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01.03.2018

Fintech: Partnerschaft ist das neue Paradigma der Branche

CFO Survey: Geschäfts- und Konjunkturaussichten für Deutschland im Sinkflug

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Kunden verlangen nach immer mehr Komfort und Personalisierung von Finanzdienstleistungen; Fintechs und Finanzinstitute müssen kooperieren, um erfolgreich zu sein und Gegengewicht für möglichen Markteintritt der BigTechs zu bilden.

Verbraucher sind die großen Profiteure des starken Fintech-Wachstums im Finanzdienstleistungsbereich. Sie genießen breitere Angebote, neue Technologien und ein besseres Kundenerlebnis. Doch trotz der guten Service-Leistung müssen Fintechs auf Kooperationskurs mit den traditionellen Finanzinstituten gehen, um selber erfolgreich zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt der neue World Fintech Report 2018, der von Capgemini und LinkedIn in Zusammenarbeit mit der Efma veröffentlicht wurde. Während beide Seiten zunächst konkurrierten, lautet das Paradigma der Branche heute Partnerschaft. Die symbiotische Zusammenarbeit von Fintechs und Finanzinstituten betont die komplementären Stärken beider Seiten und hilft, ein Gegengewicht für den möglichen Markteintritt der sogenannten BigTechs im Finanzdienstleistungssektor zu bilden.

Fintechs revitalisieren die Kundenerfahrung bei Finanzprodukten

Fintechs sind mit neuen Technologien innovativ und stellen das Kundenerlebnis bei Finanzdienstleistungen in den Mittelpunkt. Mit immer höheren Erwartungen auf Kundenseite und wachsendem Konkurrenzdruck steigt auch der Anspruch an Komfort und Individualisierungsmöglichkeiten. Hierzu entwickeln Fintech-Unternehmen personalisierte Angebote auf Basis von Kundendaten und offerieren schnelle, rund um die Uhr verfügbare Online-Dienste, auf die Kunden von jedem Gerät aus zugreifen können.

Laut dem World Fintech Report 2018 genießen die traditionellen Finanzdienstleister jedoch ein größeres Vertrauen bei Kunden als die neueren Start-ups. Für den Erfolg in der Zukunft müssen Finanzdienstleister also darauf achten, sich weiterhin stark nach den Wünschen ihrer Kunden zu richten, Vertrauen zu bewahren und digitale, agile und effiziente Prozesse bereitzustellen.

„Fintech-Firmen sind stark kundenorientiert und schließen damit die Lücke, die traditionelle Firmen hinterlassen haben. Für Fintechs öffnet sich dadurch eine Tür, das Vertrauen in traditionelle Firmen bleibt für die Kunden aber weiterhin wichtig“, sagt Penry Price, Vice President, Global Marketing Solutions, LinkedIn.

Die Gelegenheit zum Win-Win

Fintechs sind unbelastet von alten Legacy-Systemen und den Unternehmenskulturen vergangener Tage. Sie können neue Technologien direkt zum Wohl und Wunsch ihrer Kunden einsetzen. Laut World Fintech Report betrachten über 90 Prozent der Fintechs Agilität und ein neues Kundenerlebnis als Schlüsselfaktoren für eine bessere Wettbewerbsposition. Darüber hinaus sehen mehr als 76 Prozent die Fähigkeit, Neues zu entwickeln und Bestehendes zu verbessern, als erfolgsentscheidend an. Die große Herausforderung ist, höhere Skalierbarkeit sowie finanziell tragfähige Geschäftsmodelle zu schaffen. Hier kommen die traditionellen Finanzdienstleister ins Spiel. Obwohl Fintechs seit 2009 mit 110 Milliarden US-Dollar finanziert wurden, sieht der Bericht die meisten von ihnen scheitern, weil sie kein effektives Partner-Ökosystem aufgebaut haben.

Gleichzeitig adaptieren traditionelle Finanzinstitute viele Weiterentwicklungen des Kundenservice aus dem Fintech-Bereich und behalten dabei ihre Stärken wie Risikomanagement, Infrastruktur, regulatorische Expertise, Kundenvertrauen, Zugang zu Kapital und vieles mehr bei. Von einer symbiotischen, kooperativen Partnerschaft können letztlich also beide Seiten profitieren. „Drei Viertel der Fintechs sehen ihr primäres Geschäftsziel in der Zusammenarbeit mit traditionellen Finanzfirmen. Daher ist es unerlässlich, dass beide ihre Geschäftsmodelle für die Kooperation miteinander öffnen, um gemeinsame Innovationen voranzutreiben und dabei das Vertrauen der Kunden weiterhin zu erhalten“, so Klaus-Georg Meyer Leiter Business & Technology Consulting Financial Services Deutschland bei Capgemini. „Fehlt es an einem agilen und engagierten Kooperationspartner – egal von welcher Seite – könnte der Erfolg auf der Strecke bleiben.“

Die Suche nach dem richtigen Partner ist erfolgskritisch

Laut dem World Fintech Report 2018 gaben mehr als 70 Prozent der Fintech-Führungskräfte an, dass ihre größte Herausforderung bei der Zusammenarbeit mit traditionellen Finanzunternehmen deren mangelnde Agilität sei. Gleichzeitig nahmen traditionelle Unternehmen negative Auswirkungen auf das Kundenvertrauen, die Marke und die Veränderung der internen Kultur als ihre größte Herausforderung wahr. „Für eine erfolgreiche Partnerschaft müssen beide Seiten aufgeschlossen bleiben und sich auf die Zusammenarbeit konzentrieren. Die Finanzinstitute müssen die Kultur der Fintechs respektieren, damit diese ihre Agilität nicht verlieren – ihre wichtigste Mitgift für gemeinsame Projekte. Eine große Herausforderung ist auch die Auswahl des Fintechs, mit dem man am besten zusammenarbeiten kann“, sagte Vincent Bastid, Generalsekretär bei Efma.

BigTechs am Horizont geben Anlass zum schnellen Handeln

Die Zukunft der Finanzdienstleistungen liegt sowohl in den Händen der Fintechs als auch in denen traditioneller Unternehmen, da sich ihre Stärken gegenseitig ergänzen und sie den Kundenbedürfnissen gemeinsam besser gerecht werden können. Schon jetzt zeichnet sich ein Umbruch der Branche durch BigTechs – den großen, multinationalen Technologieunternehmen mit einem riesigen Kundenstamm im Einzelhandel – am Horizont ab. Höchste Zeit also für Fintechs und traditionelle Unternehmen, den richtigen Kooperationspartner zu finden und den Weg zum Erfolg neu zu definieren. Als Hilfestellung für die Branche und um deren Bestrebungen nach Zusammenarbeit und symbiotische Beziehungen zu fördern, hat Capgemini das sogenannte ScaleUp-Zertifizierungs-Werkszeug entwickelt. Dieses Instrument schafft ein Modell für Kooperation und gegenseitige Verifikation, das die Partnerschaft zwischen traditionellen Firmen und Fintechs fördert.

(Pressemitteilung Capgemini vom 27.02.2018)


Redaktion

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