12.04.2016

Flaute bei Unternehmenskrediten hält an

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Das vierteljährlich im KfW-Kreditmarktausblick geschätzte Kreditneugeschäft der Banken und Sparkassen mit Unternehmen und Selbstständigen (ohne Kredite für den Wohnungsbau und für finanzielle Unternehmen) ist im 4. Quartal 2015 erneut geschrumpft, und zwar um 2,3 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bereits im 3. Quartal 2015 war das Geschäft der Kreditinstitute mit Unternehmensdarlehen abwärtsrevidiert um 3,3 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert zurückgegangen.

Das Tempo des Abschwungs im Kreditneugeschäft der Banken mit Unternehmen hat sich somit zwar etwas abgeschwächt, eine Trendwende zeichnet sich jedoch nicht ab. Hierfür wäre ein kräftiger Nachfrageschub erforderlich, mit dem jedoch nicht zu rechnen ist. Stattdessen dürfte sich der Sinkflug bei der Neukreditvergabe im ersten Halbjahr 2016 aufgrund nachteiliger Basiseffekte sogar noch verschärfen: KfW Research erwartet für das 1. Quartal 2016 einen Rückgang von ca. 4 % im Vergleich zum Vorjahresniveau, als die Banken kräftige Zuwächse im Kreditneugeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen verzeichneten.

Ursachen sind vielfältig

Die Flaute bei den Unternehmenskrediten hat sowohl strukturelle als auch aktuelle Ursachen. Die reichlich vorhandenen Eigenmittel der Unternehmen dämpfen die Kreditnachfrage grundsätzlich, zudem signalisieren rückläufige Stimmungsindikatoren, dass die Sorge um die globale Konjunktur nach den Finanzmärkten auch die Realwirtschaft erfasst hat. Dies dürfte sich auch in einer nachlassenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen und damit auf dem Markt für Unternehmenskredite niederschlagen. In scharfem Kontrast hierzu steht der weiterhin florierende Markt für Wohnungsbaukredite sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen und Selbstständige. Hierin spiegeln sich die robuste Binnenwirtschaft, der steigende Wohnraumbedarf und die Suche nach lohnender Vermögensanlage wider.

Zuwächse beim Geschäft mit gewerblichen Wohnungsbaukrediten

„Die kürzlich von der EZB veröffentlichten Zahlen zur Kreditvergabe der deutschen Banken waren recht gut. Das ist erfreulich, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kreditmarkt gespalten bleibt. Das Geschäft mit Wohnungsbaukrediten in Deutschland und mit Unternehmen aus anderen Euroländern expandiert zwar. Im Gegensatz dazu erwarten wir, dass die Vergabe neuer Kredite an heimische Unternehmen außerhalb des Wohnungsbaus schwach bleibt. Sorgen um die globale Konjunktur und eine nach wie vor hohe Verunsicherung seit Jahresbeginn dämpfen die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und schwächen die ohnehin zurückhaltende Kreditnachfrage zusätzlich. Das kann sich im Jahresverlauf durchaus noch zum Positiven ändern, aber nur wenn das Vertrauen in die globale Konjunktur zurückkehrt. Erste Anzeichen dafür gibt es.“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW.

(Pressemitteilung KfW vom 11.04.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

©Maksim Kabakou/fotolia.com

22.01.2026

Digitalwirtschaft: 245 Milliarden Euro Umsatz 2026

Während viele Branchen mit schwacher Nachfrage ringen, zeigt sich die Digitalwirtschaft robust. Der Markt für IT und Telekommunikation (ITK) wächst 2026 voraussichtlich um 4,4 % auf 245,1 Milliarden Euro – getragen vor allem von Software und digitalen Infrastrukturen. Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 3,9 % auf rund 235 Milliarden Euro zugelegt. Gleichzeitig legt auch die

Digitalwirtschaft: 245 Milliarden Euro Umsatz 2026
Meldung

© kritchanut/fotolia.com

22.01.2026

Transport- und Logistikdeals knacken die Marke von 200 Fusionen und Übernahmen

Die M&A-Aktivitäten im globalen Transport- und Logistiksektor sind im vergangenen Jahr wieder gestiegen: Zwischen Januar und Dezember 2025 wurden 207 Transaktionen mit einem Wert von mindestens 50 Millionen US-Dollar angekündigt – ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr, als 199 Fusionen und Übernahmen verkündet wurden. Erstmals seit 2022 wurde somit die Schwelle von 200 Deals pro

Transport- und Logistikdeals knacken die Marke von 200 Fusionen und Übernahmen
Meldung

©alfaphoto/123rf.com

20.01.2026

Deutsche Startups sammelten 2025 knapp 8,4 Mrd. Euro Risikokapital ein

Der Aufwärtstrend setzt sich fort: Startups aus Deutschland erhielten im Jahr 2025 knapp 8,4 Milliarden Euro Risikokapital von Investoren – mehr als 1,3 Milliarden mehr als in den zwölf Monaten zuvor (plus 19 %). Nachdem die Investitionen in Jungunternehmen 2022 und 2023 im Vergleich zum Rekordjahr 2021 deutlich eingebrochen waren, markiert 2025 damit das zweite Jahr

Deutsche Startups sammelten 2025 knapp 8,4 Mrd. Euro Risikokapital ein
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)