• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • FinTech-Nutzung in Deutschland macht deutlichen Sprung nach vorne

07.08.2019

FinTech-Nutzung in Deutschland macht deutlichen Sprung nach vorne

Beitrag mit Bild

© bakhtiarzein/fotolia.com

Geld überweisen, Versicherungen organisieren oder Kredite beantragen – zwei von drei Deutschen erledigen diese Aufgaben mittlerweile online oder über Apps. Der Anteil der Verbraucher, die FinTechs nutzen, ist im Vergleich zur vorangegangenen Befragung 2017 sprunghaft von 35 auf 64 Prozent angestiegen. Damit liegt die Nutzung hierzulande auf dem gleichen Niveau wie im weltweiten Durchschnitt.

Vor allem Überweisungen und Onlinebezahlungen wickeln Verbraucher inzwischen über FinTechs ab. Etwa drei von vier Verbrauchern weltweit (75 Prozent) als auch in Deutschland (72 Prozent) nutzen entsprechende Dienste. Beliebt sind auch Versicherungslösungen, die von 60 Prozent der Verbraucher in Deutschland und 48 Prozent weltweit genutzt werden.

Im Wettbewerb haben derzeit noch die traditionellen Banken und Versicherungsunternehmen die Trümpfe in der Hand. Denn mehr als die Hälfte der Befragten (51 Prozent) würde sich zunächst an sie wenden, wenn sie ein neues Finanzprodukt erwerben wollen. 13 Prozent würden auf einer Vergleichsseite im Internet suchen. Nur sieben Prozent würden von sich aus auf ein neues Finanzunternehmen zugehen.

Das sind Ergebnisse des FinTech Adoption Surveys der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, an dem 27.000 Verbraucher in 27 Märkten teilnahmen. In Deutschland wurden 1.000 Verbraucher befragt. Als FinTech-Nutzer wurden Verbraucher definiert, die mindestens zwei von zuvor definierten digitalen Angeboten nutzen – darunter Geldüberweisung, Zahlungsverkehr, Kredite oder Versicherungen.

Christopher Schmitz, Partner bei EY und Leiter FinTech in EMEIA (Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika): „Wir Verbraucher mögen das, was wir sehen und anfassen können. Hören wir nur von neuen Produkten, sind wir zunächst skeptisch. Aber inzwischen gibt es zahlreiche FinTech-Angebote ‚zum Anfassen‘ auf dem Markt, die Nutzer haben deren Vorteile entdeckt und ihre anfänglichen Berührungsängste hinter sich gelassen. FinTechs haben sich in Deutschland und auch weltweit längst durchgesetzt und sind zu ernstzunehmenden Konkurrenten von Banken geworden.“

Allerdings könnten die alteingesessenen Institute nach wie vor auf einen großen Vertrauensvorschuss zählen. „Die klassischen Banken und Versicherer können gegenüber den neuen Wettbewerbern vor allem einen Vorteil ausspielen: das Vertrauen der Kunden. Allerdings sollten sie sich noch einiges von den wesentlich agileren FinTechs abschauen: Wenn es ihnen schnell gelingt, innovative, benutzerfreundliche und sichere Digitalangebote auf den Markt zu bringen, werden sie auch in Zukunft trotz neuer Konkurrenten gute Chancen haben.“

87 Prozent der Chinesen und Inder nutzen FinTechs

Weltweit sind die Chinesen und Inder FinTech-Angeboten gegenüber am offensten – jeweils 87 Prozent nutzen sie. In Russland und Südafrika ist die Nutzung mit jeweils 82 Prozent ebenfalls stark ausgeprägt. In Europa ist die Verbreitung von FinTechs nur in den Niederlanden (73 Prozent), Irland und dem Vereinigten Königreich (jeweils 71 Prozent) größer als in Deutschland.

