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05.09.2017

FinTechs: Banken gehen Kooperationen im Kreditgeschäft aus dem Weg

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Bei der Digitalisierung des Kreditgeschäfts setzen Banken kaum auf Zusammenarbeit mit FinTechs. Die Institute erwarten sich von den Start-Ups keine wesentlichen Impulse für ihr Geschäft. Zugleich spüren die Banken aber den verschärften Wettbewerbsdruck durch die junge Konkurrenz.

Bei der Digitalisierung des Kreditgeschäfts setzen Banken kaum auf Zusammenarbeit mit FinTechs. Die Institute erwarten sich von den Start-Ups keine wesentlichen Impulse für ihr Geschäft. Zugleich spüren die Banken aber den verschärften Wettbewerbsdruck durch die junge Konkurrenz.

FinTechs spielen für Banken bei der Digitalisierung des Kreditgeschäfts kaum eine Rolle. Nicht einmal jedes zehnte Institut setzt auf strategische Kooperationen mit einem FinTech. 14 Prozent der Institute haben FinTechs zumindest teilweise in ihre Digitalstrategie für das Privatkundengeschäft einbezogen. Im Firmenkundengeschäft scheinen die Banken etwas weiter zu sein. Dort setzt immerhin ein Drittel teilweise auf Kooperationen mit den Start-Ups. Dies sind Ergebnisse einer detaillierten Befragung von 43 deutschen Universalbanken, Sparkassen, Volksbanken und Spezialbanken durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Keine wesentlichen Impulse erwartet

Die Institute sehen laut Studie bisher auch wenig Veranlassung, mit FinTechs zu kooperieren. Stärkere Impulse durch eine Zusammenarbeit werden höchstens für die Vertriebskanäle erwartet: Im Bereich Konsumentenkredit sieht das ein Drittel der Befragten so, im Bereich Baufinanzierung rechnet die Hälfte damit. Insgesamt entstehen aber aus Sicht der Banken keine wesentlichen Potenziale aus der Zusammenarbeit mit FinTechs. So erwarten drei Viertel der Institute im Konsumentenkreditgeschäft explizit keine Auswirkungen auf Marketing und Image und auf Schnittstellen. Die Hälfte der Befragten verneint Konsequenzen für das Produktportfolio. 60 Prozent halten die Prozesse für unberührt von möglichen FinTech-Kooperationen.

„Die Banken gehen das Thema FinTech-Kooperationen bislang kaum strategisch an. Sie sehen offenbar keinen Mehrwert darin, von den Kernkompetenzen des Gegenübers zu lernen. Damit vergeben die Institute aber die Chance, sich noch gezielter mit innovativen Produktangeboten am Markt hervorzuheben“, sagt Tomas Rederer, Partner bei PwC im Bereich Financial Services

Wettbewerbsdruck: Banken sehen keinen Zwang zur Kooperation

Dabei sehen die Kreditinstitute durchaus einen erhöhten Wettbewerbsdruck aufgrund des Markteintritts neuer Konkurrenz – vor allem spezialisierter FinTechs, die bisher nur begrenzt regulatorischen Anforderungen unterliegen. Knapp jeder zehnte Befragte geht davon aus, dass dieser Druck in den kommenden drei Jahren noch zunehmen wird. „Umso erstaunlicher, dass die Banken sich mehrheitlich gegen Kooperationen mit FinTechs zu sträuben scheinen“, so PwC-Experte Rederer. Sein Rat: „Die Banken müssen ihre Angebote weiterentwickeln und ihr digitales Profil schärfen, etwa durch den Aufbau eines digitalen Partner-Ökosystems.“ Von der Kooperation mit neuen Marktteilnehmern könnten beide Seiten lernen und so das eigene Geschäftsmodell weiterentwickeln.

(Pressemitteilung PwC vom 05.09.2017)


Redaktion

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