06.04.2017

FinTech ist der neue Mainstream

Beitrag mit Bild

© pichetw/fotolia.com

Neun von zehn Finanzdienstleistern haben sich damit abgefunden, Marktanteile an FinTechs zu verlieren. Doch statt die Newcomer zu bekämpfen, suchen die etablierten Unternehmen zunehmend den Schulterschluss.

Banken und Versicherer stemmen sich nicht länger gegen die FinTech-Revolution. Laut einer globalen Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC räumen inzwischen 88 Prozent aller Finanzdienstleister ein, dass sie Marktanteile an Finanz-Startups verlieren werden. „Doch statt die Newcomer zu bekämpfen, sucht das Establishment lieber den Schulterschluss“, diagnostiziert Sascha Demgensky, Verantwortlicher für das Thema FinTech bei PwC Deutschland. So kooperieren global gesehen mittlerweile 45 Prozent aller Finanzdienstleister mit FinTechs, zeigt die PwC-Umfrage, an der sich mehr als 1300 Branchenmanager weltweit beteiligten. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es gerade einmal 32 Prozent. Noch stärker zeigt sich dieser Trend in Deutschland. Hier kollaborieren schon sieben von zehn Finanzdienstleistern mit FinTechs.

„Banken und Versicherer werden zu Technologieunternehmen“

„Das Verhältnis zwischen Banken und Startups hat sich innerhalb der vergangenen 24 Monate stark weiterentwickelt. Im Grunde ist FinTech der neue Mainstream“, sagt Sascha Demgensky. Allerdings dürfe man diese Entwicklung nicht mit einer Kapitulation der traditionellen Finanzindustrie verwechseln. Im Gegenteil: Der Umfrage zufolge wollen 77 Prozent aller etablierten Player in Zukunft deutlich mehr Gewicht auf Innovationen legen. 56 Prozent geben sogar an, dass Thema Disruption ins Zentrum ihres Geschäftsmodells zu stellen. „Wenn nicht alles täuscht, dann sind viele Finanzdienstleister gerade dabei, sich selbst auch als Technologieunternehmen zu begreifen“, so Sascha Demgensky.

Hohe Investitionen in Blockchain und künstliche Intelligenz

Mit welcher Wucht die FinTech-Welle die Finanzindustrie erfasst hat, zeigen auch andere Zahlen aus der PwC-Studie. So sind über die vergangenen vier Jahre weltweit mehr als 40 Milliarden Dollar in Finanz-Startups geflossen. Dabei lag die durchschnittliche jährliche Steigerung bei 41 Prozent – der Trend zeigt also weiterhin nach oben. Auffällig: In den vergangenen beiden Jahren wurde jeweils rund eine Milliarde Dollar in FinTechs investiert, die sich auf künstliche Intelligenz spezialisiert haben. Dabei zählten neben Venture-Capital-Fonds auch viele große Finanzkonzerne zu den Geldgebern. 2016 gingen zudem 450 Millionen Dollar an Finanz-Startups, die mit Blockchain-Technologie experimentieren. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einem Plus von 79 Prozent. „All dies deutet darauf hin, dass die digitale Transformation der Finanzbranche gerade erst richtig Fahrt aufgenommen hat“, sagt Sascha Demgensky.

Selbst ein sperriges Thema wie Regulierung wird zur FinTech-Domäne

Tatsächlich zeigt die Umfrage, dass die Finanzrevolution längst nicht mehr auf den Payment-Bereich beschränkt ist. So glauben 60 Prozent aller Finanzdienstleister, dass ihre Kunden bei „Personal Finance“-Themen inzwischen regelmäßig auf FinTechs vertrauen. Bei Ratenkrediten sind es 56 Prozent, bei Sparprodukten 49 Prozent und bei Versicherungs- sowie Anlagethemen immerhin schon jeweils 38 Prozent. Ebenfalls bemerkenswert: Selbst die Regulierung, mit der sich viele Finanz-Startups lange Zeit schwertaten, scheint sich zu einer FinTech-Domäne zu entwickeln. Über ihre Innovationsplattform DeNovo beobachtet PwC momentan rund 230 Startups, die sich darauf spezialisiert haben, Finanzdienstleistern bei Regulierungs- und Compliance-Problemen zu unterstützen. Allein in diese sogenannten RegTechs sind in den vergangenen vier Jahren insgesamt satte 1,4 Milliarden Dollar geflossen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung PwC vom 06.04.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© bluedesign/fotolia.com

09.09.2026

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung

Deutschland kann nach Einschätzung der KfW seine Wachstumsschwäche überwinden. Eine neue Studie von KfW Research hält im kommenden Jahrzehnt ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als 1% pro Jahr für erreichbar. Seit 2015 ist das Potenzialwachstum von knapp 2% auf nur noch leicht über null gesunken. Produktivität als zentraler Hebel Entscheidend für eine Trendwende seien Fortschritte

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung
Meldung

peshkova/123rf.com

08.09.2026

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen

Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Einsatz von KI wirklich, und was bringt ihnen die Technologie wirtschaftlich? Eine Deutschland-Auswertung des McKinsey-Reports „The State of AI in 2026: On the Road to ROI“ zeigt: Zwischen Nutzung und messbarem Geschäftswert liegt noch eine deutliche Lücke. Für die weltweite Studie wurden 1.719 Führungskräfte und Fachleute aus 97 Ländern

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen
Meldung

©zapp2photo/fotolia.com

07.09.2026

Deutsche Mittelständler richten Auslandsgeschäft neu aus

Geopolitische Krisen und Konflikte, handelspolitische Unsicherheiten und der wachsende Konkurrenzdruck aus China belasten den deutschen Außenhandel nachhaltig. Insgesamt 30 % der deutschen Mittelständler mit Auslandsgeschäft gehen daher davon aus, dass ihre grenzüberschreitenden Umsätze in den kommenden drei Jahren sinken werden. Davon rechnen 6 % sogar mit einem starken Rückgang. Ein Wachstum ihrer Auslandsumsätze sehen knapp ein Viertel

Deutsche Mittelständler richten Auslandsgeschäft neu aus
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)