21.02.2017

FinTech-Investitionen brechen weltweit ein

Beitrag mit Bild

Die weltweiten Investitionen in Fintechs sind im vergangenen Jahr drastisch zurückgegangen: von 46,7 Mrd. (2015) auf 24,7 Mrd. USD. Die Zahl der Deals sank dabei von 1.255 auf 1.076. Aus Private Equity floss mit 11 Mrd. USD deutlich weniger Geld als noch im Jahr zuvor (18 Mrd.).

Die weltweiten Investitionen in Fintechs sind im vergangenen Jahr drastisch zurückgegangen: von 46,7 Milliarden (2015) auf 24,7 Milliarden Dollar. Die Zahl der Deals sank dabei von 1.255 auf 1.076. Aus Private Equity floss mit 11 Milliarden Dollar deutlich weniger Geld als noch im Jahr zuvor (18 Mrd.).Dafür wurde 2016 mit 13,6 Milliarden Dollar etwas mehr Venture Capital in Startup-Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungsbereich investiert als 2015 (12,7 Milliarden). Dazu kommen noch 100 Millionen Dollar im Rahmen von M&A-Deals.

Das hat der aktuelle „Pulse of Fintech“ von KPMG ergeben, der die weltweiten Investitionen in diesem Start-up-Segment analysiert.

KPMG-Partner Sven Korschinowski: „Der Rückgang ist zum großen Teil der Unsicherheit geschuldet, die sich vergangenes Jahr an den Finanzmärkten breit gemacht hat. Die Auswirkungen des Brexit und der US-Wahl, dazu das sich abschwächende Wachstum in China und starke Schwankungen der Wechselkurse haben Investoren vorsichtiger werden lassen. Dennoch schätze ich die Aussichten für Fintechs positiv ein. Investoren arbeiten immer stärker zusammen, und viele klassische Unternehmen gehen zunehmend dazu über, Fintech-Lösungen in ihre Geschäftsmodelle und –prozesse zu integrieren. Das sind gute Voraussetzungen für Fintechs, weiter zu wachsen.“

Europa knickt um 80 Prozent ein – Deutschland zieht Venture Capital an

Besonders auffällig ist der Rückgang der Investitionen in Europa: Hier ging die Summe des in Fintechs investierten Kapitals von 10,9 Milliarden Dollar (2015) auf nur noch 2,2 Milliarden zurück. Die Zahl der Investments sank dabei von 349 auf 318, wobei sich allerdings Venture Capital-Investoren zunehmend interessiert zeigten: sie schlossen 2016 insgesamt 242 Deals mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Milliarden Dollar ab, das waren mehr als im Vorjahr (230 Deals mit 1,3 Milliarden Dollar). Davon wiederum floss ein bedeutender Teil nach Deutschland: Hier verdreifachten sich die Risikokapital-Investitionen von 106 Millionen auf 376 Millionen Dollar – bei einer Zunahme der Deals von 23 auf 31.

Insuretechs, Bitcoin- und Blockchain-Investments im Aufwind

Eine deutliche Zunahme verzeichnen Investments in Start-ups aus dem Versicherungsbereich: so floss 2016 mit knapp 1,2 Milliarden Dollar fast doppelt so viel Geld in Insurtechs wie noch im Jahr zuvor (590,2 Mrd.). Und auch Unternehmen aus dem Bitcoin- und Blockchain-Umfeld konnten mehr Investitionen für sich verbuchen: Hier stieg die Summe von 441 Millionen Dollar (2015) um 23 Prozent auf 543,6 Millionen im vergangenen Jahr.

Sven Korschinowski: „Im vergangenen Jahr haben sich Konsortien wie etwa B3i im Versicherungsbereich gebildet, die der Blockchain-Technologie mehr Aufmerksamkeit verschaffen und deren Entwicklung fördern wollen. Viele Finanzdienstleister haben inzwischen eingesehen, dass sie auch in diesem Segment durch eine Zusammenarbeit mit Fintechs ihre eigene Transformation schneller vorantreiben können. Und der nächste heiße Trend zeichnet sich bereits ab: 2018 wird die erweiterte Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 der EU in Kraft treten. Sie schreibt Banken vor, Drittparteien einen sicheren Zugang zur Verfügung zu stellen, um Kontodaten einzusehen und Zahlungen zu veranlassen. Auf diesen Zug werden auch Fintechs oder Internet-Giganten aufspringen.“

(Pressemitteilung KPMG vom 21.02.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©Maksim Kabakou/fotolia.com

29.07.2026

Geschäftserwartungen im Mittelstand steigen sprunghaft

Das Geschäftsklima in Deutschlands kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hat sich im Juli spürbar verbessert. Der Geschäftsklimaindex steigt um 4 Zähler auf -17,3 Punkte. Treiber sind vor allem die besseren Geschäftserwartungen und die positive Entwicklung der Lageurteile. Auf dem aktuellen Niveau liegt das Geschäftsklima allerdings noch immer weit unter dem langfristigen Durchschnitt, zeigen die Ergebnisse

Geschäftserwartungen im Mittelstand steigen sprunghaft
Meldung

©pitinan/123rf.com

28.07.2026

E-Auto-Markt in der EU legt zweistellig zu

Der Trend zu steigenden Absätzen von Elektroautos in den fünf größten Automärkten Europas – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Vereinigtes Königreich – hält im zweiten Quartal 2026 an. Das zeigt der aktuelle „Electric Vehicle Sales Review“ (EVSR) von PwC Autofacts®, in dem die Neuzulassungszahlen in weltweit 43 ausgewählten Märkten ausgewertet werden. Alle EV-Antriebsarten (BEV, PHEV

E-Auto-Markt in der EU legt zweistellig zu
Meldung

thodonal/123rf.com

27.07.2026

Unsicherheit erreicht historischen Höchststand

Die wirtschaftliche Unsicherheit erreicht in deutschen Unternehmen ein außergewöhnliches Niveau. Laut einer internationalen CRIF-Umfrage sorgen sich 87 % der Befragten um ihre finanzielle Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten. Damit liegt Deutschland vor allen anderen untersuchten Ländern. 61 % der Unternehmen sprechen sogar von der unsichersten Phase ihrer bisherigen unternehmerischen Laufbahn. Steigende Kosten belasten die

Unsicherheit erreicht historischen Höchststand
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)