(Pressemitteilung PwC vom 14.09.2017)


Redaktion

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