Die hohe Akzeptanz von FinTechs gerade in den großen Schwellenländern erklärt Schmitz so: „In diesen Ländern bildet sich eine Mittelschicht, die über ein höheres Einkommen verfügt und großes Interesse an Dienstleistungen rund um ihre Finanzen hat. Gleichzeitig sind es großflächige Länder ohne gewachsene Bankenstruktur. FinTechs bieten hier einen einfachen Zugang zu Finanz- und Versicherungsprodukten von jedem Ort mit Internet. Hinzu kommt: Die Verbraucher sind deutlich technikaffiner als bei uns und haben weniger Bedenken in Bezug auf ihre Daten.“

Mehr Männer als Frauen nutzen FinTechs

Der typische FinTech-Nutzer in Deutschland ist tendenziell jung, männlich, gutverdienend. So nutzen 69 Prozent der Männer FinTechs zur Abwicklung ihrer Bankgeschäfte, aber nur 60 Prozent der Frauen. Auch die Befragten mit den höchsten Einkommen sind eher bereit, auf FinTech-Angebote zuzugreifen. 77 Prozent von ihnen nutzen die Dienste.

Am deutlichsten ist die Nutzung zudem unter den 25-34-Jährigen ausgeprägt, von denen 78 Prozent in Deutschland FinTechs nutzen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Akzeptanz dann ab: Von den Verbrauchern ab 65 Jahre nutzen nur noch 50 Prozent entsprechende Angebote.

„Nutzer von FinTech-Angeboten sind in der Regel jung, gut ausgebildet und verdienen überdurchschnittlich. Sie arbeiten in urbanen Zentren und sind neuen Trends gegenüber sehr aufgeschlossen“, betont Schmitz. „Für Bankinstitute und FinTechs sind sie eine wichtige Zielgruppe, weil sie noch viele Berufsjahre vor sich haben und potenziell langfristig als Kunden gewonnen werden können.“

(Pressemitteilung EY vom 02.08.2019)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

irrmago/123rf.com

06.01.2026

Top-Unternehmen: Gewinneinbruch trotz Umsatzplus

Der Negativtrend bei der Gewinnentwicklung der 100 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands setzt sich fort: Insgesamt schrumpfte der Gewinn um 15 % auf 102 Milliarden Euro, gut jedes zweite Unternehmen (52 %) verzeichnete einen niedrigeren Gewinn als im Vorjahr. Immerhin: Nach zwei Jahren mit deutlichen Umsatzrückgängen brachte das Jahr 2025 den Konzernen bislang erstmals wieder ein leichtes Umsatzplus: in

Top-Unternehmen: Gewinneinbruch trotz Umsatzplus
Meldung

rawpixel/123rf.com

05.01.2026

Wirtschaftsverbände rechnen mit Stellenabbau im neuen Jahr

Die Probleme am Arbeitsmarkt setzen sich auch 2026 fort: 22 von 46 Wirtschaftsverbänden rechnen 2026 mit einem Stellenabbau. Nur neun Verbände erwarten mehr Mitarbeiter in ihrer Branche, 15 gehen von einer stabilen Beschäftigung aus. Das zeigt die IW-Verbandsumfrage, für die das Institut traditionell Branchenverbände nach der aktuellen Lage, den Aussichten, geplanten Investitionen und Jobchancen befragt.

Wirtschaftsverbände rechnen mit Stellenabbau im neuen Jahr
Meldung

grapix/123rf.com

31.12.2025

Frohes neues Jahr 2026!

Die Corporate-Finance-Redaktion wünscht Ihnen und Ihren Familien ein frohes und erfolgreiches neues Jahr 2026! Möge es Ihnen Gesundheit, Zufriedenheit und viele persönliche wie berufliche Erfolge bringen. Ein neues Jahr bedeutet neue Chancen, inspirierende Begegnungen und spannende Herausforderungen – und wir freuen uns darauf, Sie auch in den kommenden zwölf Monaten mit fundiertem Wissen, aktuellen Entwicklungen

Frohes neues Jahr 2026!
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)