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14.10.2021

Finanzvorstände in Investitionslaune, trotz neuer Risiken

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© pichetw/fotolia.com

Trotz aller Bedenken: Der aktuelle CFO Survey von Deloitte zeichnet ein nach wie vor grundsätzlich positives Bild, wenngleich mit steigenden Risiken. So beurteilten die Finanzvorstände von über 150 großen Unternehmen den Ausblick im Befragungszeitraum September zwar etwas weniger positiv als noch im Frühjahr, doch die Konjunktur- und Geschäftsaussichten der Befragten bleiben optimistisch. Als größte Gefahren benennen die CFOs den Fachkräftemangel, der inzwischen wieder das wichtigste Risiko für die Unternehmen darstellt, gefolgt von steigenden Rohstoffkosten und zunehmender Regulierung sowie Energiekosten.

„Ein wichtiger Trend ist, dass die Investitionsabsichten der Unternehmen weiter steigen, genauso wie ihre Einstellungsbereitschaft“, sagt Dr. Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte. „Beide Werte liegen auf Rekordniveau, beziehungsweise nur noch knapp darunter. Gleichzeitig steigen die Investitionen in digitale Technologie als Reaktion auf die Corona-Krise. Hier deuten sich zwei langfristig sehr folgenreiche Entwicklungen an: Zum einen weiter zunehmende Knappheit auf den Arbeitsmärkten, die sich im laufenden Jahrzehnt durch die demographische Entwicklung noch weiter verschärfen dürfte. Zum anderen könnten höhere Investitionen in digitale Technologie die seit langem schwächelnde gesamtwirtschaftliche Produktivität und somit das Wachstum erhöhen.“

Optimistische Stimmung überwiegt, auch für die eigenen Unternehmen

Die befragten CFOs sehen in ihrer überwiegenden Mehrheit von drei Vierteln die aktuelle Konjunkturlage vor allem in Deutschland und den USA sehr positiv, wohingegen die derzeitige Situation für China und die Eurozone etwas weniger optimistisch eingeschätzt wird. Die Aussichten für die nächsten 12 Monate bleiben grundsätzlich positiv, gehen aber im Vergleich zum Frühjahr merklich zurück. Gut die Hälfte der CFOs erwartet eine weitere Verbesserung der Konjunktur in Deutschland, der Eurozone, USA und China.

Eine vergleichbar verhalten positive Einschätzung zeigt sich auch bei den Aussichten für das eigene Unternehmen, wo 40 Prozent die Lage ihres Unternehmens optimistischer und nur 17 Prozent pessimistischer als vor drei Monaten sehen. Besonders optimistisch zeigen sich aktuell der Handel sowie die Konsumgüter- und die Technologieindustrie. Die Autoindustrie blickt indes sehr viel pessimistischer als die anderen Branchen auf die nächsten zwölf Monate. Das verwundert nicht, steckt sie doch derzeit mitten in der größten Transformation ihrer Geschichte und muss sich zudem aktuell mit dem weltweiten Chipmangel genauso auseinandersetzen wie mit den vielfältigen Herausforderungen der Elektromobilität.

Fachkräftemangel und steigende Kosten als größte Risiken

Der Fachkräftemangel, bereits in den Jahren vor der Pandemiekrise das wichtigste Risiko aus Sicht der Unternehmen, ist zurück an der Spitze und stellt für rund zwei Drittel der Unternehmen ein hohes Risiko dar – im Frühjahr waren es noch knapp 40 Prozent. Der Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft und zieht sich durch alle Industrien und betrifft besonders die Immobilien- und Baubranche.

Auch die steigenden Energiekosten werden von den CFOs sehr viel stärker als Risikofaktor wahrgenommen, für 42 Prozent der Unternehmen haben sie bedrohliche Ausmaße erreicht, in der Automobil- und der Chemieindustrie gilt dies für bis zu 70 Prozent der Firmen. Die Rohstoffkosten sind als Risikofaktor ebenfalls deutlich gestiegen. Die Entwicklung der In- und Auslandsnachfrage wird hingegen nicht mehr als großes Risiko gesehen, was darauf hindeutet, dass die CFOs den allgemeinen Aufschwung in Deutschland und weltweit für robuster als bisher halten. Eine Begleiterscheinung des Aufschwungs, der unterbrochenen Lieferketten und der steigenden Rohstoffpreise sind steigende Inflationserwartungen der CFOs. Für die nächsten 12 Monate sehen sie für Deutschland eine Preissteigerung von 3,2 Prozent, deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank.

Höhenflug bei Investitionen und Einstellungsbereitschaft

Am erfreulichsten ist der Blick auf die gestiegene Investitions- und Einstellungsbereitschaft der Unternehmen, die ebenfalls auf solides Vertrauen in die Fortsetzung des Aufschwungs hinweist. Ebenso positiv für die Perspektive der Unternehmen ist, dass Digitalisierung als einer der wichtigsten Schwerpunkte der Investitionsaktivitäten auffällt, meint Dr. Börsch: „Der Trend zu mehr Investitionen und zu höheren digitalen Investitionen eröffnet ein positives langfristiges Szenario. Ein paradoxer Nebeneffekt der Corona-Krise könnte die Überwindung der Investitionsschwäche der Unternehmen und eine stark beschleunigte Digitalisierung sein.“

Den kompletten CFO Survey finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung PwC vom 14.10.2021)


Redaktion

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