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08.07.2022

Frauenanteil in deutschen Vorstandsetagen erreicht Rekordniveau

Der Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen von Deutschlands börsennotierten Unternehmen ist im ersten Halbjahr Jahr weiter gestiegen: In den 160 DAX-, MDAX-, SDAX- und TecDAX-Unternehmen arbeiteten zum Stichtag 01.07.2022 insgesamt 101 weibliche Vorstände und damit fünf mehr als vor einem halben Jahr. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der Top-Managerinnen damit etwa verdoppelt. Den 101 Frauen stehen in den Vorstandsgremien der Unternehmen insgesamt 614 Männer gegenüber. Der Frauenanteil liegt bei 14,1% – vor einem halben Jahr waren es 13,5%. Das sind die Ergebnisse einer Analyse der Struktur der Vorstände der 160 im DAX, MDAX und SDAX gelisteten Unternehmen, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zweimal jährlich durchführt.

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Dennoch bleiben viele Vorstände deutscher Konzerne mehrheitlich eine reine Männerdomäne. Derzeit sind 51% der Vorstandsgremien der börsennotierten Unternehmen ausschließlich männlich besetzt. Mindestens zwei weibliche Vorstandsmitglieder gibt es aktuell in jedem neunten Unternehmen.

Zur Jahresmitte ist jedes siebte Vorstandsmitglied in DAX, MDAX und SDAX eine Frau

Im Verlauf des ersten Halbjahres gab es bei den 160 analysierten Unternehmen insgesamt 23 Neubestellungen von Vorständen, neun der neuen Vorstandsmitglieder waren weiblich, was einem Anteil von 39% entspricht.

Der Frauenanteil in Vorständen und Führungspositionen steigt, stellen die Studienautoren fest. Das sei grundsätzlich positiv, das Tempo aber sei relativ langsam. Noch immer stehe eine Frau sechs Männern gegenüber. Man habe aber aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und eingesehen, dass sich der Frauenanteil in Führungspositionen nicht allein durch Freiwilligkeit steigern lasse.

Jedes zweite Unternehmen ohne weibliches Vorstandsmitglied

Im August vergangenen Jahres trat das zweite Führungspositionen-Gesetz in Kraft. Es besagt, dass in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Firmen, die mehr als drei Mitglieder haben, mindestens ein Mitglied eine Frau sein muss. Unternehmen müssen seitdem begründen, warum sie keine Frauen im Vorstand haben oder keine berufen wollen. Firmen, die sich nicht an das Gesetz halten, müssen laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit „empfindlichen“ Strafen rechnen.

Führungspositionen-Gesetz zeigt Wirkung

Zu solchen verbindlichen Vorgaben könne man stehen, wie man will, erklären die Studienautoren, aber das Führungspositionen-Gesetz zeige Wirkung und gebe einer positiven Entwicklung endlich neuen Auftrieb. Einer Entwicklung, die sehr wichtig sei – für die Wirtschaft, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes. Fehlt die weibliche Sichtweise in Vorständen und in Führungspositionen, besteht der Analyse zufolge die Gefahr, dass Firmen die Hälfte ihrer potenziellen Kunden nicht richtig im Blick haben oder ihre Produkte und Dienstleistungen an ihnen vorbei entwickeln. Und das gelte branchenübergreifend.

DAX-Konzerne bleiben Vorreiter

Derzeit weisen Konsumgüterhersteller und Telekommunikationsunternehmen mit jeweils 20% den höchsten Frauenanteil in ihren Vorstandsgremien auf, während Medienunternehmen mit einem Frauenanteil von knapp 8% das Schlusslicht darstellen.

Mit Abstand am stärksten vertreten sind Frauen in den Vorständen der DAX-Konzerne: Knapp 20% der DAX-Vorstandsmitglieder sind weiblich. Deutlich niedriger ist der Anteil in MDAX- und SDAX-Vorständen, wo jeweils etwa 11% der Top-Manager Frauen sind.

Neun weibliche CEOs – 151 männliche CEOs

Ganz an die Spitze schaffen es in Deutschland weiterhin nur relativ wenige Frauen: Neun der 160 untersuchten Unternehmen haben einen weiblichen CEO. Dabei handelt es sich um die folgenden Unternehmen: Deutsche Wohnen, DIC Asset, GFT Technologies, Merck, New Work, Pfeiffer SUSE, Takkt und Vacuum Technology.

Das “EY Mixed Leadership-Barometer 2022” können Sie hier herunterladen.

(Pressemitteilung EY vom 07.07.2022)


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